Wechterswinkel

Ein Streifzug durch Oper, Oratorium und Lied

Mezzosopranistin Nadia Steinhardt und Elena Arnovskaya am Klavier begeisterten mit ihrem Programm aus Oper, Oratorium und Lied das Publikum im Kloster Wechterswinkel.
Foto: Klaus-Dieter Hahn | Mezzosopranistin Nadia Steinhardt und Elena Arnovskaya am Klavier begeisterten mit ihrem Programm aus Oper, Oratorium und Lied das Publikum im Kloster Wechterswinkel.

Ein dickes Ausrufezeichen setzte Nadia Steinhardt bei ihrem Premieren-Gastspiel im Kloster Wechterswinkel. Einmal mehr stellte damit eine junge talentierte Nachwuchs-Künstlerin aus dem Landkreis an diesem Abend in der Reihe "von hier - für hier" ihr großartiges Können unter Beweis. Mit ihrem abwechslungsreichen Konzertprogramm unter dem Titel "Erwartung" nahm sie das begeisterte Publikum mit auf ihren Streifzug durch Oper, Oratorium und Lied.

So wurde aus dem herbstlich trüben, verregneten Sonntagnachmittag ein in bunten Farben getauchter, höchst unterhaltsamer musikalischer Spaziergang. Mit ihrem kraftvollen, vor Energie sprühenden, mitreißenden Mezzosopran verblüfft und fasziniert Nadia Steinhardt mehr als zwei Stunden lang.

Ob als sinnliche Isabella in der Cavatine "Cruda sorte" aus der Oper "L´italiana in Algeri" von Gioachino Rossini, ob als verzweifelter Orpheus mit der Arie "Che faro senza Euridici" aus "Orpheus ed Euridice" von Christoph Willibald Gluck oder als schelmisch verschmitzte Carmen aus der gleichnamigen Oper von George Bizet - mit ihrer Stimme, mit Mimik und Gestik kehrt sie das den Stücken innewohnende Seelenleben der Akteure nach außen. Das Publikum ist begeistert. Mal kokett, selbstbewusst, mal spitzbübisch, stolz, fast überheblich und arrogant, dann wieder zerknischt, verzweifelt gebrochen, schließlich mutig und entschlossen. Nadja Steinhardt lässt die Besucher mitfühlen.

Ihre Körperhaltung ist wie die Thematik des Konzertabends: erwartungsvoll, nach vorne blickend. Dabei geht es mit Sergej Rachmaninoffs "Ja schdu tebja" (Opus 14 Nr.1), mit der Arie der Charlotte aus der Oper "Werther" von Jules Massenet ebenso um unerfüllte Hoffnungen und Erwartungen wie in der Arie des Engels aus dem Oratorium "Elias" von Felix Mendelssohn und der Arie der Olga aus der berühmten Tschaikowsky-Oper "Eugen Onegin".

Passend zum Monat November der Themenbereich "Todeserwartung", den die Künstlerin mit der "Erwartung" von Arnold Schönberg (Opus 2 Nr.1) und u.a. mit Stücken aus Johann Sebastian Bachs "Matthäuspassion" und dem Oratorium "Messias" von Georg Friedrich Händel füllt.

Weitaus freudvoller und startet Nadja Steinhardt in die zweite Hälfte ihres Konzertes. Mit dem Sektglas in der Hand singt sie sich ausgelassen, beschwingt und fröhlich durch die Reihen der Besucher auf die Bühne, wo die Zeichen auf "Neubeginn" stehen. Dazu passen dann Camille Saint-Saens'"L'attente" ebenso wie Claude Debussys "La Chevelure" aus "Chansons de Bilitis" und die Arie der Dalila aus der Oper "Samson et Dalila" (Camille Sanit-Seans). Ganz modern schließt die Reihe dann mit "Muss jetzt einen Singsang finden" aus der Feder von Wolfgang Rihm ("Nr 1 aus Lavant-Gesängen") ab.

Natürlich dürfen an diesem Abend Liebeslieder nicht fehlen. Ihnen hat Nadia Steinhardt den vierten und letzten Part ihres Konzertes eingeräumt. Munter, heiter, beschwingt, ja ausgelassen und auf Wolke sieben schwebend scheinen die Arie des Medoro aus der Oper "Orlando" von Georg Friedrich Händel oder auch die Arie des Octavian aus dem berühmten Richard-Strauß-Werk "Rosenkavalier" daher zu kommen. Auch das "Blah, blah" von George Gershwin und das flotte "Unter einem Regenschirm am Abend" von Alexander Steinbrecher machen mächtig viel Spaß und Laune, zu denen noch die beiden Zugaben am Ende dazugehören. Denn ohne sie lässt das begeistert applaudierende Publikum die Mezzosopranistin und ihre kongeniale Pianistin Elena Arnovskaya am Ede nicht von der Bühne.

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