Waldberg

Die reichhaltige und spannende Geschichte über Waldberg

Waldbergs Chronik ist rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest erschienen.
Foto: Marion Eckert | Waldbergs Chronik ist rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest erschienen.

Eigentlich war ein gemütlicher Abend mit Vorträgen, Musik und Ansprachen vorgesehen. Doch der aktuellen Situation geschuldet, musste die Vorstellung der Waldberger Chronik in kleinem Kreis stattfinden. Zu kaufen gibt es das 388 Seiten starke Werk dennoch. Pünktlich zum Weihnachtsfest wurde es fertig, denn es eignet sich hervorragend als Weihnachtsgeschenk innerhalb der Familie sowie für ehemalige Waldberger, die fern der Heimat leben. Geschrieben und zusammengestellt wurde die Waldberger Chronik von Kreisheimatpfleger Reinhold Albert in Zusammenarbeit mit engagierten Waldberger Bürgern. Zu nennen wären der zweite Bürgermeister Siegfried Söder, Wilhelm Söder und Herbert Holzheimer aus Langenleiten.

Bürgermeisterin Sonja Reubelt freute sich, dass die Chronik so ein umfassendes Werk wurde. "Ich bin wahnsinnig erstaunt, in welcher Geschwindigkeit das Buch auf die Beine gestellt wurde", dankte sie allen Akteuren für ihr Engagement.

Das Archiv wurde nach Schäden neu geordnet

Reinhold Albert spannte einen großen Bogen vom Jahr 1984, als sich das Archiv der Gemeinde Sandberg noch in einem "katastrophalen Zustand" befand. Mäusefraß und Wasserschäden hätten den Dokumenten zugesetzt. Unter dem damaligen Bürgermeister Bruno Regnat wurde das Archiv neu geordnet. Eberhard Pfister habe diese Aufgabe übernommen. "Heute verfügt die Gemeinde über ein gut geordnete Gemeindearchiv", bescheinigte Albert der Bürgermeisterin.

Als er im Jahr 2006, anlässlich der 500-Jahr-Feier für den Gemeindeteil Schmalwasser eine Chronik schrieb, trat Landrat Thomas Habermann an Albert heran, doch auch für Waldberg ein ähnliches Werk zu verfassen. Es dauerte noch einige Jahre. Im November vorigen Jahres erging der Auftrag an Albert. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern vor Ort ging er daran, die Beiträge zu sammeln und zu verfassen, Fotos zu sichten und die endgültigen Inhalte zusammen zu stellen. "Ich hätte nie erwartet, dass die Chronik so umfangreich wird", sagte Albert. Der Ort wurde 1683 gegründet und zählt zu den jüngsten Rodungsdörfern im würzburgischen Salzforst. Im Gemeindearchiv befindet sich die Gründungsurkunde. Neben dem Gemeindearchiv fand Albert im Staatsarchiv in Würzburg weitere wichtige Urkunden und Dokumente, die für die Chronik von großem Wert waren.

Einen besonderen Bezug zu Waldberg

Landrat Thomas Habermann, der aufgrund seiner Familiengeschichte einen besonderen Bezug zu Waldberg hat, freute sich, das fertige Werk in den Händen halten zu können. "Waldberg ist ein ganz besonders Dorf. Es gehört zu den Walddörfern. Diese entstanden nach dem 30-jährigen Krieg auf Grund des Bevölkerungsdrucks der wachsenden Familien, vor allem des südlich gelegenen Bezirksamts Aschach. Der Fürstbischof von Würzburg hatte letztlich dem Druck siedlungswilliger Familien nachgegeben und zur Verfügung gestellt." So entstanden Waldberg wie später die Nachbardörfer Sandberg und Langenleiten nach klarem städtebaulichem Plan und genauen verwaltungsrechtlichen Vorgaben auf einem auslaufenden Bergrücken des Salzforstes am südlichen Hang des Kreuzbergs. "Die ersten vom Fürstbischof legitimierten Siedlungsfamilien lassen sich bis zum heutigen Tag in Waldberg zurück verfolgen", weiß Habermann zu berichten. Es waren zehn Familien, die mit den Rodungsarbeiten in Waldberg begannen.

Präsentation der Waldberger Chronik. Das Bild zeigt von links: Siegfried Söder, Bürgermeisterin Sonja Reubelt, Reinhold Albert, Landrat Thomas Habermann, Herbert Holzheimer und Wilhelm Söder.
Foto: Marion Eckert | Präsentation der Waldberger Chronik. Das Bild zeigt von links: Siegfried Söder, Bürgermeisterin Sonja Reubelt, Reinhold Albert, Landrat Thomas Habermann, Herbert Holzheimer und Wilhelm Söder.

Der Landrat dankte Albert, der es verstanden habe, die besonderen Eigenarten und den individuellen Charakter Waldbergs darzustellen. "Er beschreibt die Entwicklung dieses Dorfes auf einprägsame und nachdrückliche Art und Weise." Dazu gehört auch die Auswanderungen nach Amerika im 19. und 20. Jahrhundert, die Saison- und Heimarbeit. Waldbergs Kirchen- und Schulgeschichte sowie die Musik. Waldbergs Entwicklung im 20. Jahrhundert beginnt mit dem Kapitel "Der Kampf ums tägliche Brot" und endet mit dem Umzug des "Haus Waldberg in das Freilandmuseum Fladungen". Viele Episoden liegen dazwischen, beispielsweise wie die Elektrizität in Waldberg Einzug hielt, das Naturschwimmbad für Furore sorgte, der Bau der Fernwasserleitung oder die Gemeindegebietsreform große Einschnitte in die Selbstständigkeit brachten.

Zahlreiche Persönlichkeiten vorgestellt

Nicht vergessen werden dürfen Waldberger Persönlichkeiten wie Dr. Johann Pfeufer, Dr. Eustach Bühner, Dr. Georg Habermann, Dr. Eugen Bühner und Professor Dr. Emil Kirchner. Ihnen widmet das Buch jeweils ein interessantes und illustriertes Kapitel. Geschichten rund um Waldberg, geschrieben von externen Autoren und die Vorstellung der örtlichen Vereine mit ihren Höhen und Tiefen runden das Buch schließlich ab. Viele Fotos aus früherer und neuerer Zeit machen das Werk zu einer anschaulichen Lektüre.

Alberts Fazit: "Es ist beeindruckend, welch reichhaltige und spannende Geschichte Waldberg aufweist." Landrat Habermann ist überzeugt, dass die Ortschronik zum Zusammenhalt der Generationen in Waldberg beitragen wird.

Wo ist sie erhältlich?

Die Waldberger Ortschronik kostet 24,80 Euro. Sie ist erhältlich bei: Edeka Metz in Sandberg und Langenleiten, in der Gemeindeverwaltung in Sandberg, Tel.:  (09701) 910011, bei Siegfried Söder, Tel.: (09701) 205 und bei Wilhelm Söder.: (09701) 742.
Quelle: mec
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