Bad Königshofen

Königshöfer Notgeld kam vor 100 Jahren unter die Leute

Der entsprechende Schein im Wert von 30 Pfennigen zeigt auf der einen Seite den Marktplatz und der anderen das letzte noch verbliebene Stadttor
Eine Darstellung des letzten verblieben Stadttores ziert eine Seite des Scheines mit einem Wert von 30 Pfennigen.
Foto: Foto/Scan Frank Helmerich | Eine Darstellung des letzten verblieben Stadttores ziert eine Seite des Scheines mit einem Wert von 30 Pfennigen.

Nach einem Aprilscherz war den Verantwortlichen der Stadt Bad Königshofen sicher nicht zumute, als sie das Notgeld mit dem Datum des 1. April 1921 in Umlauf brachten. Auch wenn die kleinformatigen Papierscheine in den schwierigen Jahren während und nach Ende des Ersten Weltkrieges einer Mangelsituation entsprungen waren, wie ihr Namen schon sagt, so gaben sich die Herausgeber doch vielerorts mit der Gestaltung einige Mühe.  Und so auch in Bad Königshofen. Als Ursache des Notgeldes gelten akuter Kleingeldmagel, der auf das Horten von Münzen und den kriegsbedingten Metallbedarf zurückzuführen war. 

Rechts unten auf dem Schein steht das Datum, an dem die Lokalwährung entstanden ist oder Gültigkeit erlangt hat. 
Foto: Foto/Scan Frank Helmerich | Rechts unten auf dem Schein steht das Datum, an dem die Lokalwährung entstanden ist oder Gültigkeit erlangt hat. 

Der Schein, um den es hier in erster Linie geht, weil er am 1. April genau vor 100 Jahren  für einige Zeit Gültigkeit erlangt hatte, zeigt auf der Vorderseite eine Darstellung des Marktplatzes mit der Stadtpfarrkirche im Hintergrund. Aufmunternde Reime, wie "Arbeit bringt Brot - Wo Brot keine Not" und "Wo Arbeit ist Segen und Glück aller Wegen" sollten wohl ein wenig Hoffnung auf die Zukunft machen. Gültig sollte die Lokalwährung mit einem Wert von 30 Pfennige "8 Tage nach Aufruf" sein.  

Die Rückseite zeigt das letzte noch Das letzte noch erhaltene Stadttor am Anwesen der einstigen Ziegelei Gernert, das im Zuge des Verkaufs des gesamten Geländes wieder begehbar gemacht werden soll. Diese Scheinseite ist weiterhin gestaltet mit einer Anzahl von Wappen, die wohl die in der Stadt beheimateten Handwerke darstellen sollen. Dazu gibt es wieder Gereimtes: "Königshöfer Feld -Königshöfer Geld" heißt es zum einen und: "Wer das eine hat, das andere erhält."  

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