Fladungen

Ein schwarzes Jahr für den Fladunger Stadtwald

Geschäftsführer Andree Link erläuterte den Stadträten die Borkenkäferbekämpfung.
Foto: Marion Eckert | Geschäftsführer Andree Link erläuterte den Stadträten die Borkenkäferbekämpfung.

Über Jahre hinweg hat der Stadtwald Fladungen sehr gute wirtschaftliche Ergebnisse gebracht. Nach den fetten Jahren von 2005 bis 2017 waren schon 2018 und 2019 Jahre, in den die Zahlen ins Minus rutschten. Doch lange nicht so heftig wie das nun für 2020 der Fall ist. 150 653 Euro beträgt das Defizit aus dem operativen Geschäft, hinzu kommen 42 404 Euro für Pensionen und  Rückstellungen, so dass unterm Strich ein Betriebsergebnis von 193 057 Euro im Defizit zu verzeichnen ist. "Es ist nicht einfach, solch ein Betriebsergebnis vorzustellen", sagte Andree Link, der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Obere Rhön, der gemeinsam mit Revierförster Ottfried Pankratius den Jahresrückblick und Ausblick für 2021 vorstellte.

Bereits im Sommer 2020 unternahmen Link und Pankratius mit den Stadträten eine Exkursion in den Wald, um die Probleme, die durch Trockenheit und Borkenkäferbefall aufgetreten sind, aufzuzeigen. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Fichtenholz lag bei 38,29 Euro pro Festmeter, für die vergangenen 15 Jahre lag der Durchschnittswert bei 46 Euro. 2018 betrug der Preis 93 Euro pro Festmeter, er sank seither kontinuierlich. Link rechnete vor, dass der Preisverfall die Stadt Fladungen beim Fichtenholz 139 825 Euro koste.

Stadt hat einen gesunden Forstbetrieb

Auch wenn die Zahlen wenig ermutigend sind, versicherten Link und Pankratius den Stadträten und Bürgermeister, dass Fladungen einen gesunden Forstbetrieb habe, der zukunftsfähig und auch aus wirtschaftlicher Sicht rentabel sei. Fladungens Wald habe einen Wert von 15 bis 20 Millionen Euro.

Unterm Strich sei Fladungen bislang mit einem blauen Auge davon gekommen. Dank der konsequenten und zielgerichteten Suche nach vom Borkenkäfer befallenen Bäumen sei es gelungen, die Schäden vergleichsweise gering zu halten. Was die Zukunft angeht, gab sich Link optimistisch. Der kalte und nasse Winter lasse hoffen, dass die Borkenkäferplage nicht mehr so groß werde. Auch die aktuelle Preisentwicklung zeige, dass die Talsohle offenbar durchschritten sei. "Es sei denn, wir bekommen einen Frühlingssturm und es werden wieder gigantische Mengen Holz auf den Markt geworfen."

Geplante Jungwuchspflege wurde verschoben

In 2020 wurden 6804 Festmeter eingeschlagen, das seien 82 Prozent dessen, was laut Forsteinrichtung möglich sei. 406 Festmeter wurden im Wald als Hackholzhaufen belassen und nicht vermarktet. Dies betreffe die Kronen befallener Bäume, die nicht aufgearbeitet wurden. Holz dieser Haufen dürfe weder verkauft noch verschenkt werden, da es eine Förderung von 12 Euro je Festmeter gab. Auf 7,2 Kilometern Länge wurden Wege frei geschnitten. Auf drei Hektar fanden Nachpflanzungen statt. Die geplante Jungwuchspflege auf fünf Hektar wurde nach 2021 verschoben.

Für 2021 sieht der Finanzplan einen Überschuss von 23 000 Euro vor. 65 400 Euro aus dem operativen Geschäft, davon müssen allerdings 42 400 Euro für Pension und Altersteilzeit abgezogen werden. Die Zahlen beinhalten die Bundeswaldprämie in Höhe von 105 100 Euro, die beantragt wurde.

Nutzung in der Kernzone noch nicht geklärt

Ob Nutzungen in der Kernzone auch über das Jahr 2023 hinaus möglich sein werden, konnte Link zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. Ein entsprechender Antrag sei gestellt worden, weitere Information lägen bisher nicht vor. Was den Holzverkauf an die Bevölkerung angehe, bat Link noch um etwas Geduld. Er möchte abwarten, wie sich die Auflagen zur Kontaktbeschränkung entwickeln.

Stadträtin Agathe Heuser-Panten wollte wissen, wie es dazu kam, dass die Forstbetriebsgemeinschaft von Heufurt nach Nordheim umsiedle. Link begründete es als rein sachliche Entscheidung, die aufgrund der wachsenden Personalstärke nötig wurde. Bürgermeister Michael Schnupp bestätigte, dass in Fladungen kein geeignetes Objekt zur Verfügung gestellt werden konnte.  Harald Lieder sah diese Entwicklung als sehr ungünstig an, sprach gar von einem "abgekarteten Spiel". Es mute schon merkwürdig an, wenn der erste Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft aus Nordheim komme und zugleich das Büro nun nach Nordheim komme. "Es ist erlaubt, dass sich jeder so seine Gedanken macht", kommentiere Agathe Heuser-Panten.

Zwei weitere Sitzungen in diesem Monat

Zugestimmt wurde den vorliegenden Bauanträgen. Es geht um den Anbau eines Balkon-Wintergartens ans vorhandene Wohnhaus in Oberfladungen und um Umbauarbeiten im Wohnhaus und Neubau einer Garage in der Weinbergstraße in Fladungen. Ebenfalls zugestimmt wurde der Errichtung eines Lagerplatzes mit Waschplatz für Baumaschinen, Lkw und Baustoffe in Fladungen. Im Genehmigungsfreistellungsverfahren wurde über den Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Garage in Oberfladungen informiert.

Der Bürgermeister informierte zudem, dass im Monat März  noch zwei weitere Stadtratssitzungen stattfinden werden. Am 15. März gehe es um die Neufassung der Friedhofssatzung und am 22. März um den Haushalt für 2021.

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