Bischofsheim

Kreuzbergschule: Gerüstet für Corona und die Digitalisierung

Unterricht in Corona-Zeiten. Das Bild aus der 5. Klasse der Kreuzbergschule Bischofsheim zeigt, wie das Abstandhalten im Klassenzimmer möglich ist.
Unterricht in Corona-Zeiten. Das Bild aus der 5. Klasse der Kreuzbergschule Bischofsheim zeigt, wie das Abstandhalten im Klassenzimmer möglich ist. Foto: Marion Eckert

Die Corona-Pandemie ist für die Schulleiterinnen, Lehrer, Eltern, Schüler und alle an der Kreuzbergschule Bischofsheim Beschäftigen wie Reinigungskräfte und Hausmeister eine große Herausforderung. In der Sitzung des Schulverbandes gaben Schulleiterin Stefanie Mott und ihre Stellvertreterin Claudia Zimmermann einen Überblick über die Situation an der Kreuzbergschule.

Mitte März wurde der Präsenzunterricht in den Schulgebäuden eingestellt. Kein Unterricht bis zu den Osterferien bedeutete Homeschooling. Unterricht zu Hause, das war für Lehrer, Schüler und Eltern neu.

Nicht jeder Haushalt war auf Homeschooling vorbereitet

"Nicht jede Familie hat die nötige technische Ausstattung für ihre Kinder, um die Web-Angebote nutzen zu können. Manch ein Elternteil benötigt den PC im Homeoffice selbst. Andere verfügten über nicht genug Geräte, damit mehrere Kinder gleichzeitig die Aufgaben erledigen konnte“, berichtete Mott von den Problemen. So konnten nicht alle Angebote über Video vermittelt werden. Die Schulleitung ermöglichte aber auch das Abholen von Unterlagen oder versendete per Post und E-Mail.

Für die Lehrer brachte die Kontrolle der Hausaufgabe neue Herausforderungen, da mehrmals abfotografiert, korrigiert und zurückgeschickt werden musste. Hinzu kam die Notwendigkeit, mit den Eltern schnell und möglichst unkompliziert zu kommunizieren. Denn vielfach kamen Änderungen und Neuerungen von staatlicher Seite quasi über Nacht und mussten umgesetzt werden. „Wir haben mit den Eltern soviel kommuniziert wie noch nie“, so Mott. „Die Bereitschaft zur Mitarbeit und Unterstützung war immer da“, lobt die Schulleiterin.

Schrittweise Wiederöffnung

Am Montag nach den Osterferien begann die schrittweise Öffnung der Schule. „Die Schüler sind gerne wieder zurück in die Schule gekommen“, sind sich Mott und Zimmermann sicher. Die 9. Klassen kam zuerst zurück. Sie wurden in drei Gruppen unterrichtet. Zusätzliche Lehrer wurden hierfür eingesetzt. Das bedeutete eine Zusatzbelastung, die eigene Klasse im Homeoffice zu betreuen und die neunte Klasse auf den Abschluss vorbereiten. „Alles war neu und wir befürchteten, dass schwächere Kinder hinten runter rutschen würden“, berichtete Mott.

Der Schulbetrieb für alle Klassen der Grundschule und der Mittelschule ist seit 15. Juni wieder möglich mit 20 Stunden pro Woche und vier Stunden Unterricht täglich. Die Klassen wurden halbiert, so dass Kleingruppen mit maximal 15 Schülern entstanden. Sie wechselten wöchentlich zwischen Homeschooling und Präsenzunterricht.

In der Schule wurde die Sitzordnung geändert, es gibt nur noch Frontalunterricht und Einzeltische, keine Gruppen- oder Projektarbeiten. Vorrangig werden Mathe, Deutsch und Englisch sowie arbeitspraktische Fächer unterrichtet, teilweise auch Sachfächer. Musik und Sport finde derzeit noch nicht statt.

Hygienekonzept

Nicht nur die Organisation des Schulunterrichts war von den Schulleiterinnen auf die Beine zu stellen. Für die Schulgebäude, die Pausenhöfe und Klassenzimmer wurde ein Hygieneplan erstellt.

