Bad Neustadt

Gitta Biedermann aus Bad Neustadt erhält von Eugen Ehmann die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste

Wacher Blick für Sorgen und Nöte: Gitta Biedermann setzt sich seit Jahren für soziale Belange ein. Was Regierungspräsident Eugen Ehmann besonders würdigte.
Regierungspräsident Eugen Ehmann überreichte Gitta Biedermann die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste.
Foto: Regierung von Unterfranken/Johannes Hardenacke | Regierungspräsident Eugen Ehmann überreichte Gitta Biedermann die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste.

Gitta Biedermann aus Bad Neustadt wurde die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste verliehen. Damit wird ihr jahrelanges, vielfältiges soziales Wirken gewürdigt, insbesondere ihr Einsatz für die Belange von Seniorinnen und Senioren. 2007 hob maßgeblich sie den Förderverein Vill'sche Altenstiftung aus der Taufe. 14 Jahre lang führte sie ihn als Vorsitzende. Über 18 Jahre engagierte sie sich zudem als Stadträtin sowie in diesem Amt zeitweise als Referentin für Familien und Seniorenarbeit, für Frauen und für Soziales. 

"Sie verfügen über einen wachen Blick für die Sorgen und Nöte Ihrer Mitmenschen. Ungezählt sind Ihre Besuche, Anrufe sowie aufmunternden Worte und Gesten, mit denen Sie älteren, aber auch jüngeren Personen stets das Gefühl vermitteln, dass an sie gedacht wird und sie nicht alleine sind." Diese Worte sprach Regierungspräsident Eugen Ehmann bei der feierlichen Überreichung der Medaille und der Urkunde im Sitzungssaal der Regierung von Unterfranken.

Eine besondere Auszeichnung

Als ein "Zeichen der Wertschätzung" bezeichnete er die Anwesenheit von Vertretern aus Bad Neustadt bei der Verleihung. Dies waren Landrat Thomas Habermann, Bad Neustadts Zweiter Bürgermeister Norbert Klein, Altbürgermeister Bruno Altrichter und Dekan Andreas Krefft. Anwesend war auch der ehemalige Regierungspräsident Paul Beinhofer. "Das ist eine exklusive Veranstaltung", sagte Ehmann. Die Staatsmedaille für soziale Verdienste sei eine besondere Auszeichnung. Er habe nicht oft die Gelegenheit, sie auszuhändigen.

Verleihung der Staatsmedaille für soziale Verdienste an Gitta Biedermann im großen Sitzungssaal der Regierung von Unterfranken (von links): Regierungspräsident Eugen Ehmann, Stephan Biedermann, Dekan Andreas Krefft, Waldemar und Gitta Biedermann, Landrat Thomas Habermann, Zweiter Bürgermeister Norbert Klein, Altbürgermeister Bruno Altrichter und der ehemalige Regierungspräsident von Unterfranken, Paul Beinhofer.
Foto: Regierung von Unterfranken/Johannes Hardenacke | Verleihung der Staatsmedaille für soziale Verdienste an Gitta Biedermann im großen Sitzungssaal der Regierung von Unterfranken (von links): Regierungspräsident Eugen Ehmann, Stephan Biedermann, Dekan Andreas Krefft, ...

"Als Mitinitiatorin und langjährige Vorsitzende des Fördervereins Villsche Altenstiftung leisteten und leisten Sie noch immer Herausragendes für das soziale Miteinander in Bad Neustadt", stellte Ehmann in seiner Laudatio heraus. 14 Jahre lang habe sie seit der Gründung des Vereins das Amt der ersten Vorsitzenden innegehabt. Erst im vergangenen Jahr habe sie den Vorsitz abgegeben. Sie engagiere sich aber weiterhin als zweite Vorsitzende im Förderverein.

