Bischofsheim

Indien: Pandemie sorgt für strenge Ausgangsbeschränkungen

Die Situation in der Gemeinde von Pfarrer Gabriel  Gnanathiraviam in  Palanganatham in Madurai (Bundesstaat Tamil Nadu im Süden Indiens) ist aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Ausgangssperre angespannt. Dank Spenden, auch aus der Rhön, konnte er den Ärmsten der Armen mit Lebensmittelgaben weiter helfen.
Die Situation in der Gemeinde von Pfarrer Gabriel Gnanathiraviam in Palanganatham in Madurai (Bundesstaat Tamil Nadu im Süden Indiens) ist aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Ausgangssperre angespannt. Dank Spenden, auch aus der Rhön, konnte er den Ärmsten der Armen mit Lebensmittelgaben weiter helfen. Foto: Pfarrer Gabriel Gnanathiraviam

Nicht nur in Deutschland, auch in Indien wurden aufgrund der Corona-Pandemie strenge Ausgangsbeschränkungen und Einschränkungen des öffentlichen und kirchlichen Lebens verhängt. Pfarrer Gabriel Gnanathiraviam, der viereinhalb Jahre in Bischofsheim als Kaplan tätig war, mittlerweile aber eine Gemeinde in  Palanganatham in Madurai (Bundesstaat Tamil Nadu im Süden Indiens) leitet und engen Kontakt zu seinen Freunden in der Rhön hält, berichtet über die Situation in seiner Heimat.

Über Whatsapp sendet er Bilder und Videos, die die leeren Straßen von Madurai zeigen. "Es ist sonst undenkbar", schreibt er. Wo sich normalerweise Autos, Lkw, Busse, Transporter, Motorräder, Tuk-Tuks, Fahrräder, Rikschas und Menschen dicht an dicht drängen, herrscht gähnende Leere und eine fast gespenstische Stille. Am 23. März kehrte in seiner Heimat der große Stillstand ein.

Ausgangssperre ist einziger Ausweg

Die Ausgangssperre sei für Indien der einzigen Ausweg in der Corona-Pandemie. "Ihr könnt Euch auf Euer hervorragendes Gesundheitssystem verlassen und Euch sehr gut aufgehoben fühlen. Leider haben wir keine solche Ausgangsposition. Sozial Distanzierung ist daher die einzige Möglichkeit", so Gabriel Gnanathiravia.

Starkregen hat die Fläche vor der Kirche und dem Pfarrhaus von  Pfarrer Gabriel  Gnanathiraviam in  Palanganatham unter Wasser gesetzt. Eine weitere Belastung für die ohnehin schon arme Gemeinde.
Starkregen hat die Fläche vor der Kirche und dem Pfarrhaus von Pfarrer Gabriel Gnanathiraviam in Palanganatham unter Wasser gesetzt. Eine weitere Belastung für die ohnehin schon arme Gemeinde. Foto: Pfarrer Gabriel Gnanathiraviam

Andere Videos zeigen Tagelöhner und Wanderarbeiter, die trotz Ausgangssperre auf der Straße unterwegs sind. Tücher vor dem Gesicht sollen vor dem Corona-Virus schützen. Sie sind auf dem Weg in ihre Dörfer, denn in der Stadt finden sie keine Arbeit mehr. "Es ist eine böse, dunkle Zeit. Bei uns leiden viele Tagelöhne. Sie leiden Mangel an notwendigen Lebensmitteln. Ausgangssperre heißt für die Tagelöhner keine Arbeit. Keine Arbeit bedeutet kein Geld. Mangel an Geld führt sie zum Hungern", beschreibt er die Situation.  

Staatliche Hilfe reicht nicht aus

Die meisten seiner Gemeindemitglieder sind Tagelöhner.  Zwar helfen die Regierung und auch einige freiwillige karitative Organisationen mit Lebensmitteln, doch das reiche bei Weitem nicht aus. Pfarrer Gabriel: "Die Leute klagen: Ob wir an Corona sterben oder nicht, wir werden sicher an der Hungersnot sterben."  

In seiner Gemeinde St. Antonius konnte er den ärmsten Familien helfen. Schon um Ostern herum verteilte er Lebensmitteln an notleidende Menschen. 190 Familien konnte bisher geholfen werden. In einer ersten Hilfsaktion wurde 90 Familien mit 10 Kilogramm Reis, sieben Kilogramm Gemüse, Öl, Linsen und Gewürzen geholfen. Zwei Wochen später bekam er für 100 Familien weiterer Unterstützung über seinen zuständigen Bischof. "Der Bischof hat ca. 8000 Familien im ganzen Bistum geholfen."

Großzügige Unterstützung aus der Rhön

Bisher konnte Pfarrer Gabriel  Gnanathiraviam den Menschen in seiner Gemeinde auch dank der großzügigen Unterstützung seiner Freunde aus der Rhön und den Pfarreiengemeinschaften Am Kreuzberg, Bischofsheim; Die Walddörfer, Sandberg und Immanuel Hohe Rhön, Oberelsbach unterstützen. Im August 2019 war er als Urlaubsvertretung in Bischofsheim und konnte viele Spenden mit nach Indien nehmen.  Er hat Gelder gesammelt, um einen Saal für Schule und Gemeinde zu bauen. Die Spenden aus Deutschland bilden den Kapital-Grundstock, die Diözese Würzburg hat das Projekt mit 15 000 Euro unterstützt. Auch wenn das vorhandene Geld noch nicht reicht, wollte Pfarrer Gabriel mit dem Bau in diesem Frühjahr beginnen. Leider hat dies die Corona-Epidemie bis jetzt verhindert.

Für dieses Jahr war seine Reise nach Deutschland schon geplant, doch wird er aufgrund der Krise nicht kommen können. Das bedeutet für ihn persönlich Einbuße. Denn da seit Wochen keine Gottesdienste mehr stattfinden, fallen auch die Gaben der Menschen für den Unterhalt der Priester aus. Ein Gehalt wie hier gibt es dort nicht.

Große Sorgen macht sich Pfarrer Gabriel um die Menschen, denn lange war nicht abzusehen, wann die Ausgangssperren wieder aufgehoben werden können. Nun konnte er am Wochenende ganz aktuell mitteilen, dass die Arbeit wieder nach und nach aufgenommen wird und die Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen können. "Die  Kirche wird in zwei bis drei Wochen geöffnet."

Soforthilfe für Pfarrer Gabriel und die Menschen in seiner Gemeinde:

Konto: Gabriel Gnanathiraviam, Liga Bank, Würzburg (IBAN: DE11 7509 0300 0003 1938 45; BIC: GENODEF 1M05
Hierbei kann Ihnen allerdings keine steuerwirksame Spendenquittung ausgestellt werden.
Quelle: mec

Über die Kirchenstiftung St. Katharina Unterweißenbrunn

IBAN: DE74 7935 3090 0011 1736 63; BIC BYLADEM1NES , mit dem Spendenzweck "Corona-Nothilfe".
Hierbei können steuermindernde Spendenquittungen ausgestellt werden. Spendengelder  über dieses Konto laufen über die Diözese Madurei. Auf dieses Konto können auch Spenden für das geplante Bauvorhaben getätigt werden.
Quelle: mec

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