Leutershausen

DM in München: An der Hot Saw platzte Ebners Traum vom Titel

Der aus Ottelmannshausen stammende Sportholzfäller hatte Pech: Seine „Monstersäge“ sprang erst mit Verzögerung an. Steffen Graf aus Leutershausen landete im Mittelfeld.
Spektakulär: Robert Ebner holte sich die Tagesbestzeit beim Springboard, musste sich am Ende aber mit der deutschen Vizemeisterschaft begnügen.
Spektakulär: Robert Ebner holte sich die Tagesbestzeit beim Springboard, musste sich am Ende aber mit der deutschen Vizemeisterschaft begnügen. Foto: Stihl Timbersports/Joerg Mitter

Die Entscheidung fiel erst in der sechsten und letzten Disziplin: Mit seiner schnellen Zeit an der Hot Saw gewann der Sinntaler Danny Mahr am Sonntagnachmittag die deutsche Stuhl Timbersport Meisterschaft und verteidigt somit seinen Titel vor dem aus Ottelmannshausen stammenden Forstwirt Robert Ebner und Lars Seibert aus Schadenbach.

Für die besten deutschen Sportholzfäller war es ein absolutes Novum: Wegen der Corona-Pandemie fanden die Deutschen Timbersport-Meisterschaften am Sonntagnachmittag in den Bavaria Filmstudios in München unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zudem gab es strenge Hygiene- und Abstandsregeln zu beachten. So durften die zehn teilnehmenden Sportholzfäller, darunter neben Robert Ebner der Leutershäuser Steffen Graf, ihren Mund- und Nasenschutz erst kurz vor Beginn der einzelnen Disziplinen ablegen, außerdem mussten sie ohne Begleitung anreisen.  „Dieser Wettkampf ist für uns deshalb etwas ganz Neues“, meinte Robert  Ebner kurz vor Beginn des Wettbewerbs.

Live im Internet zu sehen

Ebner war es auch, der maßgeblich dazu beitrug, dass sich das live im Internet übertragene Spektakel zu einem der spannendsten Sportholzfäller-Wettbewerbe der letzten Jahre entwickeln sollte. Nach der fünften und spektakulärsten Disziplin, dem Springboard, lag der amtierende deutsche Meister Danny Mahr ganz knapp vor Robert Ebner. Zuvor konnten sich Mahr und Ebner in einem packenden Kopf-an-Kopf-Rennen vom übrigen Teilnehmerfeld absetzen. In Zahlen ausgedrückt: Vor dem großen Finale an der Hot Saw trennten den deutschen Meister von 2019 gerade mal drei Punkte von seinem Kontrahenten. Die schnellste Zeit an der Hot Saw hätte Ebner den Meistertitel beschert. Dann die Ernüchterung: Ebners 30 Kilogramm schwere und 80 PS starke „Monstersäge“ wollte nicht sofort anspringen, sodass er sich am Ende mit dem zweiten Platz zufrieden geben musste.

Ebner vom Pech verfolgt

„Irgendwie soll´s einfach nicht sein. Wieder ist die Hot Saw nicht angesprungen. Als sie lief, war der Schnitt gut, aber ich hätte die Bestzeit machen müssen, um den Titel zu holen“, so der 35-Jährige  nach dem Wettkampf. „Mit dem zweiten Platz kann ich aber leben.“ Überglücklich dagegen der alte und neue deutsche Sportholzfäller-Meister Danny Mahr: „Der zweite nationale Titel ist noch schöner als der erste“, so der 32-Jährige. „Vor der Hot Saw war ich so aufgeregt wie noch nie, es durfte nichts schiefgehen.“ Er freue sich nun auf die Weltmeisterschaft im November. Lars Seibert schaffte es als Dritter auf das Podest. „Meine Paradedisziplin Single Buck brachte mich mit meiner Tagesbestzeit auf den dritten Platz, in den ersten drei Disziplinen konnte ich heute nicht überzeugen“, meinte der 38-Jährige. Am Ende sei er aber zufrieden und freue sich mich auf die nächste Saison, hoffentlich wieder mit Publikum.

Steffen Graf auf dem 7. Platz

Einen durchwachsenen Wettkampf lieferte Steffen Graf aus Leutershausen ab, der Siebter wurde. Der 44-Jährige nimmt die Platzierung sportlich: „Ich bin leider mit keiner Disziplin zufrieden. Manchmal summieren sich einige Dinge und dann ist es von der Tagesform abhängig.“ Dennoch habe er sich gut gefühlt. „Was mir gefehlt hat, war der Blick ins Publikum“, so Graf. „Ich hoffe, dass die Saison im nächsten Jahr wieder vor Publikum stattfinden wird.“ Ob Danny Mahr seinen Titel im kommenden Jahr wieder verteidigen kann und ein Triple holt, wird sich übrigens 2021 im Ruhrgebiet entscheiden: Am 21. Und 22. August findet das Highlight der kommenden nationalen Sportholzfäller-Saison im Amphitheater in Gelsenkirchen statt. Mit Material von Benjamin Hardt

Die sechs Disziplinen im Sportholzfällen

Bei deutschen und internationalen Stihl-Timbersports-Meisterschaften treten die Teilnehmer in einem Mehrkampf aus sechs Disziplinen gegeneinander an. Beim „Springboard“ schlägt der Sportler Taschen in einen Holzstamm und erklimmt diesen mit Hilfe eines Bretts, auf das er sich hochzieht.  Oben angekommen muss der Stamm durchschlagen werden. In der Disziplin „Stock Saw“ arbeiten die Teilnehmer mit einer handelsüblichen Motorsäge. Von einem waagerecht befestigten Holzstamm werden mit zwei Holzscheiben abgesägt. Beim  „Standing Block Chop“ wird das Fällen eines Baumes simuliert. Ein senkrecht verankerter Holzblock muss so schnell wie möglich durchschlagen werden. In der Disziplin „Single Buck“ wird mit einer etwa 2-Meter-Handsäge eine Holzscheibe von einem horizontal befestigten Block abgesägt. Beim „Underhand Chop“ wird das Zerteilen eines bereits gefällten Baumes mit Axtschlägen simuliert. In der Disziplin „Hot Saw“ schließlich liegt die Herausforderung darin, die geballte Kraft der bis zu 80 PS starken Motorsäge zu beherrschen.
Quelle: Stihl Timbersports

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