Bad Neustadt

Großeibstädter Gaboldsmühle erwacht langsam wieder zum Leben

Ramona Mauer hat mit ihrem Ehemann die Gaboldsmühle in Großeibstadt erworben, in der noch die historische Mahlstube komplett vorhanden ist.
Ramona Mauer hat mit ihrem Ehemann die Gaboldsmühle in Großeibstadt erworben, in der noch die historische Mahlstube komplett vorhanden ist. Foto: Eckhard Heise

Das war am vergangenen Dienstag bei unserem Sommerrätsel "Vergessene und verlassene Orte" ein schwerer Brocken. Mühlen gibt es zu großer Zahl im Landkreis, auch der Hinweis auf die Stilllegung trifft auf viele Anlagen zu. Die Lage an einem "viel besungenen Gewässer" - natürlich die Saale – im Grabfeld schränkt die Suche etwas ein, trotzdem ist die Auswahl noch groß. Aber immerhin trafen doch einige Leser ins Schwarze, als sie auf die Gaboldsmühle in Großeibstadt tippten.

Lange Zeit war das Anwesen ungenutzt und dem Verfall preisgegeben. Vor sechs Jahren kaufte eine junge Familie schließlich die gesamten Gebäude und machte sich an die Sanierung - die allerdings etwas stockend verlief.

Beim Joggen stieß Stephan Mauer auf die Mühle

Beim Joggen habe ihr aus Irmelshausen stammender Ehemann Stephan die Mühle entdeckt, erzählt Ramona Mauer, eine gebürtige Großeibstädterin. Sie selbst habe auch als Kind mit der Mühle eigentlich nie etwas zu tun gehabt, doch ihr Mann sei gleich Feuer und Flamme gewesen, während sie einem Erwerb erst einmal sehr skeptisch gegenüber gestanden habe. Doch nach und nach sei sie von seiner Begeisterung angesteckt worden, sodass es tatsächlich zum Kauf kam.

"Ein Jahr haben wir nur leer geräumt", erinnert sich Ramona Mauer voller Dank für die Unterstützung durch ihre beiden Familien und Freunde, aber auch mit ziemlichen Grausen an die Zeit. Sie seien sogar nahe daran gewesen, das Projekt aufzugeben. Dann erfolgte auch noch eine berufliche Veränderung mit einem Umzug, sodass die angefangene Baustelle drei Jahre lang ruhte, bis dann die Entscheidung reifte, die Sanierung fortzusetzen und die Mühle als künftigen Lebensmittelpunkt zu nutzen.

Mühle wurde erstmals 1401 erwähnt

"Jetzt starten wir erst einmal mit dem Wohnhaus", erzählt die nebenberufliche Traurednerin bei einer Führung durch die Gebäude. Die führt auch in den eigentlichen Mühlenbereich, der noch komplett vorhanden ist und ein eindrucksvolles Bild abgibt. Der größte Teil des Inventars ist aus Holz und knapp 100 Jahre alt. Damit stammt es aus der Zeit, als die Mühle komplett durch ein Feuer zerstört worden ist.

Die Mühle an sich ist deutlich älter. Erstmals wurde sie 1401 erwähnt und muss sich im Laufe der Zeit zu einer bedeuteten Einrichtung entwickelt haben. Das Mehl aus der Anlage soll bis Würzburg geliefert worden sein, heißt es in einer Chronik. Im Laufe der Zeit wechselten mehrfach die Besitzerfamilien, bis 1972 der Mühlenbetrieb eingestellt wurde. Die derzeitigen Eigentümer beabsichtigen nicht, die Anlage wieder funktionstüchtig zu machen, zumal das Wasserrecht inzwischen erloschen und der Mühlgraben verlandet ist. Die eindrucksvolle Mahlstube soll jedoch samt Inventar erhalten bleiben und könnte vielleicht einmal als Ausstellungsraum dienen.

Was verbirgt sich wohl hinter dem schwer gesicherten Eingang, den der Hohenrother stellvertretende Bürgermeister Erwin Kruczek freigibt?
Was verbirgt sich wohl hinter dem schwer gesicherten Eingang, den der Hohenrother stellvertretende Bürgermeister Erwin Kruczek freigibt? Foto: Eckhard Heise

Doch nun zu unserer nächsten Aufgabe. Auf dem Foto ist Erwin Kruczek zu sehen. Der ehemalige Forstmann und derzeitige stellvertretende Bürgermeister von Hohenroth gibt den Weg frei zu einer Einrichtung, die vor der Öffentlichkeit etwas geheim gehalten worden ist, längst aber ihre Bedeutung verloren hat. Wo befindet sich wohl Erwin Kruczek und was verbirgt sich hinter ihm?      

In unserer Sommerserie präsentieren wir vergessene oder verlassene Plätze oder Stätten im Landkreis und fragen, wo sie sich befinden. Antworten bitte per E-Mail an redaktion.rhoen-grabfeld@mainpost.de (Einsendeschluss ist Montag, 10. August, 23.30 Uhr) oder als Postkarte an Main-Post, Industriestraße 8, 97616 Bad Neustadt (Einsendeschluss: Montag, 10. August). Unter allen Teilnehmern verlosen wir am Ende der Sommerserie NES-Euro-Gutscheine. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barauszahlung des Preises nicht möglich.

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