Bad Neustadt

Entlassfeiern in Rhön-Grabfeld: Schulleiter hoffen auf gutes Wetter

An den Schulen stehen die Entlassfeiern an. Corona stellt die Bildungseinrichtungen vor besondere Herausforderungen. An einigen Schulen gibt es einen Plan A und Plan B.
In den kommenden Tagen erhalten die Schulabgänger am Martin-Pollich-Gymnasium und den anderen Schulen in Rhön-Grabfeld ihre Zeugnisse. Bei der Überreichung ist diesmal coronabedingt vieles anders.
In den kommenden Tagen erhalten die Schulabgänger am Martin-Pollich-Gymnasium und den anderen Schulen in Rhön-Grabfeld ihre Zeugnisse. Bei der Überreichung ist diesmal coronabedingt vieles anders. Foto: Stefan Kritzer

Auf große Feiern zum Schulabschluss müssen sämtliche Schulabgänger in diesem Corona-Jahr verzichten. Kein Abiball, keine große Fete, all das geht in diesem Jahr nicht. Alle Veranstaltungen, die nicht zwingend dem Unterrichtsfortgang dienen, sind bis auf Weiteres in den Schulen abgesagt. Dazu gehören streng genommen auch die Abschlussfeiern. Die Zeugnisübergabe wollen die Schulen im Landkreis aber dennoch in einem würdigen Rahmen begehen. Ohne große Feier, aber mit Respekt vor den Leistungen der Schüler, die nun ihre Schullaufbahn beenden. Wie die Zeugnisübergabe stattfindet, handhabt jede Schule anders.

Abstandsregelungen und Hygienekonzepte haben den Schulleitern wie den ganzen Schulfamilien in den vergangenen Wochen viel Kopfzerbrechen bereitet. Wie kann die Zeugnisübergabe in Coronazeiten stattfinden? Am besten im Freien, sind sich etliche Schulleiter einig. Dazu muss aber das Wetter mitspielen.

Zeugnisübergabe im Schulhof

"Die Schüler sollen ja einen bleibenden Eindruck davon behalten, dass ihre Leistungen gewürdigt werden", sagt zum Beispiel Walter Rothaug, Schulleiter der Bad Neustädter Mittelschule. Deshalb will der Schulleiter gleich zwei Zeugnisübergaben in der kommenden Woche veranstalten. Einmal für die drei zehnten und einmal für die drei neunten Klassen. Jeweils mit rund 60 Absolventen. Die Zeugnisübergabe findet im Schulhof statt, Abstände können so am besten gewahrt bleiben. Jeder Schüler darf maximal ein Elternteil zu der Übergabe mitbringen. Mehr geht nicht, aus Platzgründen. Sollte an dem jeweiligen Tag schlechtes Wetter herrschen, muss die Veranstaltung zweigeteilt in der Turnhalle und dem großen Musikraum stattfinden, was Rothaug aber gerne vermeiden würde.

Auf gutes Wetter baut auch Robert Jäger. Der Schulleiter des Martin-Pollich-Gymnasiums in Mellrichstadt will am kommenden Freitag auf dem Schulhof die Zeugnisse überreichen. Keine großen Reden, er selbst, Elternbeirat, Schülersprecher, aber kein Bürgermeister, kein Landrat. Kurz und knapp alles, sogar die begehrten Preise für besondere Leistungen werden nur in einem förmlichen Rahmen überreicht. Mitbringen dürfen die 52 Abiturienten jeweils zwei Elternteile. Diese sitzen im Pausenhof weiter hinten, mit entsprechendem Abstand. Eine musikalische Umrahmung ist für ein musisches Gymnasium Pflicht, wobei aber keine Blasinstrumente zum Einsatz kommen dürfen. Müsste die Veranstaltung wegen Regens ins Innere verlegt werden, könnten die Eltern nicht mitkommen. "Davon gehen wir aber nicht aus", sagt Robert Jäger. "Am Freitag wird es nicht regnen."

Plan A und Plan B

Das wäre auch Wolfgang Klose durchaus recht. Dann könnte im Gymnasium Bad Königshofen die Zeugnisübergabe im Freien auf dem Pausenhof stattfinden, jeweils mit zwei Elternteilen der insgesamt 55 Abiturienten. Wobei es hierfür einen Plan A und einen Plan B gibt. Plan A geht von gutem Wetter am Freitag aus, Zeugnisübergabe im Freien, wo die Abstandsregelungen eingehalten werden können. Plan B wäre eine Zweiteilung der Zeugnisübergabe mit zwei Veranstaltungen im Innern des Gymnasiums mit dazwischen stattfindender Desinfektion. "Ohne die Zweiteilung können wir die Abstände nicht einhalten", so Schulleiter Wolfgang Klose.

