Fladungen

Fladunger wollen ihr Schwimmbad öffnen

Das Freibad in Fladungen soll in diesem Jahr noch geöffnet werden. Personelle Fragen und ein Hygienekonzept sind zu erstellen.
Das Freibad in Fladungen soll in diesem Jahr noch geöffnet werden. Personelle Fragen und ein Hygienekonzept sind zu erstellen. Foto: Marion Eckert

Die Fladunger Stadträte haben entschieden, das Freibad in diesem Jahr doch noch zu öffnen. Mit acht Ja- und sechs Nein-Stimmen wurde der Beschluss gefasst. Dieser Entscheidung ging eine ausführliche Darlegung der Problematik und Diskussion voraus.

Das Schwimmbad wird seit zehn Jahren im wesentlichen durch den Förderverein Freibad Fladungen betrieben. Doch im Corona-Jahr läuft alles anders als sonst. Am 22. Mai trafen sich der Vorsitzende Klaus Kalla, Bürgermeister Michael Schnupp und Stefan Feulner vom städtischen Bauhof im Bad, um die aktuelle Situation sowie Umsetzungsmöglichkeiten der zu erwartenden Auflagen im Falle einer Öffnung zu besprechen. Seit 29. Mai können Freibäder unter Auflagen wieder geöffnet werden. Bis 16. Juni war es dem Förderverein allerdings personell nicht möglich, das Bad zu reinigen und für den eigentlichen Betrieb vorzubereiten, da bis zu diesem Zeitpunkt eine entsprechende Zusammenkunft mehrerer Personen im öffentlichen Raum beschränkt war.

Probleme beim Badebetrieb

Bezüglich des Badebetriebs ergeben sich folgende Probleme: Ein Großteil der ehrenamtlich Tätigen Helfer besteht aus Rentnern, die der Risikogruppe zuzurechnen sind. Ausfälle unter der Woche können von Seiten des Vereins nur schwer kompensiert werden. Für einen Betrieb müssen derzeit mindestens drei weitere Personen eingeplant werden, die der Verein unter der Woche vermutlich nicht stellen kann. Diese werden nötig, da neben dem Eintritt und der Datenerfassung der Besucher auch die Überwachung der Besucheranzahl und der Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, die Einhaltung der Abstandsregeln auf dem Gelände sowie zusätzliche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen anfallen.

Die Stadt Fladungen könnte kurzfristig zusätzliches Personal anstellen. Das größer Personalproblem bestehe aktuell jedoch im Bereich der Betriebsaufsicht und der Beaufsichtigung des Badebetriebs. Die bisher zuständige Person falle krankheitsbedingt aus, ein entsprechender Ersatz stehe nicht zur Verfügung.

Kosten werden steigen

Laut Kalkulation des Kämmerers sind die Kosten für den Schwimmbadbetrieb in diesem Jahr mit rund 59 000 Euro angesetzt. Aufgrund der Beschränkung der Personenzahl in Freibad sei mit deutlich niedrigeren Einnahmen zu rechnen. Gleichzeitig werden die Betriebskosten im Bereich Frischwasser und Chlor steigen, ebenso die Personalkosten. Seit 2015 lagen die Kosten für das Freibad zwischen 15 000 bis 37 000 Euro, je nach Investitionen. Klaus Kalla betonte in dem Zusammenhang, dass der Freibadverein seit seinem Bestehen der Stadt zwischen 400 000 und 500 000 Euro gespart habe.

Agathe Heuser-Panten sprach sich für die Öffnung des Freibades aus. Gerade in diesem Jahr, wenn viele Menschen nicht in Urlaub fahren können, müsse Fladungen eine Freizeitmöglichkeit bieten. „Das muss es uns wert sein, auch wenn es etwas kostet.“ Andreas Hoch befürchtete „nur Ärger in diesem Jahr“, wenn Badegäste abgewiesen werden müssen, weil das Bad voll sei. Laut Auflagen können nur 70 Personen in das Freibad gelassen werden. Der Vorschlag des Bürgermeisters lautete, ein Jahr auszusetzen und sich mit dem Förderverein für das nächste Jahr neu aufzustellen. „Es wäre top, wenn wir öffnen könnten, aber ich sehe nicht die Perspektive“, so Schnupp.

Ein Hygienekonzept muss her

Letztlich fiel der Beschluss Pro-Öffnung aus. Nun ist die Stadt Fladungen gefragt, die personellen Fragen zu klären und mit dem Verein ein Hygienekonzept zu erstellen. Drei Wochen werde dies mindestens in Anspruch nehmen, da da Bad zunächst noch gereinigt werden müsse. Hinzu kommen labortechnische Untersuchungen, die ebenfalls Zeit in Anspruch nehmen. Der Bürgermeister sicherte zu, dass die personellen Fragen angepackt werden, schränkte aber ein: „Wenn wir niemand finden, können wir nicht öffnen.“ Wer als ehrenamtlicher Helfer Interesse hat, bei Eingangskontrollen oder beim Kioskverkauf zu helfen, kann sich in der Stadtverwaltung melden.

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