Bad Königshofen

Die trockenen Sommer setzen den Stadtbäumen zu

Sicherheit geht vor, deswegen werden die städtischen Bäume regelmäßig auf Schäden überprüft, so wie in den letzten Tagen. Erst vor Ort erkennt Sascha Roth, wie stark ein Ast geschädigt ist. Dann muss er diesen fachmännisch entfernen.
Foto: Hanns Friedrich | Sicherheit geht vor, deswegen werden die städtischen Bäume regelmäßig auf Schäden überprüft, so wie in den letzten Tagen. Erst vor Ort erkennt Sascha Roth, wie stark ein Ast geschädigt ist.

„Fällt Ihr schon wieder Bäume….   Die sind doch noch in Ordnung…. Muss das wirklich sein…?"  Fragen, die in den vergangenen Tagen Sabine Burger vom städtischen Bauhof in Bad Königshofen immer wieder beantworten musste. Sie konnte das vor allem auch deshalb, da sie anhand der abgesägten großen Äste zeigte, welche Gefahr aus luftiger Höhe da auf  Spaziergänger und Verkehrsteilnehmer zukommen kann. Vor allem die alten Kastanien in der Jahnpromenade am Gradierpavillon zeigen große schadhafte Stellen. „Wir mussten von Seiten des städtischen Bauhofs deshalb schnellstens reagieren“, sagt Bauhofleiter Markus Schunk. Das Problem sei, dass ein ungeübtes Auge die Gefahrenstellen nicht erkennen kann. Und vor allem

Außen hui, innen pfui

Vor Ort verweist Sabine Burger auf einen dicken Ast. Er wird gerade fachmännisch abgesägt. Warum das sein muss, machte Sascha Roth deutlich: „Der Ast sieht für den Normalbetrachter von unten noch intakt aus, ist aber, wie man sieht, völlig ausgehöhlt“. Als er der große Ast am Boden liegt, erkennt man schnell, wie wichtig es ist, diese Bäume immer wieder zu kontrollieren und auszuschneiden. „Sehen sie den fast schwarzen Streifen, entlang des Baumes und auch diesen Riss am Ast, der von oben bis unten durchläuft?“, fragt Roth.  Das Dunkle zeigt, dass hier das Wasser am Ast oder Baum nach unten läuft und letztendlich dazu führt, dass große Schäden, wie eben auch Risse, entstehen, erfährt man von Sabine Burger.

Problem Pilzbefall

Damit wiederum ist eben auch die Verkehrssicherheit gefährdet. Obwohl Äste, von unten gesehen, eigentlich in Ordnung zu sein scheinen, ist das bei näherem Hinsehen in Trugschluss. Größtenteils sind besonders starke Äste bereits von einem Pilz befallen und im Innern morsch oder bereits ausgehöhlt. Bauhofleiter Markus Schunk verweist in diesem Zusammenhang auf die Pflicht der regelmäßigen Baumkontrolle, so wie es in der vergangenen Woche der Fall war.

Dabei wurden zunächst vom Boden aus erkennbare Veränderungen dokumentiert und bei gravierenden Schäden dann die notwendigen Sicherungsmaßnahmen ergriffen. Dazu gehörten die Totholzentfernung einzelner Äste, Kronenausschnitt und bei massiven Schäden eventuell die Fällung des ganzen Baumes. Hinzu kommen bruchgefährdete Stämme, bedingt durch frühere Astungswunden, Spechtlöcher und damit verbundene Faulstellen.

Große und kleine Äste werden in den vergangenen Tagen an gefährdeten Bäumen im Gebiet der Stadt, einschließlich der Stadtteile, auf die Sicherheit überprüft. Dazu muss Sascha Roth mit dem Kran und der Motorsäge weit nach oben in die Wipfel, so wie hier am Gradierpavillon in Bad Königshofen
Foto: Hanns Friedrich | Große und kleine Äste werden in den vergangenen Tagen an gefährdeten Bäumen im Gebiet der Stadt, einschließlich der Stadtteile, auf die Sicherheit überprüft.

Kontrollen müssen, je nach Zustand der Bäume, bis zu zweimal jährlich erfolgen. "Wir als Stadt haben eine gesetzliche Verkehrssicherungspflicht." Der Bauhofleiter kommt auf ein weiteres Problem zu sprechen: Die trockenen Sommer. Diese haben den Bäumen in der Stadt zum Teil erheblich zugesetzt. Durch den Wassermangel werden ehedem schon geschädigte Bäume weiterhin geschwächt. In Bad Königshofen stehen viele Linden, Eschen, Kastanien und Birken. Diese sind durch tierische und pflanzliche Schädlinge massiv gefährdet "und die sinkenden Grundwasserpegel tun ihr Übriges dazu".

Als der Ast abgesägt am Boden liegt, erkennt man die eigentliche Gefahr, die von ihm ausging: Er ist stark ausgehöhlt und hätte bei einem starken Windstoß abbrechen können.
Foto: Hanns Friedrich | Als der Ast abgesägt am Boden liegt, erkennt man die eigentliche Gefahr, die von ihm ausging: Er ist stark ausgehöhlt und hätte bei einem starken Windstoß abbrechen können.

Ein Umdenken in der Baumpflege ist deshalb auch im Bereich der Stadt und der Stadteile bei den Bäumen angesagt Gießen und Düngen ist mittlerweile notwendig und man müsse in kürzeren Zeiträumen denken. "Was heute funktioniert, könnte in zwei Jahrzehnten falsch sein." Deshalb gehe es künftig um  eine größere Baum-Artenvielfalt, um beim Ausfall einer Baumart weitere pflanzen zu können.

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