Wülfershausen

Die Senioren rücken in den Fokus

Die Gemeinde Wülfershausen denkt darüber nach, einen hauptamtlichen 'Kümmerer' für die Senioren  der Gemeinde (Symbolbild) einzustellen.
Die Gemeinde Wülfershausen denkt darüber nach, einen hauptamtlichen "Kümmerer" für die Senioren der Gemeinde (Symbolbild) einzustellen. Foto: Eva Bauer

Die Corona-Pandemie hat die Gruppe der Senioren besonders in den Fokus gerückt. Senioren sollten geschützt werden, wurden dabei aber auch teils ins Abseits gestellt. Aus dieser Situation entstanden in vielen Gemeinden Aktivitäten, in deren Zentrum die älteren Mitbürger stehen. Bei der Gemeinderatssitzung in Wülfershausen erinnerte Bürgermeister Wolfgang Seifert daran, dass bei früherer Gelegenheit diskutiert worden ist, wie das Leben der Senioren im Dorf gestaltet werden kann.

Anja Preuß von der Koordinationsstelle des Sozialministeriums in München und Ramona Nürnberger vom Landratsamt berichteten in der Gemeinderatssitzung, dass sich viele Gemeinden im Zuge der Corona-Krise Gedanken über die Älteren machen würden und entsprechend sensibilisiert seien. Zunächst werden dabei die Grundbedürfnisse im Alter beschrieben: Senioren möchten im Haus und in ihrer angestammten Heimat bleiben, haben aber bestimmte Bedürfnisse, um das Leben und den Alltag zu meistern. Dabei drohen oft Einsamkeit und die Abhängigkeit von praktischer Hilfe und Verlust sozialer Kontakte. Die demographische Entwicklung verschärfe die Situation.

Die Frage ist nun, welche Angebote müssen in den Gemeinden geschaffen werden. Dazu gibt es individuell unterschiedliche Quartierskonzepte, erklärte Anja Preuß. Drei Felder umfasst das Konzept: Wohnen und Wohnumfeld  (Wie können sich Senioren selbst versorgen oder seniorengerecht wohnen?); Unterstützung und Pflege (Einkaufshilfen, Pflegeleistungen); Soziales (gemeinsame Veranstaltungen, soziale Kontakte, Betätigungsmöglichkeiten).

Ein "Kümmerer" für die Senioren

Ein "Kümmerer" soll Aktivitäten gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern steuern und ein Konzept mit Hilfe von Arbeitskreisen und Workshops aufstellen. Für diese hauptamtlichen Quartiersmanager stellt das Sozialministerium für vier Jahre 80 000 Euro zur Verfügung, wenn sich die Gemeinde mit zehn Prozent beteiligt. Für die Stelle kommen zum Beispiel Sozialpädagogen oder Krankenschwestern nach entsprechender Schulung in Frage. Drei Gemeinden im Landkreis haben das Verfahren bereits angegangen, ergänzt Ramona Nürnberger von der Fachstelle für Senioren und Behinderte des Landkreises.

Kerstin Bach war optimistisch, dass es im Dorf durchaus Potential an ehrenamtlichen Helfern gibt, während Ruth Markert etwas skeptisch war, ob die hauptamtliche Stelle besetzt werden könne, was für Anja Preuß hingegen kein Problem darstellt. Die Mandatsträger zeigten sich letztendlich durchaus aufgeschlossen für das Vorhaben und wollen bei der nächsten Sitzung eine Entscheidung fällen, ob an dem Projekt teilgenommen wird.

Seifert informierte im weiteren Verlauf über eine Anfrage, in der der Bau einer Tretbeckens angeregt wurde. Der Bürgermeister sieht angesichts der Corona-Problematik Schwierigkeiten mit der Hygiene während Willi Irtel berichtete, dass das Thema schon einmal diskutiert worden sei. Dabei hätte sich herausgestellt, dass für eine solche Einrichtung sehr viele Faktoren zu beachten seien, die das Vorhaben erschweren. Die Gemeinderäte waren aber Feuer und Flamme und wollen das Thema weiterverfolgen.

Kritik an Äußerung zum Windpark

Irtel stellte anschließend den Bürgermeister für seine öffentlich geäußerte Behauptung zur Rede, dass die Mehrheit der Bevölkerung für das Windparkprojekt sei. Seifert erwiderte, dass dies seine Einschätzung sei und dass der Gemeinderat mit nur wenigen Gegenstimmen das Vorhaben stets abgesegnet habe. Ruth Markert stellte ebenfalls fest, dass es keine Bürgerbefragung gegeben habe und dass es daher kaum möglich sei, Meinungen zu quantifizieren. Der Gemeinderat segnete das Bauvorhaben der Familie Englert im Genehmigungsfreistellungsverfahren in der Josef-Bonfig-Straße ab.

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