FLADUNGEN

Gelbes Rinnsal aus der Ölschlagmühle fasziniert die Besucher

Spaß für die ganze Familie: Am Wasserräder-Bauen fanden nicht nur die jungen Museumsbesucher Gefallen.
Foto: Wienröder | Spaß für die ganze Familie: Am Wasserräder-Bauen fanden nicht nur die jungen Museumsbesucher Gefallen.

Trotz der schlechten Witterung machten sich viele Ausflügler am Pfingstmontag auf ins Fränkische Freilandmuseum, wo am Deutschen Mühlentag beide Museumsmühlen in Betrieb waren. Wie in früheren Zeiten wurde in der Ölschlagmühle Raps gekollert und geschlagen und in der Reßmühle Getreide gemahlen.

Die Mühlen übten wieder eine besondere Faszination auf die Besucher aus. Interessiert scharten sich die Gäste um die Museumsmitarbeiter, die die Mühlentechnik erläuterten, die Gerätschaften vorführten und viel Wissenswertes über das Müllerhandwerk zu berichten hatten.

Die Ölschlagmühle wurde aus Wiesthal im Spessart nach Fladungen umgesetzt. Sie stammt aus dem Jahr 1833 und wird von einem unterschlächtigen Mühlrad angetrieben. In der Mühle wurde bis Anfang der 50er Jahre Speiseöl aus Raps hergestellt, seltener aus Bucheckern („Büchel“), die nur alle paar Jahre in ausreichender Menge vorhanden waren, dann aber ein gutes Speiseöl ergaben. Aber auch Öle aus Lein- oder Flachssamen, aus Hanf oder Mohn konnten gewonnen werden, sie waren der Grundstoff für Brenn- oder Schmiermittel und für die Seifenherstellung. Die Museumsbesucher konnten am Mühlentag zuschauen, wie der Raps zur Ölgewinnung zunächst im sogenannten Kollergang unter den tonnenschweren Mühlsteinen zerquetscht, das Samenmehl auf der Röste erhitzt und anschließend in Pressbeutelchen abgefüllt wurde. Zu guter Letzt wurde dieses unter der Stempelpresse ausgepresst.

Die Reßmühle ist das einzige Ausstellungsgebäude, das nicht in das Museumsgelände umgesetzt worden ist, es befindet sich an seinem angestammten Standort. Die nach ihrem letzten Besitzer benannte Getreidemühle wurde 1802 erbaut. Das Mahlwerk wird im Gegensatz zur Ölschlagmühle von einem oberschlächtigen Mühlrad angetrieben. Die Reßmühle war eine von insgesamt fünf Mühlen in Fladungen. Sie ist seit mehr als 100 Jahren außer Betrieb, denn nach Kanalbaumaßnahmen lieferte der Bach schlichtweg nicht mehr genügend Wasser für einen permanenten Betrieb.

Der Mühlentag im Freilandmuseum war verbunden mit einem Rahmenprogramm, das bei den jungen Gästen wie auch den Erwachsenen Anklang fand. So waren die Besucher eingeladen, selbst kleine Wasserräder aus Holz zu bauen oder zu probieren, von Hand mit Hilfe von zwei Steinplatten aus Getreidekörnern Mehl zu quetschen. Groß und Klein hatten bei den Aktionen ihren Spaß.

Faszinierendes Müllerhandwerk: In der Ölschlagmühle zeigten Museumsmitarbeiter, wie früher Raps geschlagen wurde.
Foto: Wienröder | Faszinierendes Müllerhandwerk: In der Ölschlagmühle zeigten Museumsmitarbeiter, wie früher Raps geschlagen wurde.
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