BISCHOFSHEIM

Fünf Stunden vom Kreuzberg bis Kulmbach

Deutschlandweit weit oben: Die Kreuzbergflieger rangieren momentan auf dem dritten Platz bei der Streckenvergleichswertung. In diesem Frühjahr gelangen schon Flüge über den Himmeldunk und Oberweißenbrunn hinaus bis nach Miltenberg, Kulmbach und Hof.
Foto: U. Klebl | Deutschlandweit weit oben: Die Kreuzbergflieger rangieren momentan auf dem dritten Platz bei der Streckenvergleichswertung.

Nach einem erfolgreichen Saisonauftakt sehen die Kreuzbergflieger aus Bischofsheim der laufenden Flugsaison entgegen. Die ersten Frühlingstage der vergangenen Wochen hatten den Gleitschirmpiloten tolle Flugbedingungen mit ausgezeichneter Thermik beschert. Einigen des gut 40 Piloten umfassenden Vereins gelangen gar ganz weite Streckenflüge mit ihren Gleitschirmen.

Der Gersfelder Christoph Limpert flog mit seinem Vereinskameraden Ulrich Schmeck am Osterwochenende von der Wasserkuppe bis nach Bamberg. Bereits eine Woche zuvor waren dem Vorsitzenden Ulrich Klebl vom Kreuzberg aus zwei weite Flüge geglückt: Einer endete nach über fünf Stunden Flugzeit westlich von Miltenberg, der andere reichte über 130 km bis hinter Kulmbach. Unterwegs traf er dabei seinen Vereinskameraden Marcus Hartmann aus Hilders, der an diesem Tag gar noch ein paar Kilometer drauflegen konnte und erst spät abends in Hof am Boden stand.

„Besonders im Frühjahr haben wir im Flachland und Mittelgebirge ideale Wetterlagen, die weite Streckenflüge, XC-Flüge genannt, möglich machen“, freut sich Klebl. Zudem sei man nach dem Winter regelrecht ausgehungert und fiebere den ersten Sonnentagen entgegen. „Denn ohne Sonne gibt es keine Thermik und ohne Thermik stehst du nach dem Abheben schnell wieder am Boden – und wer will das schon“, fragt der rührige Vereinsvorsitzende. Das schönste aber sei, gemeinsam auf Strecke zu sein – „und da sind wir eine echt klasse Truppe! Wenn dann jeder nach der Landung über eiskalte und verfrorene Finger klagt, tut's auch nur halb so weh“, scherzt Klebl.

Bundesweit vergleichen sich die Piloten und Vereine in einer vom Deutschen Hängegleiterverband (DHV) ausgerichteten Streckenflugmeisterschaft. Dort reichen die Gleitschirmflieger ihre mit GPS dokumentierten Flüge ein. Je weiter der Flug, umso mehr Wertungspunkt bekommt man. Stolz sind die Kreuzbergflieger über ihren derzeit dritten Platz in der Gesamtwertung. „Es wird noch ein hartes Stück Arbeit diesen Platz über die Saison zu verteidigen oder gar zu verbessern“, weiß Ulrich Klebl. „Denn wenn erst einmal der Schnee in den Alpen weg ist, gehen auch dort die Piloten auf Kilometerjagd.“

Das hatte vor Ostern auch schon ein Gast-Pilot aus Kassel am Kreuzberg versucht. Dessen Flug am Käuling endete aber schnell und abrupt in einem Baumwipfel. Dies hatten Wanderer von der benachbarten Osterburg aus beobachtet. Schon als sie sahen, dass der Gleitschirmflieger immer weiter an Höhe verliert und den Bäumen bedrohlich nahe kommt, setzten sie einen Notruf ab. Prompt lief die komplette Alarmierungskette an. Bergwacht, Notarzt und gar ein Hubschrauber, der offensichtlich gerade auf dem Rückflug vom Klinikum Fulda war, erreichten superschnell den Unfallort – zur Überraschung des aus dem Baum kletternden Piloten, der glücklicherweise nicht verletzt gewesen ist. „Das klappt aber sehr gut bei Euch“, soll er die Einsatzkräfte gelobt haben.

Vereinsinfo: Gleitschirm-Club Kreuzberg Rhön e.V., gegründet 2008, 45 aktive Mitglieder; www.kreuzbergflieger.de

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