Fladungen

Freilandmuseum: Schmiede ersteht wie Phönix aus der Asche

Es geht aufwärts für die Alte Schmiede aus Waldberg: Diese Woche begannen die Aufbauarbeiten für das Häuschen im Fränkischen Freilandmuseum.
Erhebende Gefühle beim Aufbau der Alten Schmiede aus Waldberg haben im Fladunger Freilandmuseum (von links) Technischer Leiter Otto Orf, Klaus-Dieter Spiegel vom Bauhof-Team, Schreiner Thilo Mann, Zimmerer Michael Weber, Museumsleiterin Ariane Weidlich und Statiker Daniel Weber.
Erhebende Gefühle beim Aufbau der Alten Schmiede aus Waldberg haben im Fladunger Freilandmuseum (von links) Technischer Leiter Otto Orf, Klaus-Dieter Spiegel vom Bauhof-Team, Schreiner Thilo Mann, Zimmerer Michael Weber, Museumsleiterin Ariane Weidlich und Statiker Daniel Weber. Foto: Gerhard Fischer

Ariane Weidlich, der Leiterin des Freilandmuseums in Fladungen, merkt man die Aufregung durchaus an. Bei den Männern um sie herum ist sie nicht weniger groß. Technischer Leiter Otto Orf hat einen genauen Blick auf die große, verschalte Platte. Schreiner Thilo Mann richtet das meterbreite Trum etwas aus, das am Haken eines großen Kranes hängt. Auch Zimmermann Michael Weber ist voll konzentriert bei der Arbeit. Nur die Rinder, die mit ihrem Bullen gegenüber auf der Wiese die Morgensonne genießen, bleiben gelassen bei dem Treiben. 

Millimeterarbeit ist das Aufsetzen der Wände auf dem vorbereiteten Fundament.
Millimeterarbeit ist das Aufsetzen der Wände auf dem vorbereiteten Fundament. Foto: Gerhard Fischer

Ein aufregender Tag für die Fachleute

"Es ist schon ein aufregender, ganz besonderer Tag für unsere Mitarbeiter", sagt Weidlich.  Denn die verschalten und penibel verspannten Platten, die unweit der Alten Büttnerei lagern und von denen eine gerade in den Fladunger Himmel gehoben wird, sind die schützende Hülle für das sensible Fachwerk der Alten Schmiede aus Waldberg.

Diese Woche begannen die Aufbauarbeiten für das Gebäude, der jüngsten Errungenschaft des Freilandmuseums. Am 13. September soll dann Richtfest sein für das Handwerksgebäude aus den Walddörfern. Das wird mit ein wenig mehr Stolz als üblich gefeiert. "Seit vielen Jahren haben wir bei der Schmiede komplett auf hauseigene Expertise zurückgegriffen", erklärt Museumsleiterin Weidlich.

So sah die Alte Schmiede in Waldberg noch im letzten Jahr aus.
So sah die Alte Schmiede in Waldberg noch im letzten Jahr aus. Foto: Thomas Pfeuffer

Während die Translozierungen, das heißt der Abbau und Wiederaufbau alter Gebäude auf dem Museumsgelände, in den letzten Jahren zumeist an Fachfirmen vergeben wurde, konnte man bei diesem Objekt auf die Kompetenz im eigenen Haus zurückgreifen.     

Im Herbst 2019 begann der Umzug

Im Herbst des letzten Jahres waren die Fladunger Museums-Handwerker etwa vier Wochen in der Premicher Straße in Waldberg im Einsatz, um die Alte Schmiede reisefertig zu machen. Möglichst ganze Seitenwände mit dem historischen Fachwerk wurden mit Holzplatten, Dämm-Matten und Stahlträger-Elementen zusammengespannt. Das geschah nicht einfach so, sondern unter fachlicher Begleitung des Statikers Daniel Weber aus München.  Eine aus Bimsstein gemauerte Seite der Schmiede wurde abgetragen, Holzschindeln und Dachziegel ebenso.  

Das Inventar der Alten Schmiede Waldberg ist noch komplett erhalten.
Das Inventar der Alten Schmiede Waldberg ist noch komplett erhalten. Foto: Patricia Linsenmeier

Komplette Ausstattung erhalten geblieben

Auf gerade 27 Quadratmetern breitet sich die Waldberger Schmiede aus. Sie wird nicht nur das kleine Handwerker-Viertel mit der Sulzthaler Büttnerei und dem Backhaus bereichern, sondern findet auch unweit der Waldberger Hofstelle eine Heimat. 

Die Fladunger Fachleute im Einsatz im Herbst 2019.
Die Fladunger Fachleute im Einsatz im Herbst 2019. Foto: Thomas Pfeuffer

Der Clou ist, dass die Rhöner Schmiede noch über eine Vollausstattung an Schmiede-Werkzeug aus der Mitte des 20. Jahrhunderts verfügt mit Hämmern, Esse und Ambos. "Wir wollen, dass die Schmiede wieder in Betrieb geht für Vorführungen oder pädagogische Programme", freut sich Museumsleiterin Weidlich schon auf eine weitere Attraktion in ihrem Haus.

Gebäude ist etwa 120 Jahre alt

Auf etwa 120 Jahre wird das Alter des Gebäudes geschätzt, 1934 wird erstmals die Verwendung als Schmiede dokumentiert. Bis in die Achtzigerjahre wurde sie genutzt, in der Hauptsache wurden landwirtschaftliche Gerätschaften repariert oder Pferde beschlagen. 

Auf den 13. September ist das Richtfest für die Schmiede terminiert. "Das muss gefeiert werden, wenn auch coronabedingt im kleineren Rahmen", so Weidlich.

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