"Fast ganz traditionell!" So umschreibt die Leiterin des Rhön-Gymnasiums, Dr. Kerstin Vonderau, die diesjährige Zeugnisübergabe. Die 60 Abiturienten erhalten ihre Zeugnisse in der Stadthalle und dürfen hierzu auch zwei Elternteile mitbringen, die natürlich, wie in den anderen Schulen auch, namentlich auf Listen festgehalten werden müssen. In die Stadthalle kommen auch der Bürgermeister und der stellvertretende Landrat. "Wir haben die Zeugnisübergabe mit dem entsprechenden Hygienekonzept vom Landratsamt genehmigt bekommen", sagt Kerstin Vonderau.

Insgesamt 180 Entlassschüler in der FOS/BOS

Vor eine besondere Herausforderung sieht sich die Fach- und Berufsoberschule gestellt. Sie entlässt mit rund 180 Schülern am Mittwoch, 29. Juli, in der Stadthalle die meisten Schüler im Landkreis. Die Zahl der Ehrengäste sei dementsprechend auf das Notwendigste beschränkt worden, erläutert Studiendirektor Christian Dahl, ständiger Stellvertreter des Schulleiters. Als Ehrengäste eingeladen werden lediglich der Bad Neustädter Bürgermeister und der Landrat.

Die Schüler dürfen zwei Begleitpersonen des eigenen Hausstandes mitbringen und werden in drei Gruppen verabschiedet. Um 9.30, 11.30 und 13.30 Uhr, was von einigen Beteiligten durchaus Durchhaltevermögen verlangt. Aus Sicherheitsgründen wird es keine musikalische oder anderweitige Vorführung geben. Dafür dürfen sich die Klassen ein Musikstück wünschen, das eingespielt wird. "Wir wollen trotz aller Beschränkungen der Veranstaltung einen feierlichen Rahmen geben", so Dahl.

Wartet die FOS/BOS mit einer sehr großen Schülerzahl auf, so schlägt das Pendel in der Irena-Sendler-Schule in Hohenroth in die andere Richtung aus. Insgesamt nur sechs Schüler werden am Donnerstag, 23. Juli, verabschiedet. Das Ganze soll bei schönem Wetter im Hof und bei Regen in der Aula stattfinden, führt Klassenleiter Christoph Ziegler aus. Auf Lieder, Sketche und Spiele muss in diesem Jahr gänzlich verzichtet werden. Auch die Reden werden in Grenzen gehalten. Zu Wort kommen wird natürlich Schulleiter Jürgen Endres, der Klassenleiter und aller Voraussicht nach jemand vom Elternbeirat und Förderverein. Die Schüler dürfen maximal zwei Begleitpersonen mitbringen. Die geringe Schülerzahl erlaubt es, dass für den kleinen Hunger vorgesorgt werden kann. Die Anwesenden erhalten Kuchen auf Tellern einzeln portioniert.

Verabschiedung in drei Durchgängen

Die Entlassfeiern der Realschulen sind am Freitag, 24. Juli. Die Ignaz-Reder-Realschule in Mellrichstadt begeht ihre in der Oskar-Herbig-Halle. Auch hier erfolgt bei über 50 Schülern die Verabschiedung in drei Durchgängen. Die Eltern dürfen mit dabei sein und werden mit ihren Kindern in Dreiergruppen zusammengesetzt, erklärt Schulleiter Ulrich Kluge. Zwischen den einzelnen Gruppen müssen zwei Meter Abstand gewährleistet werden. Die Zahl der Ansprachen wird auch hier reduziert, es sprechen der Schulleiter, Bürgermeister und eventuell jemand vom Elternbeirat. Als umrahmender Programmpunkt kommt nur ein einziges Musikstück zu Gehör. "Wichtig ist uns, dass eine gewisse Festlichkeit gewahrt wird", betont Kluge.

Ebenfalls eine hohe Anzahl von Absolventen hat die Werner-von-Siemens-Realschule in Bad Neustadt zu bewältigen. Hier werden im Beisein der Eltern 143 Schüler aus sechs Klassen - auch in mehreren Durchgängen - in einen neuen Lebensabschnitt entlassen. Die Zeugnisübergabe geschehe in der Schule unter Wahrung der gültigen Höchstteilnehmer-, Abstands- und Hygienevorgaben, sagt Schulleiter Thomas Schlereth. Das gesamte Vorgehen wird mit dem Gesundheitsamt besprochen. Hinsichtlich des Rahmenprogramms werden nur die absolut notwendigen Bestandteile abgehalten, das heißt, dass eine musikalische Begleitung durch Gesang, Blasinstrumente, Tanzelemente ebenso wenig möglich sei, wie eine gemeinsame Getränke- und Essensausgabe.

In diesem Jahr muss also die Gratulation ohne Händedruck auskommen und das Lächeln des Schulleiters bleibt hinter dem Mundschutz verborgen. Dennoch erwartet die Schüler eine Feierstunde, die ihnen bestimmt in nachhaltiger Erinnerung bleiben wird. Wie oft schließlich bekommt man schon sein Zeugnis mit Mund- und Nasenschutz überreicht.

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