Bastheim

Kinder des Bastheimer Schülerhorts sind kleine Experten für Wildbienen

Die Teilnahme am 'Wildbienenprojekt' der Uni Würzburg machte den Mädchen und Jungen des Bastheimer Schülerhortes mächtig viel Spaß.
Die Teilnahme am "Wildbienenprojekt" der Uni Würzburg machte den Mädchen und Jungen des Bastheimer Schülerhortes mächtig viel Spaß. Foto: Margit Barthelmes

Wo leben Wildbienen ? Was können wir tun, damit sie gut leben ? Welchen Gefahren sind die Wildbienen ausgesetzt ? Spielerisch sind vor einigen Tagen Kinder des Bastheimer Schülerhortes und Hortleiterin Margit Barthelmes diesen Fragen gemeinsam mit Sonja Schröck von der Uni Würzburg nachgegangen. Dabei haben alle Beteiligten eine ganze Menge über die Artenvielfalt, das Leben der Wildbienen usw. erfahren und sind damit zu richtig kleinen Experten für Wildbienen geworden.

Sonja Schröck ist Teil eines Projektteams der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, das sich neben der Erfassung der Arten von Wildbienen sowie der Blütenpflanzen und Niststrukturen in unseren Dörfern der Bewertung der Landschaftsvernetzung und auch der Entwicklung von Managementmaßnahmen in Dörfern sowie der Förderung des Wissenstransfers in die Gesellschaft verschrieben hat.

Rückgang der Artenvielfalt im ländlichen Raum

Artenreiche Gärten, Obstbäume, Wildgehölze und strukturreiche Grünflächen bieten den ca. 550 Wildbienenarten in Deutschland ein vielfältiges Nahrungsangebot. Dabei suchen die Insekten bevorzugt alte Holzscheunen, Obstbäume mit Totholz, Trockenmauern und offene Bodenflächen als Nistplätze. In Bayern ist der Bestand der Wildbienen gefährdet. Zunehmender Nutzungsdruck, der Verlust von Kleinstrukturen, Flächenversiegelung und das Bestreben, öffentliche Grünflächen und Gärten möglichst pflegeleicht zu gestalten, führen häufig zu einer ökologischen Verarmung der Kulturlandschaft und damit zum Rückgang der Artenvielfalt im ländlichen Raum.

Mit dem Projekt, das vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie an der Uni Würzburg gemeinsam mit dem Biodiversitätszentrum Rhön durchgeführt wird, soll untersucht werden, welchen Wert verschiedene Lebensräume in Dörfern besitzen und wie die Vernetzung mit der umgebenden Landschaft die Vielfalt von Wildbienen beeinflusst. Man will gemeinsam mit den Gemeinden blütenreiche und vielfältige Lebensräume fördern und damit die Insekten schützen. Insgesamt werden 40 ländliche Siedlungen mit 800 bis 3000 Einwohnern in der Rhön und in Mainfranken untersucht. Dazu wurden Insektenhotels aufgestellt. In Bastheim speziell auf dem Kinderspielplatz in der Gartenstraße, auf dem Friedhof, in einem Blumengarten, in einem "normalen" Garten und auf einer Wiese, die nicht gemäht wird. Das selbe wurde übrigens auch in Würzburg gemacht.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Damit sollen Erkenntnisse gewonnen werden über die Unterschiede zwischen Stadt und Land und z.B. auch über die Anzahl der Arten. In jedem Lebensraum finden sogenannte "Transektbegehungen" statt, um die Artenvielfalt und Häufigkeit von Bienen und Blütenpflanzen zu erfassen. Kleine und unauffällige Arten werden mit Farbschalen gefangen und identifiziert. Für oberirdisch nistende Arten werden experimentelle Nisthilfen, wie die Insektenhotels, aufgestellt, die eine Ansiedlung und Erfassung von Bienen ermöglichen.

Mit Keschern machten sich die Bastheimer Kinder auf den Weg zu einer Wiese, auf der sie dann Steinhummeln, Sand-, Furchen-, Mauerbienen, kleine Heupferde oder auch die Langbauchschwebfliege fanden. Die Tätigkeit als "Nachwuchs"-Forscher machte den Mädchen und Jungen sichtlich Spaß. Dabei betrachteten sie aber nicht nur die Tierwelt, sondern z.B. auch vier Kleesorten (Hufeisen-, Wiesenklee weiß und lila sowie den kriechenden Hopfenklee). Dazwischen sorgten viele Spiele für eine Menge zusätzliche Unterhaltung. Am Ende bastelte dann jedes Kind noch mithilfe eines Rohres ein kleines Insektenhotel, in das sie dicke, mittelstarke und dünne Schilfrohre hineinsteckten.

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