Oberelsbach

Dorthin zurück, wo alles begann

Christiane Sieder übergibt eines ihrer Bilder als Dauerleihgabe für das Managementzentrum an Klaus Spitzl.
Foto: Marc Huter | Christiane Sieder übergibt eines ihrer Bilder als Dauerleihgabe für das Managementzentrum an Klaus Spitzl.

Vor genau 13 Jahren war es, als die Malerin Christiane Sieder ihre ersten Aquarelle im Managementzentrum des Biosphärenreservats Bayerische Rhön ausstellte. In Oberelsbach begann ihre künstlerische Schaffenszeit. Heute lebt Christiane Sieder, deren Wahlheimat jahrzehntelang die Rhön gewesen ist, auf Mallorca in Spanien und verbringt dort zusammen mit ihrem Ehemann Joachim ihren Lebensabend.

Auf ihren jährlichen, mehrwöchigen Stippvisiten in Deutschland schaut die Künstlerin jedoch immer wieder in Oberelsbach vorbei. In diesen Tagen zog es sie an ihre alte Wirkungsstätte, zurück an die Stelle, wo alles begann. Mit einer großen Geste blickte sie dabei zurück auf ihre künstlerischen Anfänge: Sie übergab dem Geschäftsführer des Vereins Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön, Klaus Spitzl, als Dauerleihgabe eines ihrer besonders gelungenen Kunstwerke. Es ist eine Art Diptychon, ein großes zweiteiliges Bild.

Sein Titel lautet „Der Weg und das Ziel“. Es zeigt einen steilen, sichtbar beschwerlichen Weg bis hin zu einer Klippe. Dort oben scheint einem der Wind besonders kräftig und rau entgegenzuwehen. Ehe man sich versieht, ein falscher Schritt – und man droht abzustürzen in ein unsichtbares, eiskaltes und wildes Meer. Mehr oder weniger automatisch wird die Gedanken- und Fantasiewelt des Betrachters angeregt.

Das Kunstwerk hat Christiane Sieder mit Acrylfarbe in mehreren, unterschiedlich aufgebrachten Maltechniken geschaffen. Es dominieren dabei Blau- und Grüntöne, die auf ungewöhnlich dramatische Weise die Liebe der Künstlerin zur Natur fühlbar machen. Darüber gelegte, feinste Tuschestriche lenken den Blick zwar in bestimmte Bahnen, geben dem Betrachter aber gleichzeitig neue Rätsel auf. „Dieses Bild entzieht sich der völligen Entschlüsselung“, erklärt Christiane Sieder. Man merkt deutlich, wie sich die Künstlerin, die sich in ihrer Vita auch schon dem Schreiben und der Fotografie gewidmet hatte, über die Jahre hinweg entwickelt hat. Anstatt kleiner, zarter Aquarelle malt sie heute großformatige Acrylbilder. Aus experimentellen Pinselstrichen erwachsen ganz unterschiedliche Stimmungen, voller Dynamik und Lebendigkeit.

Es sind „Visionen“ und „Gedankenspiele“, wie sie erklärte. Ihre Hinwendung zur meditativen Malerei ist deutlich spürbar.

Klaus Spitzl zeigte sich begeistert und dankbar von der Dauerleihgabe. Das Kunstwerk von Christiane Sieder passe sehr gut in die Einrichtung des Managementzentrums, erst recht, da es ihre Naturverbundenheit und Naturliebe in außergewöhnlicher Weise zeige und den Betrachter zum Nachdenken anrege. Thematisch sei es äußerst interessant, farblich passe es sehr gut in die Räume.

Für die Künstlerin Christiane Sieder schließt sich mit der der Übergabe des Bildes der Kreis. Damals hatte sie zum ersten Mal im Managementzentrum ausstellen dürfen, was für sie Sprungbrett und Motivation für ihre weiteren künstlerischen Aktivitäten war.

Zur Künstlerin

Christiane Sieder wurde 1952 in Stralsund geboren. Nach dem Studium an der Bauhaus-Universität Weimar arbeitete sie als Architektin und Stadtplanerin und betrieb bis 2008 ein eigenes Stadtplanungsbüro in Oberelsbach. Ihre Bilder stellte sie seit 2003 in Deutschland, Österreich und Spanien aus. Zunächst hatte sich Christiane Sieder hauptsächlich der Aquarellmalerei gewidmet, später malte sie auch Ölbilder. Seit 2009 arbeitet sie mit Acrylfarbe. Auch als Fotografie und Autorin war sie sehr erfolgreich. Einige ihrer Fotos kann man auf der Website von www.rhoenline.de finden. Mehr Infos zu Christiane Sieder unter www.chrissie-art.com

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