Maskenpflicht gilt vom Bus bis ins Klassenzimmer und auf allen Fluren. Toiletten sind einzelnen Klassen zugewiesen. Bei Ankunft und Verlassen des Schulhauses ist Händehygiene vorgeschrieben. Pausen finden wenn möglich im Freien statt, die Pausenhöfe wurden in Zonen eingeteilt. Die Grundschüler essen zuvor im Klassenzimmer. Ein Pausenverkauf finde derzeit noch nicht statt.

Sehr gute Kommunikation mit der Stadt

Mott und Zimmermann sind voll des Lobes über die Kommunikation mit der Stadt Bischofsheim, den Busunternehmen und Busfahrern sowie den Eltern und die Disziplin der Schüler. „Mit unseren Schülern haben wir keine Probleme. Sie verstehen die Herausforderung und halten sich an die neuen Regeln.“

Abgesagt werden mussten alle Klassenfahrten und Aufenthalte in Schullandheimen. Sie sollen im nächsten Jahr wenn möglich nachgeholt werden, bis auf die Abschlussfahrten der Neuntklässler, die storniert wurde. Stattfinden werde allerdings die Entlassfeier, getrennt nach Klassen mit nur jeweils einem Elternteil, um die gängigen Vorschriften zu erfüllen.

Gelder für Tablets & Co.

Ab September soll der Schulunterricht wieder regulär stattfinden. Das heißt alle Jahrgangsstufen haben im Klassenverband Unterricht bei Einhaltung der Hygieneregeln. Doch Mott und Zimmermann sind vorsichtig. „Wir müssen abwarten, was der Herbst uns bringen wird, wenn es kühler wird und die Erkältungszeit beginnt.“

Da kommt es der Schule entgegen, dass im Zuge der Digitalisierung ein Budget von 14 000 Euro zur Verfügung steht, um Tablets anzuschaffen, die an Familien ausgegeben werde können, die über keine ausreichende digitale Ausstattung für ihre Kinder verfügen.

Schulverbands-Wahlen

In der Schulverbandsversammlung stand nicht nur die Information zu aktuellen Lage auf der Tagesordnung. Nach dem Ausscheiden von Rudi Zehe aus dem Bürgermeisteramt in Schönau scheidet er auch als stellvertretender Schulverbandsvorsitzender aus dem Amt. Seine Nachfolge im Schulverband als stellvertretende Vorsitzende tritt Schönaus neue Bürgermeisterin Sonja Rahm an. Bischofsheims Bürgermeister Georg Seiffert, der zugleich Vorsitzender des Schulverbandes ist, begrüßte Rahm im Schulverband.

Zum Vorstand gehören außerdem Oberelsbachs Bürgermeisterin Birgit Erb und Sandbergs Bürgermeisterin Sonja Reubelt. Mit den Schulleiterinnen Stefanie Mott und Claudia Zimmermann ist der Schulverband eindeutig ein Frauenteam um den Bürgermeister.

Seiffert dankte den Schulleiterinnen für den fließenden Übergang im vorigen Jahr. „Wir sind ein hervorragendes Team“, betonte er. Er nutzte die Schulverbandsversammlung, um den Schulleiterinnen wie allen Lehrkräften, Eltern, Schülern, den Busunternehmen, dem Hausmeister und dem Reinigungspersonal für die hervorragende Arbeit in der Corona-Zeit zu danken. 

Mountainbike-Stützpunkt-Schule

Gute Nachrichten gibt es zudem in Sachen Mountainbike. Die Kreuzbergschule Bischofsheim ist ab dem neuen Schuljahr wieder Moutainbike-Stützpunkt-Schule. Fachlehrer Wolfgang Then wird die Leitung der Gruppe übernehmen. Vier Sonderstunden sind der Schule hierfür genehmigt worden. Die Schulleiterin Stefanie Mott und ihre Stellvertreterin Claudia Zimmermann bauen auch künftig auf die bewährte Kooperation mit dem RWV Haselbach.

Das Angebot richtet sich an Schüler der Mittelschule von der fünften bis zur neunten Klasse. Damit das auch das Equipment passt, werden vom Schulverband neue Moutainbikes angeschafft. Dazu müsse zunächst das vorhandene Material gesichtet und entschieden werden, was sinnvollerweise zu erneuern und ergänzen ist. Im Haushalt seien entsprechende Mittel schon eingestellt worden, konnte Seiffert mitteilen.

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