Wechterswinkel

Jüdische Kammermusik im Kloster Wechterswinkel

Das 'Klaviertrio Würzburg' mit Katharina (von links) und Karla-Maria Cording sowie Peer-Christoph Pulc  gastierte mit jüdischer Kammermusik im Kloster Wechterswinkel und begeisterte das Publikum.
Foto: Klaus-Dieter Hahn | Das "Klaviertrio Würzburg" mit Katharina (von links) und Karla-Maria Cording sowie Peer-Christoph Pulc  gastierte mit jüdischer Kammermusik im Kloster Wechterswinkel und begeisterte das Publikum.

Seit zwei Jahrzehnten finden die "Jüdischen Kulturtage" in Bad Kissingen statt. Aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums hat das fast gleich alte "Klaviertrio Würzburg" ein abwechslungsreiches Programm jüdischer Kammermusik zusammengestellt, das sie nun im Kloster Wechterswinkel vor einem begeisterten Publikum präsentierten.

Dabei konnten die Besucher feststellen, dass jüdische Musik keinesfalls nur aus Klezmer-Musik besteht. Vielmehr umfasst die Schaffenspalette jüdischer Komponisten weit mehr. So boten die drei Künstler, die Schwestern Karla-Maria und Katharina Cording (Klavier beziehungswiese Violine) sowie Peere-Christoph Pulc (Cello), gleich zum Auftakt ein besonderes Hörerlebnis: Das "Trio Nr.3 c-moll op. 59" des Musiktheoretikers und Komponisten Salomon Jadassohn (1831-1902).

Er hat die Musik des 19. Jahrhunderts mitgeprägt, ist aber mit seinen Werken weithin in Vergessenheit geraten. Sein Werk "Trio Nr. 3" beginnt pathetisch, führt bald hin zu schwärmerischen Passagen, die das Klaviertrio Würzburg wunderbar virtuos umzusetzen versteht.

Aus dem Trio wurde ein Duett

Nach diesem grandiosen Konzertauftakt wurde aus dem Klaviertrio ein Duett: Die beiden Schwestern Cording unterstrichen ihre große Klasse und ihr herausragendes Können bei dem Werk "Cinq pieces por violon et piano" des wesentlich bekannteren polnisch-französischen Komponisten Alexandre Tansman (1897-1986). Der Unterschied zur Komposition von Jadassohn war dabei deutlich spür- und hörbar: Die "Toccata" zu Beginn lässt nach Ansicht von Michaela Kraus von der Kulturagentur des Landkreises keinen Zweifel daran, dass Tansman von den Einflüssen des 20. Jahrhunderts geprägt war. Stark rhythmisch und mit Dissonanzen durchsetzt erreichten ganz andere Klänge die Besucher.

Ruhiger dagegen und mit zarten, hohen Geigentönen versehen dann das "Chanson et Boite a Musique". Unruhig und voller Bewegung das, wie der Name es schon sagt, "Mouvement Perpetuel", wobei Katharina Cording ihre Finger über die Saiten tanzen ließ und damit ein Summen wie von einem Bienenschwarm erzeugte. Auch in der "Aria" präsentierte sie das volle Klangspektrum und die vielen Klangfarben ihres Instrumentes.

Die Künstler ließen noch die "Hebrew Melody op. 33 für Violine und Klavier" des litauisch-amerikanischen Komponisten Joseph Achron (1886-1943) sowie die "Polonaise de Concert Nr. 1 D-Dur op. 4 für Violine und Klavier" von Henryk Wieniawski erklingen, bevor es in die verdiente Pause ging.

Virtuosität nachdrücklich unter Beweis gestellent

Zum Start in die "Zweite Halbzeit" des Konzertabends konnte endlich auch Karla-Maria Cording solistisch ihre Virtuosität und Genialität auf dem Steinway-Flügel nachdrücklich unter Beweis stellen. Gemeinsam mit dem Cellisten Peere-Christoph Pulc präsentierte sie anschließend Werke von Jacques Offenbach (1819-1880), darunter auch vertraute Klänge der Motive aus Mozarts "Hochzeit des Figaro".

Zum Abschluss kam das Publikum noch in den Genuss von Kompositionen Leonard Bernsteins (1918-1990) sowie einer Corelli- Zugabe als Folge des minutenlangen Applauses des begeisterten Publikums.

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