Wülfershausen

Dorfrunden in Eichenhausen und Wülfershausen als Forschungsobjekte

Die Dorfrunde in Eichenhausen soll in das Forschungsprojekt zur Bewegungsförderung EUBeKo integriert werden. Dazu soll auch Wülfershausen nun eine Dorfrunde bekommen.
Foto: Eberhard Helm | Die Dorfrunde in Eichenhausen soll in das Forschungsprojekt zur Bewegungsförderung EUBeKo integriert werden. Dazu soll auch Wülfershausen nun eine Dorfrunde bekommen.

Vor einem Jahr wurde ein einzigartiges Forschungsprojekt vorgestellt, für das deutschlandweit nur zwei Kommunen ausgewählt wurden, die Stadt Mannheim und die kleine Gemeinde Wülfershausen, zusammen mit dem Ortsteil Eichenhausen. Dieses exklusive vom Bundesgesundheitsministerium geförderte Projekt nennt sich EUBeKo. Diese Abkürzung steht für „Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse verhältnisorientierter Bewegungsförderung in der Kommune für mehr Chancengerechtigkeit“.

Das Projekt wird geleitet von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Uni Würzburg. Dr. Birgit Sperlich und ihr Mitarbeiter Bruno Domokos vom Institut der Sportwissenschaften der Uni Würzburg weilten vor wenigen Wochen wieder in Wülfershausen, um sich vor Ort schon bestehende konkrete Bewegungsangebote anzusehen und weitere Ausbaumöglichkeiten zu erörtern.

Informationen von Eberhard Helm

Im Zuge ihrer Analysen zur Angebotsstruktur im Grabfelddorf waren sie auf das schon vor vielen Jahren aufgebaute Projekt „Dorfrunden“ im Landkreis Rhön-Grabfeld gestoßen, das auch in Eichenhausen in die Tat umgesetzt wurde, und sehr gut in das anvisierte kommunale Bewegungskonzept passt. Um detaillierte Informationen über die vom Leichtathletik-Leistungszentrum Rhön-Grabfeld (LLZ) errichteten Dorfrunden zu erhalten, luden Wülfershausens Bürgermeister Wolfgang Seifert und Projektleiterin Sperlich den Protagonisten und LLZ-Vorsitzenden Eberhard Helm nach Wülfershausen ein, denn die Expertise und Erfahrung der Macher des LLZ war nun gefragt.

Zusammen mit den beiden Sportvereinsvorsitzenden Wolfgang Rudolph (SV Eichenhausen) und Michael Bach (DJK Wülfershausen) begaben sie sich auf die Dorfrunde Eichenhausen sowie die geplante Strecke in Wülfershausen und besichtigten die Sehenswürdigkeiten der beiden Altorte. Das bot sich alleine schon deswegen an, weil die Dorfrunden so konzipiert sind, dass man möglichst viele dorftypische Gebäude und Denkmäler passiert, idyllische Gassen und Plätze durchwandert sowie über gut begehbare verkehrsarme Wege in der naheliegenden Flur wandelt, um nebenbei auch noch die vorhandenen Naturschönheiten auf sich wirken lassen zu können.

Birgit Sperlich war sehr angetan vom vorhandenen Know-how. Bürgermeister Wolfgang Seifert stellte zu Beginn in Eichenhausen die Möglichkeiten der Gemeinde vor. Sie strebe an, die geplanten Maßnahmen zur Bewegungsförderung zu realisieren, was vor allem der Gesunderhaltung der Zielgruppe „ältere Mitbewohner“ zugutekomme. Dazu gehöre nun auch die Ausweisung einer Wülfershäuser Dorfrunde.

Für jedes Alter geeignet

Der SV-Vorsitzende führte die Dorfrunde Eichenhausen an. Diese ist mit nur wenigen Höhenmetern sehr gut geeignet für Nutzer jeglichen Alters. Zudem ist eine Variante Bergan für „Geübte“ im Angebot.

Hervorzuheben sind die vielen markanten Punkte innerorts wie Bildstöcke, hübsche Fachwerkhäuser, der Dorfladen, eine ehemalige Schlossanlage und Natur in Hinterhöfen und Gässchen. Außerorts schweift der Blick weit bis zum Bildhäuser Wald über den Ort hinweg. Ruhebänke laden ein zum Verweilen und Ausruhen. Nicht nur die Einwohner haben einen Nutzen davon, sondern auch Besucher.

In Wülfershausen laden verkehrsfreie Gehwege entlang der renaturierten Saale durch Schrebergärten und über Fußgängerbrücken hinweg ein zum Spazierengehen. Innerorts sind erstaunlich viele renovierte Baulichkeiten aus vergangenen Zeiten zu bewundern. Zahlreiche Bildstöcke und Ruhebänke fordern zum Innehalten auf.

Das Foto zeigt die Ortsbegeher auf der künftigen Wülfershäuser Dorfrunde.
Foto: Eberhard Helm | Das Foto zeigt die Ortsbegeher auf der künftigen Wülfershäuser Dorfrunde.

Viele Ecken und Gassen und unbeachtete Kleinigkeiten erfreuen die „Spaziergänger“ oder „Gesundheitswanderer“ auf ihrer Entdeckungstour. Als man in eine eher nicht so einladende Gasse außerplanmäßig einbog und interessante Baulichkeiten wie die Eingänge mittelalterlicher Erdkeller vorfand, bekannte ein Einheimischer: „Hier war ich noch nie“.

Am Ende herrschte Einigkeit, dass die Dorfrunde in Eichenhausen und die geplante in Wülfershausen als wertvolle Bausteine in das Gesundheitskonzept integriert werden sollen. Die Vorplanungen dafür werden von den zwei Sportvereinsvorsitzenden gemacht. Schriftform, Satz und Flyer-Druck wird das LLZ Rhön-Grabfeld übernehmen. Die Schilder zur Übersicht sollen an zentraler Stelle aufgehängt werden.

Eine weitergehende Zusammenarbeit der Gemeinde, des Gesundheitslandkreises Rhön-Grabfeld und der Sportwissenschaftler aus Würzburg zum beiderseitigen Nutzen wurde durch die gebildete EUBeKo-Planungsgruppe bereits in Gang gebracht.

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