Herschfeld

Ganz Herschfeld als eine Tempo 30-Zone?

Rechts vor links in allen Straßen? Dieser Antrag von Bündnis 90/Die Grünen wurde im Bad Neustädter Stadtrat kontrovers diskutiert. Was spricht dafür, was dagegen?
Die Bauarbeiten in der Falltorstraße in Herschfeld sind in vollem Gange.
Foto: Martina Harasim | Die Bauarbeiten in der Falltorstraße in Herschfeld sind in vollem Gange.

"Durch eine Tempo 30-Zone kann die gesamte Verkehrssituation in Herschfeld ohne größeren Aufwand spürbar verbessert werden." Das ist die Kernaussage eines Antrags der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, den Angelika Högn-Kößler am Donnerstagabend im Stadtrat vortrug. Darüber hinaus wird angeregt, den Durchgangsverkehr für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen komplett zu sperren. 

Für die Durchgangsstraßen in Richtung Rhön-Klinikum Campus könne man mit Rücksicht auf den Busverkehr Ausnahmen machen und andere Vorfahrtsregeln wählen. Ein solcher Beschluss könnte ein wichtiger Baustein zur Weiterentwicklung Herschfelds als verkehrsberuhigter, familienfreundlicher Wohnbereich angesehen werden, argumentierte die Grünen-Stadträtin.

Das sagen die Fraktionen

Der Antrag kam nicht zur Abstimmung, wurde aber lebhaft diskutiert. "Der Antrag ist rechtswidrig", urteilte Verkehrsreferent Gerald Pittner (Freie Wähler) und machte auf einige Schwächen des Plans aufmerksam: In Tempo 30-Zonen darf es keinen Durchgangsverkehr geben, den aber gebe es in Herschfeld unbestreitbar. Auch Ampeln seien von Rechts wegen in solchen Zonen nicht vorgesehen. "Wollen wir die Ampeln vor dem Kindergarten und der Schule wirklich abbauen?", fragte er in die Runde.  

Hartmut Schmutz begrüßte eine umfassende Verkehrsberuhigung im Stadtteil und regte an: "Wir sollten die Köpfe zusammenstecken und überlegen, wie Herschfeld für den Verkehr unattraktiv gemacht werden kann."  

Jürgen Pröscholdt (SPD) wies darauf hin, dass eine Tempo 30-Zone erst 2026 realisiert werden kann. Die aktuellen Sanierungsarbeiten im Bereich der Durchgangsstraßen dauern bis 2023. Mit einer Umwidmung der Straßen von Kreis- auf Gemeindestraßen ist erst 2026 zu rechnen. Erst dann könne die Stadt solche Pläne umsetzen.  

Carolin Klein (CSU) gab zu bedenken, dass es in stark frequentierten Tempo 30-Zonen häufig zu Stop-and-Go-Situationen kommt. Das führe zu Lärmbelästigung und mehr Luftverschmutzung. 

Es gibt auch andere belastete Stadtteile

Bürgermeister Michael Werner ließ in die Diskussion einfließen, dass es schon Pläne für die künftige Verkehrsregelung in Herschfeld gibt, beispielsweise eine Ampel im Bereich Falltor-/Kirchstraße. Er warnte das Gremium auch davor, die anderen Stadtteile nicht aus dem Blick zu verlieren, die ebenfalls unter einer starken Verkehrsbelastung leiden, beispielsweise die Anwohner der Berliner Straße oder der Hauptstraße in Brendlorenzen. Seine Argumentation: Wenn man den Herschfeldern Sonderregelungen zugesteht, wird man sie später den Bewohnern von Brendlorenzen auch nicht verwehren können.

Der Bürgermeister ging auch auf die aktuellen Beschwerden ein, dass die Nebenstraßen seit Beginn der Bauarbeiten in der Falltorstraße unter einem höheren Verkehrsaufkommen zu leiden hätten. Um an konkrete Zahlen heranzukommen, hatte er veranlasst, dass der Verkehr in diesem Bereich von so genannten Verkehrsmesstafeln gezählt wird. Das Ergebnis: In der Josef-Zickler-Straße waren zwischen 16 und 17 Uhr, während des Hauptverkehrsstroms also, 59 Autos unterwegs. Sein Fazit:"Wir müssen das vorübergehend ertragen."

Kurioses am Rande

Wie empfindlich man in den Nebenstraßen Herschfelds zurzeit auf das Verkehrsgeschehen reagiert, verdeutlichte der Bürgermeister an einem Beispiel: Um die Verkehrsströme in der Josef-Zickler-Straße, der Friedhofstraße und der Liebenthaler Straße zu messen, wurden Verkehrsmesstafeln aufgestellt. Prompt ging am nächsten Morgen ein Anruf bei der Stadt ein. Der Anrufer beschwerte sich darüber, dass die Tafeln blinken würden und forderte ihren sofortigen Abbau.

Punkt für Punkt aus dem Stadtrat

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TS
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