Fladungen

Fladungen trauert um Raimund Goldbach

Der beliebte Altbürgermeister und Ehrenbürger ist im Alter von fast 83 Jahren gestorben.Viele prägende Entscheidungen für die Stadt getroffen.
Raimund Goldbach
Foto: Franziska Sauer | Raimund Goldbach

Die Stadt Fladungen hat eine ihrer herausragendsten Persönlichkeiten verloren: Altbürgermeister und Ehrenbürger Raimund Goldbach ist am Samstag gestorben. Der langjährige Kommunalpolitiker wurde fast 83 Jahre alt.

Unter Raimund Goldbachs Regie  wurden zahlreiche Projekte realisiert: Flurbereinigung, Dorferneuerung, Gründung der Verwaltungsgemeinschaft, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, die erste Rathaussanierung und Erweiterung der Grenzlandhalle, der Bau des ehemaligen Kindergartens sowie der Aufbau des Fränkischen Freilandmuseums ­– das alles trägt Goldbachs Handschrift.

Trotz all dieser Erfolge hat Raimund Goldbach nie seine Bodenständigkeit verloren. Als Bürgermeister hörte er sich die Sorgen und Nöte der Menschen an. Dass er diesen Stil der Bürgernähe vorlebte, mag auch mit seiner Kindheit zu tun haben. Raimund Goldbach wurde am 24. April 1936 in Fladungen geborgen. Die Eltern zogen mit seinen beiden Schwestern nach Schweinfurt, Raimund durfte bei seinen Großeltern in Fladungen bleiben, die eine Landwirtschaft besaßen. Als sein Vater im Zweiten Weltkrieg fiel, kehrte die Mutter mit den Geschwistern nach Fladungen zurück.

Sein Werdegang

Nach der Schulzeit begann Goldbach eine Lehrer als Spengler und Installateur bei der Firma Eckert und arbeitete anschließend 15 Jahre lang im Fladunger Zweigbetrieb der Firma Reich. Sein privates Glück fand Raimund Goldbach 1956 mit seiner Maria, die er 1959 heiratete und mit der er vier Kinder hat. Gemeinsam haben sie das Hotel „Sonnentau“ aufgebaut. Als sich Ende der 1960er Jahre der Fremdenverkehr als große Chance für die Region herauskristallisierte, errichteten die Goldbachs 1971 ein Café mit Pension auf dem Fladunger Wurmberg. Ihr „Sonnentau“ wurde als Familienbetrieb im Laufe der Jahre immer wieder erweitert und entwickelte sich zu einem großen Wellness-Hotel.

Zeit seines Lebens engagierte sich Raimund Goldbach für die Allgemeinheit. Im Laufe der Jahre trat er fast allen Fladunger Vereinen bei. Seinen Stempel drückte er dabei unter anderem dem Fladunger Fasnachts-Club auf, zu dessen Mitbegründern er 1967 zählte und gleichzeitig 1968 erster Sitzungspräsident war. Als Hobbymusikant spielte er bei der damaligen Stadtkapelle Fladungen und später beim Musikverein Heufurt Trompete. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass es 1962 wieder eine Kirchenmusik in Fladungen gab. Hierfür brachte er einigen jungen Burschen sogar extra das Musizieren bei.

Seine Spuren in Fladungen

Doch vor allem politisch hat der Ehrenbürger der Stadt Fladungen seine Spuren hinterlassen. Seine Ära begann im Jahr 1968, als ihn die Bürger im Alter von 32 Jahren zum Ortsoberhaupt wählten. Das Amt übte er 28 Jahre bis 1996 aus und war daneben viele Jahre im Kreistag tätig. In den 70er Jahren rief Goldbach den örtlichen CSU-Verband ins Leben.

In seine Anfänge als Bürgermeister fiel der schwierige Prozess der Gebietsreform, aus der sich 1978 die VG Fladungen mit den Mitgliedsgemeinden Fladungen, Hausen und Nordheim entwickelte und dessen Vorsitz Goldbach übernahm. Von Anfang an kümmerte er sich um den Ausbau der Straßen und Wege und formte Stück für Stück das heutige Fladungen. Immer mehr Maßnahmen kamen hinzu, darunter die Dorferneuerung mit Renovierung der Wehrtürme, der Bau des ehemaligen Kindergartens oder der Mehrzweckhallen in den Ortsteilen. Ein maßgeblicher Schritt war auch die Gründung des Wasserzweckverbandes „Rother Gruppe“ und des Abwasserzweckverbandes „Obere Streu“. Nicht zu vergessen sein Engagement beim Aufbau eines Freilandmuseums in Fladungen.

Goldbach war ist Träger der kommunalen Verdienstmedaille des Freistaates Bayern und des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 1996 zog er sich ins Privatleben zurück und übergab 1994 das Hotel an seine Kinder. Danach nahm er weiter aktiv am gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt teil.

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