Schönau

Himmelschauplatz am Burgwallbacher Badesee

Die NES-Allianz möchte einen Himmelschauplatz am Burgwallbacher Badesee ausweisen. Die Gemeinderäte sehen das Vorhaben zwiespältig. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Foto: Marion Eckert | Die NES-Allianz möchte einen Himmelschauplatz am Burgwallbacher Badesee ausweisen. Die Gemeinderäte sehen das Vorhaben zwiespältig. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

Wird der Burgwallbacher Badesee ein Himmelschauplatz beziehungsweise ist er dafür überhaupt geeignet? Im Rahmen eines Leader-Projektes des Landkreises, mit dem Verein Naturpark und Biosphärenreservat Rhön als Projektträger, ist die Einrichtung von Himmelschauplätzen an ausgewählten Standorten geplant.

An diesen Plätzen soll zum einen die Beobachtung des Himmels ermöglicht, wie auch eine Besucherlenkung erzielt werden. Pro Allianz soll in Rhön-Grabfeld ein Himmelschauplatz entstehen. Wie Bürgermeisterin Sonja Rahm informierte, habe sich die NES-Allianz für eine solche Einrichtung am Burgwallbacher Badesee ausgesprochen. Die Kriterien, die ein solcher Platz erfüllen muss, sind Folgende: Möglichst wenig Lichtverschmutzung, freier Blick nach Süden sowie Anbindung an eine bestehende Einrichtung wie Gastronomie oder Hotellerie. Diese Kriterien seien am Badesee in Burgwallbach erfüllt. Als Himmelschauplatz komme ein Bereich oberhalb des See, am Endes des Badegeländes in Frage. Es sei eben und gut mittels eine Hecken-Bepflanzung abzugrenzen.

60 Prozent Förderung

Die Himmelschauplätze in der Rhön sollen einen Wiedererkennungswert aufweisen, weshalb verschiedene Elemente für die Platzgestaltung zur Auswahl stehen. Beispielsweise dreh- und kippbare Wellenliegen, eine drehbare Sternenkarte, ein Polarsternfinder, Fernglasaufsetzer und Infotafeln. Die Kosten für die Grundausstattung liegen bei rund 20 000 Euro. Die Förderquote liegt bei 60 Prozent. Konkrete Kostenschätzungen für die Gestaltung des Umgriffs, inklusive Beleuchtung und Installation liegen aktuell noch nicht vor. Diese Kosten seien nicht förderfähig. Die Kosten für Wartung und Installation liegen bei der Kommune.

Wie die Bürgermeisterin ausführte, soll der Himmelschauplatz einen Mehrwert für das gesamte Badeseeareal bieten und die Nutzungsmöglichkeiten ausweiten. Der Himmelschauplatz soll sich ganzheitlich in das Gesamtkonzept des Badesees einfügen und sei ein Betrag zum sanften Tourismus. Die Gemeinde profitiere zudem von überregionaler Werbung für den Badesee.

Touristische Auswirkung bezweifelt

Kritisch sah Eberhard Märkert das Vorhaben. Er sieht keinen Mehrwert für die Gemeinde, sondern nur Folgekosten. Er bezweifelt, ob so ein Platz überhaupt sinnvoll sei und angenommen werde. "Sterne beobachten kann man auch von zu Hause aus. Mir fehlt dazu die Phantasie. Wer Sterne beobachten möchte, geht da nicht hin". Er verwies auf bessere Standorte im Gemeindegebiet, die allerdings nicht mit einer Infrastruktur erschlossen seien. Außerdem sah er die Wasserkuppe als zentralen Ort in der Rhön, der diese Thema schon besetzt habe. Märkert zweifelt, dass ein Himmelschauplatz in Burgwallbach positive Auswirkungen auf Schönaus Tourismus haben werde.

Ganz so schlecht wollte Hubertus Hartwig die Sache nicht sehen. Auch die Einwendung Märkerts, dass die Jagd in dem Gebiet beeinflusst werde, konnte er nicht zustimmen. Auch Dr. Georg Vogel wollte dem Projekt eine Chance geben. Er sieht es als weitere Attraktion für individuelle Gäste. "Wir sollten es nicht ganz so schlecht reden." Mit fünf zu acht Stimmen sprachen sich die Gemeinderäte dafür aus, das Thema weiter zu verfolgen. Eberhard Märkert wollte festgehalten haben, dass eine endgültige Entscheidung noch getroffen werde, wenn genauere Kosten feststehen. "Nicht dass es dann heißt, es gibt kein zurück mehr." Dies sicherte ihm die Bürgermeisterin zu. "Nachdem feststeht wie die Ausgestaltung sein soll", terminierte sie.

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