Senioren die Teilhabe am Gesellschaftsleben ermöglichen

Der Förderverein habe es sich zur Aufgabe gemacht, das Stiftungs-Alten- und Pflegeheim in Bad Neustadt nach Kräften zu unterstützen und den Seniorinnen und Senioren eine aktive Teilhabe am Gesellschaftsleben zu ermöglichen, so der Regierungspräsident. Besondere Wertschätzung würden die Bewohnerinnen und Bewohner durch die zahlreichen vom Förderverein organisierten Veranstaltungen erfahren. Leider seien derzeit coronabedingt die ansonsten üblichen Aktivitäten des Vereins nur eingeschränkt möglich.

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Darüber hinaus unterstütze der Förderverein immer wieder das Senioren- und Pflegeheim finanziell. Dank dessen konnten unter anderem Therapiegeräte, die die Bewegung und das Gedächtnis der Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeeinrichtung fördern, realisiert werden. 

Neben ihrem Engagement im Förderverein Villsche Altenstiftung habe sich Gitta Biedermann auch viele Jahre erfolg- und ideenreich im Stadtrat von Bad Neustadt eingebracht, fuhr Ehmann fort. Während dieser Zeit habe sie zahlreiche soziale Projekte ins Leben gerufen.

2007 wurde der Förderverein des Stiftungs- Alten- und Pflegeheimes gegründet. Dabei wurde Gitta Biedermann zur Vorsitzenden gewählt. Auf dem Bild hält sie den damaligen Zeitungsbericht über die Gründung in den Händen.
Foto: Stephan Biedermann | 2007 wurde der Förderverein des Stiftungs- Alten- und Pflegeheimes gegründet. Dabei wurde Gitta Biedermann zur Vorsitzenden gewählt. Auf dem Bild hält sie den damaligen Zeitungsbericht über die Gründung in den Händen.

Dazu gehört vor allem die "Seniorenwoche", die 2001 erstmals mit 36 Veranstaltungen über einen Zeitraum von drei Wochen mit reger Beteiligung der Seniorinnen und Senioren stattfand. Biedermann initiierte nicht nur die Veranstaltung, sie organisierte sie auch federführend. 

Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürger

Ein besonderes Augenmerk habe Gitta Biedermann darauf gelegt, "dass in Bad Neustadt eine aktive Erinnerungskultur an die Deportationen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt wird", betonte der Regierungspräsident weiter. Hierzu habe sie den Kontakt zu ehemaligen jüdischen Einwohnern beziehungsweise zu deren Familien gesucht. Diesen pflege sie noch heute. "Mit viel Herz und Beharrlichkeit ist es Ihnen gelungen, verlorenes Vertrauen wiederaufzubauen."

Damit die Erinnerung an die einstigen jüdischen Mitbürger nicht verblasst, war ihr die Schaffung eines Mahnmals ein großes Anliegen. 2005 konnte dieses in der Bauerngasse in Bad Neustadt verwirklicht werden.  "Sie haben vorbildhaft gehandelt und tun es noch", schloss Ehmann seine Ansprache. Aus diesem Grund freue es ihn, Gitta Biedermann die Staatsmedaille für soziale Verdienste aushändigen zu dürfen. 

Bekannt für selbst gehäkelte rote Herzen

Im Anschluss übernahm die Geehrte selbst das Wort. "Ich bin nicht davon überzeugt, dass ich die Medaille verdient habe. Es gibt so viele Menschen, die sie verdient hätten. Auch in ihrem Namen nehme ich die Auszeichnung an." Sie dankte Landrat Thomas Habermann, der sie für den Preis vorgeschlagen hat, und ihrer Familie, vor allem ihrem Ehemann Waldemar. "Ohne ihn wäre vieles nicht möglich gewesen." 

"Wir haben noch kein Mitglied aus Würzburg", warb sie auch an diesem Tag für den Förderverein. Die 1943 in Mähren geborene frühere Handarbeitslehrerin ist über Bad Neustadt hinaus bekannt für ihre selbst gehäkelten roten Herzen. Natürlich hatte sie welche für die Anwesenden dabei. In Anlehnung an ihr Lebensmotto und das des Fördervereins: "Hilfe mit Herz und Hand".

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