Hausen

Hausen: Mit der Bundeskanzlerin auf Du und Du

Pfarrvikar Paul Reder erzählte aus dem Leben eines Weihrauchfasses.
Foto: Ulrike Mauer | Pfarrvikar Paul Reder erzählte aus dem Leben eines Weihrauchfasses.

Wenn sich  in Hausen bei einer Veranstaltung bereits 90 Minuten vor Beginn lange Schlangen vor dem Vereinsheim bilden, dann kann es sich nur um den Kappenabend des Rhönklubs handeln. So war es auch in diesem Jahr wieder gar nicht so leicht, einen der Plätze in der alten Schule zu ergattern. Denn schließlich wollte sich niemand die "Narretei im Wahllokal" entgehen lassen.

Pünktlich konnte Georg Martin, der mit viel Witz durch den Abend führte, im vollbesetzten Sitzungssaal die gutgelaunten Wähler aus Hausen und den Nachbargemeinden begrüßen. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel, perfekt imitiert durch Heidi Hohmann, hatte sich unter ihre Mitbürger gemischt, um gemeinsam den Kappenabend. Los ging es mit der traditionellen Eröffnung durch die Rhüemäche. Natürlich machten sich auch Anette Hauck, Kerstin Eckert, Sybille Martin, Katja Orf und Birgit Stock ihre Gedanken zur bevorstehenden Wahl. Aber warum es in Hausen nur den Fridolin als Bürgermeisterkanditaten geben kann, hatten die Rhönklub-Damen längst durchschaut: "Gegen so einen Pfundskerl wie unseren Friedel traut sich einfach keiner!". Aber nicht nur den neuen, alten Bürgermeister hatten die fünf in ihr Herz geschlossen, auch einen neuen Pfarrer hatten sie schon ins Auge gefasst. Seine Frau wäre dann eben die Pfarrköchin und alles wäre prima, im Pfarrhaus wohnt er schließlich schon.

Wolfgang Orf und Michael Leier bedauern das plötzliche Ableben eines Hahnes und seiner Hennen
Foto: Ulrike Mauer | Wolfgang Orf und Michael Leier bedauern das plötzliche Ableben eines Hahnes und seiner Hennen

Dass die Männer des Dorfes eine neue Heimat für ihren Stammtisch gefunden haben, darüber  freuten sich die Frauen sehr, aber wenn ein Gemeindearbeiter am Heiligen Abend in aller Frühe  mit der Motorsäge Holz sägen muss, da versteht vor allem die Nachbarin überhaupt keinen Spaß. Mit Rosen und Lobeshymnen wurde dagegen der Dorfbäcker Dieter Hippeli  für seine "wunderbare Brotvermehrung " bedacht.

Komplettes Wahllokal schunkelte

Nach diesem furiosen Start in der Bütt übernahm Musikus Horst Zipfel das Zepter und bereits bei den ersten Tönen schunkelte und sang das komplette Wahllokal. Dann öffnete sich die Bütt für den Rhönklub-Nachwuchs, die mit ihren Erzählungen aus Kindersicht für viel Gelächter und Applaus sorgten. Wer glaubt schon, dass gerade der immer fröhliche Gemeindearbeiter ein richtiger Morgenmuffel ist und nach dem Aufstehen nur mit seiner interaktiven "Alexa" spricht? Auch das Geheimnis um den beleuchteten Weihnachtskranz am Rathaus konnten Gregor Eckert, Helena Stock, Lena Hohmann, Jasmina Trabert, Hanna Handwerk, Elise Grösch und Emil Stock lüften . "Das ist doch der neue Defibrilator." Wohin alle vier Wochen sieben junge Männer gemeinsam mit einem Kasten Bier und einer Flasche Sekt ziehen, hatten die Kids längst durchschaut. "Die blockieren stundenlang den Friseursalon im Dorf."  Was es mit dem Avatar in der Kirche und dem Vater der in der Hundehütte schläft, auf sich hat, wussten sie in allen Details unnachahmlich zu berichten. Mit langanhaltendem Applaus und einem Geschenk wurden die Rhönklub-Kids verabschiedet.

Dann betrat jemand die Hausener Faschingshochburg, der an diesem Abend sein Debut in der Bütt feierte. Pfarrvikar Paul Reder war als Weihrauchfass nach Hausen gekommen, um aus dem Leben eines solchen zu berichten. "Wenn ich zum Einsatz komme, hüsteln die einen, während mich die anderen auf Lunge rauchen".  Eine schlechte CO2-Billanz ist so einem Fass  einerlei und beim Abhängen in der Sakristei singt es hin und wieder leise "links, recht, vor, zurück…." vor sich hin.

Ein gutes Stichwort für Alleinunterhalter Zipfel, der die Feierwütigen weiterhin mit Stimmungsliedern begeisterte.  Den grandiosen Schlusspunkt  der Bütten setzte die alte Hausener Feuerwehrkapelln . Natürlich hatten auch Wolfgang Orf, Michael Leier, Konrad Rothaug und Ralf Städtler wieder einiges gehört, was sie musikalisch zum Besten gaben. So sangen sie von vergiftetem Federvieh, liebestollen Hunden und dem "Bi- Ba- Burzel-Bö" der im Alter noch sportlich wird. Auch vom nächtlichen Schäferstündchen der anderen Art, welches zu abgefressenen Pflanzen und verdreckten Anwesen führte, sangen die vier in bester Feuerwehrkapelln-Manier. Als besonders schlauen Fuchs besangen sie ihren Bürgermeister, der mit seinem geteerten Weg zur Mariengrotte besonders bei denen, die den Rollator schieben, Pluspunkte sammelt. Deshalb wird wohl zu den Mai-Andachten der Lobpreis in diesem Jahr leicht abgeändert, so hörte man an diesem Abend die Hausener schon singen: "Maria wir rollen zu dir…Muttergottes wir rollen zu Dir". Mit diesem unnachahmlich Auftritt und euphorischem Beifall wurde die Bütt geschlossen und eine lange Nacht im närrischen Wahllokal begann.

Die Rhönklub-Kids v.l.Helena Stock, Elise Grösch, Lena Hohmann,Gregor Eckert, Jasmina Trabert, Hanna Handwerk und Emil Stock wissen genau, was im Dorf los ist.
Foto: Ulrike Mauer | Die Rhönklub-Kids v.l.Helena Stock, Elise Grösch, Lena Hohmann,Gregor Eckert, Jasmina Trabert, Hanna Handwerk und Emil Stock wissen genau, was im Dorf los ist.
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