Bad Königshofen

Eghalanda Musikanten spielten auf – Ernst Mosch lässt grüßen

In Egerländer Tracht: Die neue Kapelle Eghalanda Musikanten legt Wert auf Originalität.
Foto: Regina Vossenkaul | In Egerländer Tracht: Die neue Kapelle Eghalanda Musikanten legt Wert auf Originalität.

„Ausverkauft“ – das ist das Wort, das allen Veranstaltern ein Lächeln ins Gesicht zaubert, so war es auch bei der Premiere des neu gegründeten Orchesters Eghalanda Musikanten, das auf den Spuren des legendären Ernst Mosch wandelt. Im voll besetzten Kursaal der Frankentherme trafen sich am Sonntagabend die Freunde der Blasmusik und waren gespannt auf den ersten Auftritt.

„Wir sind überwältigt“, sagten die vier Gründer der Musikkapelle, die sich natürlich Gedanken gemacht haben, ob der gewählte Premierenort richtig ist, wie die Leute das Angebot annehmen und ob der Kartenverkauf läuft. Der „Fanclub“ des 1999 verstorbenen „Königs der Blasmusik“, wie ihn seine Anhänger nennen, hat sofort reagiert und wollte dabei sein, wenn 22 gut ausgebildete Musiker, einige davon Musiklehrer, Kompositionen von Ernst Mosch und seinen Wegbegleitern präsentieren. 420 Karten waren verkauft worden, für einige Abendgäste wurden noch Stühle herbeigeschafft.

Die möglichst authentische Egerländer Bauerntracht der Männer, bestehend aus dunklen Kniebundhosen mit Hosenträgern, weißen Strümpfen, weißem Hemd und dunkelroter Jacke, gehört zum Outfit der Musiker, die Frauen tragen Dirndl. Wie teuer die Gesamtausstattung der Musikkapelle war, wollten die Gründer, die in einer GbR organisiert sind, nicht verraten. „In Höhe des Preises für einen Kleinwagen“, verrieten sie.

Gute Laune verbreitete zusätzlich Karl Graf zu Castell-Rüdenhausen, der Verse und Witze sowie Anekdoten aus dem Leben von Ernst Mosch erzählte. Er selbst hat den Musiker und Komponisten gut gekannt und ihn als DPA-Korrespondent, später als eine Art Pressesprecher eine zeitlang begleitet. Er erzählte, dass Konrad Adenauer der Karriere von Mosch einen Schub verpasst hatte, als ihm die bei einer Veranstaltung gebotene Musik zu „lahm“ war. Mosch übernahm und spielte flotte Polkas und Walzer aus seiner Heimat – so entstanden die ersten Stücke in dem von ihm geprägten Sound. „Wenn Ernst Mosch dirigierte, verausgabte er sich so, dass er sich in der Pause umziehen musste“, berichtete der Moderator. „Er holte aus den Musikern stets das Beste heraus.“

Dirigent Florian Bauer aus Bad Bocklet hat als Junge auf dem Schoß des Musikers gesessen, das war in Michigan, wo Bauers Vater als Musiker an einer Mosch-Tournee teilnahm. Wahrscheinlich ist schon damals der sprichwörtliche Funke übergesprungen, jedenfalls hatte Bauer genauso viel Spaß an dem Premierenabend wie seine Mitstreiter.

Viel Natur, Liebe und Herzschmerz, Heimatverbundenheit und Freude an der Musik kommen in den Kompositionen zum Ausdruck, die die Eghalanda Musikanten in ihr Repertoire aufgenommen haben. „Der Fuchsgraben“, „Rauschende Birken“, „Wir sind Kinder von der Eger“, „Sterne der Heimat“ und am Ende „Mondschein an der Eger“ durften nicht fehlen. Zweieinhalb Stunden, unterbrochen von einer Pause, konnten die Zuhörer das Konzert genießen, am Ende gab es zwei Zugaben und Sonderapplaus für den Schlagzeuger, der ausnahmsweise in der ersten Reihe platziert war, sodass man seine anstrengende Arbeit verfolgen konnte.

Mit viel Applaus bedankten sich die Zuhörer auch bei Sängerin Christa Straub, ansonsten am Flügelhorn, die gemeinsam mit dem Dirigenten die Gesangspassagen übernommen hatte. „Standing ovations“ am Ende - das hatten sich die Musiker redlich verdient.

Drei Konzerte im Jahr

„Ernst Mosch wäre stolz auf euch gewesen“, sagte der „Blasmusikdazwischenschwätzer“, wie er sich selbst nannte. Er erinnerte daran, wie schwer es für die Musiker wegen der Entfernungen war, mal eine komplette Probe abzuhalten. Drei Konzerte im Jahr haben sich die Musiker vorgestellt, dabei wollen sie den örtlichen Musikkapellen keine Konkurrenz machen, versicherte der Dirigent. Er hatte bemerkt, dass viele Musikerkollegen von Kapellen aus der Region im Saal waren, um die „Neuen“ zu begutachten. „Wer wird noch eine Dorfkapelle engagieren, wenn er Profis bekommen kann?“ So formulierte ein anwesender Zuhörer die Bedenken der Musikvereinsvorstände. „Wir haben einfach Spaß an der Musik, die Musikvereine stehen weiterhin an erster Stelle“, sagte Bauer. Sein Dank galt den Gründern, besonders dem Ehepaar Straub, das viel Stress hatte, den Licht- und Tonmeistern und dem Publikum. „Das habt ihr spitze gemacht“, rief er seinen Musikern zu, die sich schon auf den nächsten Auftritt freuen.

Die vier Gründer der Eghalanda Musikanten (von links), Thomas Reuß aus Burkardroth, Christa und Marco Straub aus Münnerstadt, sowie Günther Sollner aus Arnstein waren von der äußerst positiven Resonanz des Publikums überwältigt.
Foto: Regina Vossenkaul | Die vier Gründer der Eghalanda Musikanten (von links), Thomas Reuß aus Burkardroth, Christa und Marco Straub aus Münnerstadt, sowie Günther Sollner aus Arnstein waren von der äußerst positiven Resonanz des Publikums ...
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