Saal

Kompromiss in Saal: Tempo 30 gibt es nicht überall

Die Gemeinderäte ließen sich am Hochbehälter von Wasserwart Holger Pecat über die momentane Lage informieren.
Die Gemeinderäte ließen sich am Hochbehälter von Wasserwart Holger Pecat über die momentane Lage informieren. Foto: Regina Vossenkaul

Mit einem Ortstermin am Hochbehälter begann die Gemeinderatssitzung in Saal. Wasserwart Holger Pecat informierte über die Wasserversorgung, die auf zwei eigenen Brunnen basiert. Brunnen eins liefert acht Liter pro Sekunde, Brunnen zwei elf Liter pro Sekunde. Derzeit besteht noch kein Wasserspargebot. Anfang 2000 in Betrieb genommen, müssen die Brunnen alle 10 bis 15 Jahre regeneriert werden. Das Ortsnetz wurde komplett saniert und ist in gutem Zustand, die Wasserqualität ist gut, es gibt keine Nitratprobleme, das Wasser wird lediglich mit Sauerstoff angereichert und regelmäßig untersucht.

Weitere Grabungen würden wohl um die 500 000 Euro kosten 

Im Bereich des möglichen Baugebiets "Am Oberbach" ist ein Bodendenkmal eingetragen, deshalb musste die Gemeinde Sondierungen durchführen lassen. Beauftragt wurde das Büro Müller, Gochsheim. Nachdem der Oberboden in Streifen 40 Zentimeter tief abgetragen worden war, konnte man deutlich erkennen, dass es hier im hinteren Bereich Siedlungsreste aus der Linearbandkeramiker-, der Urnenfelder- und der Hallstadtzeit gibt. Der Teil, auf dem ein Netto-Markt entstehen soll, ist frei von Funden. 57 Bodenfunde gab es in den Untersuchungsgräben. Daraus folgt, dass entweder das ganze Gebiet freigeräumt werden muss und die Kosten auf die Quadratmeterzahl der Grundstücke umgelegt werden (grob geschätzt werden rund 500.000 Euro) oder dass jeder Grundstückseigentümer (außer im befundfreien Gebiet) selbst bei Bauarbeiten eine archäologische Begleitung braucht. Das dann auf eigene Kosten.

Die Gemeinderäte waren sich einig, dass sich unter diesen Umständen kaum ein Bauherr darauf einlassen würde. Beschlossen wurde nach eingehender Diskussion, das Baugebiet zu verkleinern, was jedoch bedeutet, dass sich die Erschließungskosten auf weniger Quadratmeter umlegen lassen, was die Grundstücke verteuert. Außerdem bestehen die Gemeinderäte darauf, dass eine Linksabbiegespur eingerichtet wird, um Unfälle zu vermeiden. Auch diese Kosten werden umgelegt. Die Bürgermeisterin wurde damit beauftragt, in einem Gespräch mit dem Investor des Lebensmittelmarktes zu klären, ob er unter diesen Umständen an seinem Bauvorhaben festhält. Außerdem soll genau ermittelt werden, wie groß die Fläche ist, die mit wenig Aufwand zur Verfügung stehen würde und wie hoch die Kosten dafür wären.

Im Altort kann eh nicht schnell gefahren werden

Zweites großes Thema im Gemeinderat war "Tempo 30" im Gebiet von Saal. Hier hat die Bürgermeisterin Cornelia Dahinten in einem Gespräch mit Sebastian Roth vom Landratsamt und PKH Gerd Jahrsdörfer einen Kompromiss ausgehandelt. Die Anordnung einer "Tempo 30-Zone" im Bereich Abt-Irtel-, Centberg-, Berg-, Rhönstraße, Jahnstraße, Bäckerhügel und Lehmgrube kann so akzeptiert werden. Im Bereich des Kindergartens gilt jetzt zeitweise Tempo 30, die Marienstraße wird zur Vorfahrtstraße mit Beschränkung auf 30 km/h, weil sich dort eine Schulbushaltestelle befindet, ebenso die Raiffeisenstraße und der Bildhäuser Weg. Das Neubaugebiet "Westlich des Bildhäuser Weges" mit den Ortsstraßen "Am Oberbach" und "Sonnenleite" wird ebenfalls zur Tempo-30-Zone.

Um den Radfahrern auf dem derzeitigen Geh- und Radweg neben der Marienstraße Rechtssicherheit gegenüber den Grundstückszufahrten zu geben, wird der Weg zum Gehweg, aber "Radfahrer frei" erklärt werden. Damit haben die Radfahrer jeweils Vorfahrt vor den überquerenden Grundstückseigentümern. Die Begrenzung im Altort auf 30 km/h wird aufgehoben, dort kann man sowieso nicht schnell fahren, hieß es seitens der Behörde. Die Regelung samt Beschilderungsplan wurde so beschlossen.

Zur Kenntnis genommen wurde der Neubau eines Einfamilienhauses auf dem Grundstück Sonnenleite 11 und eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage auf dem Grundstück Sonnenleite 21, beide Bauvorhaben sind im Genehmigungsfreistellungsverfahren.

Saal tritt eventuell dem Tourismusverband Haßberge bei

Die Marktgemeinde Saal ist eventuell bereit, sich dem Tourismusverband Haßberge anzuschließen. Der Name stört, er müsste dann, wenn alle Grabfeldgemeinden dabei sind, Haßberge-Grabfeld heißen, meinte ein Gemeinderat. Es soll geklärt werden, ob der Landkreis die Vereinsgebühren übernimmt, wie bereits bei einigen Grabfeldgemeinden. Der Tourismusverband Haßberge kümmere sich um die Vermarktung ihrer Mitgliedsgemeinden mehr, als die "Rhön-GmbH", zu der Saal momentan gehört. "Wir können nur gewinnen", sagte die Bürgermeisterin. Weitere Informationen: Wahrscheinlich wird das Schwimmbad Waltershausen ab 6. Juli geöffnet, die Gemeindebücherei ist bereits geöffnet. Eventuell wird ab 22. Juli der Sportbetrieb wieder aufgenommen werden.

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