Bad Neustadt

Erste weibliche Bauhof-Auszubildende: Regina Leier aus Löhrieth kann anpacken

Im Bauhof des Landkreises Rhön-Grabfeld ist seit dem 1. September Regina Leier aus Löhrieth die erste weibliche Auszubildende. Bereits beim Praktikum hat sie bewiesen, dass sie kräftig mit anpacken kann. Das Bild zeigt sie gemeinsam mit Bauhofleiter Karsten Schilling (Mitte) und Straßenwärter Mike Oppel.
Im Bauhof des Landkreises Rhön-Grabfeld ist seit dem 1. September Regina Leier aus Löhrieth die erste weibliche Auszubildende. Bereits beim Praktikum hat sie bewiesen, dass sie kräftig mit anpacken kann. Das Bild zeigt sie gemeinsam mit Bauhofleiter Karsten Schilling (Mitte) und Straßenwärter Mike Oppel. Foto: Hanns Friedrich

Bisher waren die Kreisbauhöfe in Rhön-Grabfeld eine reine Männerdomäne. Damit ist es nun vorbei. Seit dem 1. September ist die 15-jährige Regina Leier aus Löhrieth die erste weibliche Auszubildende im Team. Sie ist eine zierliche junge Frau, die man nicht sofort mit schwerem Arbeitsgerät oder körperlicher Arbeit  in Verbindung bringt. Wer mit Regina Leier aber spricht, merkt recht schnell, dass sie genau weiß, was sie will und auch keine Scheu hat, kräftig mit anzupacken. Das haben die Mitarbeiter des Kreisbauhofs in Bad Neustadt schon beim Praktikum festgestellt. Wohl auch deshalb sei sie voll integriert, stellt Bauhofleiter Karsten Schilling fest. Mit ihr kam Paul Bambach aus Oberfladungen als weiterer Auszubildender hinzu. Damit liegt die Zahl der Azubis bei drei.

Hauptstraßenmeister Karsten Schilling verweist darauf, dass für Regina Leier natürlich die entsprechenden Räumlichkeiten wie Sanitäranlage, Dusche und Umkleideraum eingebaut werden mussten. Diese befinden sich im ehemaligen Lager des Bauhofes. Dazu habe der Landkreis Rhön-Grabfeld die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt. "Damit war es möglich, erstmals eine weibliche Auszubildende einzustellen." Mit ihrer Bewerbung und durch ihr Praktikum hatte sie sich qualifiziert und kann nun ihren gewählten Berufsweg gehen.

Keine leichteren Arbeiten oder Ausnahmen

Das Anpacken hat die 15-Jährige zu Hause gelernt. Ihr Vater ist Maurer und so hat sie sich handwerkliche Fähigkeiten erworben. Für die junge Frau wird es beim Kreisbauhof übrigens keine leichteren Arbeiten oder Ausnahmen geben, sagt Straßenmeister Karsten Schilling. Sie muss, wie alle anderen mit anpacken und soll im dritten Lehrjahr auch den Führerschein für  den 18-Tonner Lkw machen. Dann kann sie die verschiedenen Fahrzeuge, unter anderem die Unimogs mit entsprechenden Wechselanbaugeräten bedienen. Aber bis dahin ist noch etwas Zeit.

In den ersten Tagen war die 15-Jährige auf verschiedenen Baustellen. So auch in Brendlorenzen, wo ein neues Straßenschild installiert wurde. Dazu galt es, das bisherige Rohr abzuflexen. Natürlich unter den wachsamen Augen von Straßenwärter Mike Oppel. "Sie macht das recht ordentlich und hat sich bei uns gut eingelebt", sagt dieser und macht deutlich, dass Regina zupacken kann und auch keine Sonderbehandlung möchte. In den kommenden Jahren wird sie nach und nach die verschiedensten Aufgaben des Kreisbauhofs kennen lernen. Karsten Schilling nennt den Straßenunterhalt, das Aufstellen von Beschilderungen oder auch die Mäharbeiten. "Ich weiß, was auf mich zukommt aber ich bin gerne, auch bei Wind und Wetter, draußen und vor der Arbeit habe ich keine Scheu", sagt Regina Leier.

Abschluss in der Edmund-Grom-Schule

Regina Leier stammt aus Löhrieth, dort hat sie ihre Kinder- und Jugendzeit verbracht und war in der Edmund-Grom-Schule in Hohenroth, wo sie ihren Quali-Abschluss absolvierte. "Auf diesen haben wir bei der Einstellung auch Wert gelegt", erklärt Karsten Schilling. Wichtig sei es aber, dass Regina Leier anpacken kann. Und das habe sie bewiesen. Vordringlich sind die drei Kreisbauhöfe in Bad Neustadt, Nordheim/Rhön und Bad Königshofen für den Straßenunterhalt zuständig. Es werden aber auch Arbeiten in den von den Sachgebieten Hochbau und Gartenkultur betreuten Liegenschaften des Landkreises durchgeführt. So bei den Parkplätzen oder im Naturpark.

Wenn Regina Leier mit 18 Jahren ihren Führerschein hat, dann wird sie auch die großen Räumfahrzeuge beim Winterdienst bedienen. Im Landkreis sind es immerhin 350 Straßenkilometer, die betreut werden. Hinzu kommen einige Gemeindestraßen. Dafür stehen 15 Fahrzeuge zur Verfügung. Dann wird sie auch nachts in den Lkw steigen müssen. "Das macht mir ganz sicher nicht viel aus, da ich abends auch mal länger wach bin", sagt die 15-Jährige. Dann aber schaut sie im Gespräch schon auf die Uhr und meint, dass sie eigentlich wenig Zeit habe, "denn die Arbeit wartet".

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