Bad Neustadt

Ein Pauker und ein Original

„Der Hi“, wie er leibt und lebt.
Foto: Gerd Borst | „Der Hi“, wie er leibt und lebt.

Fast ein Jahrhundert auf dem Buckel, über 65 Jahre mit seiner Frau Emmy verheiratet, den Krieg unbeschadet überlebt und zwei gesunde Kinder großgezogen – Arnulf Hildenbrand muss ein glücklicher Mann sein. „Und genau das bin ich!“, sagt er strahlend und mit der kräftigen Stimme des ehemaligen Paukers und Oberstudiendirektors, der in seiner aktiven Zeit so manchem Gymnasiasten und Fachoberschüler die Hammelbeine lang gezogen hat.

Doch mal schön der Reihe nach, aber im Schnelldurchgang: geboren in Garitz, aufgewachsen in Bad Kissingen und Würzburg, dann ab an die Fronten des 2. Weltkriegs, vom Atlantik bis zum Kaukasus. Nach dem Krieg studierte der junge Abiturient nach einer abgebrochenen Schildermalerlehre in Würzburg Mathematik und Physik und wurde Mitglied in der katholischen Studentenverbindung Gothia, der er bis heute als „Alter Herr“ angehört.

Auf Umwegen zum Traualtar

Beim Tanzen lernte er damals seine spätere Frau Emmy kennen, nur aus der geplanten Heirat in Mariannhill wurde erst einmal nichts – dort war das ausgebombte Priesterseminar untergebracht und somit Frauen absolut tabu. Aber irgendwie haben die beiden es dann doch noch vor den Traualtar geschafft und sich in den späteren Jahren mit Volker und Monika zwei Kinder geschenkt.

Nach seinem Staatsexamen war „der Hi“, wie er in seinem Freundes- und Bekanntenkreis bis heute genannt wird, 20 Jahre als Lehrer am heutigen Rhön-Gymnasium, bevor er 1970 als Schulleiter an die neu gegründete Fachoberschule Bad Neustadt wechselte und ihr bis zu seiner Pensionierung 1988 seinen ganz persönlichen Stempel aufdrückte.

Eigenen Stammtisch gegründet

Doch Arnulf Hildenbrand war kein biederer Pauker im mausgrauen Kittel, ganz im Gegenteil. Er stand stets mit beiden Beinen im kunterbunten Leben. So war er 1953 Mitbegründer der Stammtischrunde „Mensa Academica“ und stand als „Türmer Teutobold vom Hohntor“ bei den Neuschter Karnevalsgecken der NES-KA-GE in der Bütt.

Auch seine bestens ausgestattete Werkstatt im eigenen Häuschen war ein Platz für Muse und Hobby. Mit Passion widmete er sich der Aquarellmalerei, bis er spürte, dass ihm seine fortschreitende Erblindung einen Strich durch die Rechnung machte. Volleybälle baggern, Natur-Kosmetika kreieren, Wohnwagen-Camping in Bella Italia, wandern in der Rhön, schwimmen im Sole-Bewegunsgbad – Arnulf Hildenbrand war wirklich keiner, der dem Leben und dem gesellschaftlichen Miteinander aus dem Weg ging.

„Wenn mich der linke Arme schmerzt, freue ich mich, dass der rechte nicht wehtut!“, war immer sein Wahlspruch, Humor und Optimismus stets seine Begleiter. Erst vor Kurzem brachte er einen kleinen Gedichtband unter dem Titel „Humorlabor“ heraus, in dem er eigene und auch fremde Witze in köstliche Reime zwängt.

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