Haselbach

Haselbacher Schanze: Für Hans Beck wie ein zweites Zuhause

Mit Kabelbindern werden die Matten am Gitter befestigt.
Foto: Marion Eckert | Mit Kabelbindern werden die Matten am Gitter befestigt.

Die Skisprungschanze in Haselbach ist für Hans Beck wie ein zweites Zuhause geworden. "Eigentlich ist es ein Ganztagsjob", meint er mit Blick auf die vielen Tätigkeiten, die Woche für Woche an der Schanze zu erledigen sind. Doch gerade jetzt im Frühjahr fällt noch mehr an, gilt es doch die Anlage für den Sommerbetrieb wieder fit zu machen – in der Hoffnung, dass ein Sommertraining und Wettkampfbetrieb aufgrund der Corona-Situation dann wieder möglich sein wird.

Nach dem Winter ist der Mattenbelag auf allen drei Schanzen zu überprüfen. Lose Matten sind wieder zu befestigen, defekte Matten auszutauschen. Das ist im unteren Bereich noch relativ leicht machbar, aber je weiter Hans Beck nach oben steigen muss, desto rutschiger und schwieriger wird die Sache: "Ich habe vor ein paar Jahren von der Bergwacht einen Sicherheitsgurt geschenkt bekommen, aber ich rutsche trotzdem immer wieder mal ab. Dann geht es am Hosenboden die Schanze runter." Zum Glück ist Hans Beck bisher bei seinen Ausrutschern nichts passiert, aber er würde sich doch wünschen, dass diese Aufgabe in absehbarer Zeit ein Jüngerer übernimmt. "Ich bin jetzt 72. Es wird Zeit, das langsam aber sicher mein Nachfolger gefunden wird."

Hans Beck liegt die Schanze sehr am Herzen

Zum Posten des Schanzenwarts beim RWV Haselbach kam Hans Beck "wie die Jungfrau zum Kind". Er erinnert sich: "Ich habe mal beim Rasen mähen geholfen. Dann wurde ich gefragt, ob ich den Schanzenwart machen will, da war es dann passiert." 2011 übernahm er die Aufgabe. Seitdem liegt ihm die Schanze am Herzen und er bringt sich ein, wo er gebraucht wird.

Vieles wurde unter seiner Regie erneuert, neu angeschafft, umgebaut und ergänzt. Die alten Banden an der 50er- und 30er-Schanze aus Holz wurden gegen Banden aus Metall getauscht.  Zu erneuern sind noch Holzbanden der 16er, das möchte Beck in diesem Jahr noch erledigen.

So manches Mal ist Improvisation gefragt

Immer wieder kommen auch neue Sicherheitsauflagen und Ergänzungen, die Neuanschaffungen oder sogar Umbauten nötig machen. So musste der Hang vor einigen Jahren mit Leitplanken befestigt werden: "Die hat uns die Straßenmeisterei des Landkreises zur Verfügung gestellt. Der Hang kam ins Rutschen. Wir mussten sie einbauen, damit die Erde hält. Im oberen Bereich ist es auch schon gut gelungen und Pflanzen fassen Wurzeln." Die Leitplanken müssen allerdings auch immer wieder neu ausgerichtet werden, denn der Druck vom Hang sei nach wie vor da.

Hans Beck ist ein Meister der Improvisation, um für ungewöhnliche Probleme kreative Lösungen zu finden. Um die obere scharfe Kante der Metallbanden zu sichern, schnitt er einen Gartenschlauch auf und befestigte ihn mittels Kabelbinder. Das hielt viele Jahre, doch nun sind die Kabelbinder und der Schlauch porös, eine neue Lösung muss her, zumal auch der TÜV die "Gartenschlauchlösung" kritisiert hatte.

Der Schanzenwart ist nicht immer ein Einzelkämpfer

Ein großes Sorgenkind ist für Hans Beck die Straße, die quer durch die Anlage führt und jedes Jahr aufs neue Schlaglöcher aufweist, die er mit Kies auffüllen und einebnen muss. Um die Schanze auf Sommerbetrieb umzurüsten, sind nicht nur die Matten zu überprüfen, sondern auch die Wasserleitungen und die Sprinkleranlage in Betrieb zu nehmen, gegebenenfalls zu reparieren oder auszutauschen.

Der Weg ist ein Sorgenkind von Hans Beck. Jahr für Jahr sind die Schlaglöcher wieder da.
Foto: Marion Eckert | Der Weg ist ein Sorgenkind von Hans Beck. Jahr für Jahr sind die Schlaglöcher wieder da.

20 Stunden in der Woche ist Hans Beck im Durchschnitt an der Schanze tätig. Er ist fast jeden Vormittag von 8 bis 12 Uhr im Einsatz, an manchen Tagen auch noch am Nachmittag. "Ich bin ein Einzelkämpfer hier oben. Aber nicht immer. Wenn ich die Eltern der Skispringer zum Arbeitseinsatz bitte, sind sie auch da. Auf die Eltern ist wirklich Verlass", lobt Hans Beck. Aber nicht nur die Eltern stehen Hans Beck zur Seite. Denn wenn es um größere Einsätze geht, hat er auch beim RWV Mitstreiter, die er ansprechen kann.

Ein Nachfolger für die Schanzenpflege wird gesucht

Im vorigen Jahr wurden die Container umgesetzt und Hans Beck konnte sich eine kleine Werkstatt einrichten. Nun hofft er, dass der Stromanschluss der Schanze in diesem Jahr noch erfolgen wird. Auch wenn dies einiges an Arbeit mit sich bringen werde. Denn nicht nur Flutlichtmasten sollen gesetzt werden, sondern auch eine Aufstiegshilfe werde kommen.

Ein Tüftler ist Hans Beck und ein ideenreicher Handwerker.
Foto: Marion Eckert | Ein Tüftler ist Hans Beck und ein ideenreicher Handwerker.

"Ich wünsche mir, dass die Anlage lange Zeit erhalten bleibt und ein guter Nachfolger für mich gefunden wird. Eventuell muss auch jemand eingestellt werden. Es wäre ein Ganztagsjob hier oben. Aber darüber müssen sich der Landkreis und die Stadt Gedanken machen", fasst Beck zum Abschluss des Gesprächs zusammen: "Natürlich wünsche ich  mir auch, dass immer genug Nachwuchs da ist und sie mit Freude bei der Sache sind."

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