BAD NEUSTADT

Kripo: Die Ermittlungen gehen weiter

Seit 27. Juli 1998 wird Raziye Genna vermisst. Nun soll sie für tot erklärt werden.
Für bundesweite Schlagzeilen sorgte vor zwei Jahren das Verschwinden von Raziye Genna. Die Türkin mit italienischem Pass lebte seit über 20 Jahren in Deutschland, die meiste Zeit davon in Bad Neustadt und später bei ihrem Lebensgefährten in Sulzfeld. Mit ihm ist sie zuletzt am 27. Juli 1998 gesehen worden. Der Mann selbst behauptet, sie am 29. Juli 1998 in Bad Neustadt abgesetzt zu haben. Danach habe er sie nicht mehr gesehen.

Selbst eine Fahndung in der Sendung "Aktenzeichen XY-ungelöst" hat keine Ergebnisse gebracht. Die Ermittlungen konzentrierten sich damals auf die Suche von Schmuck, der seit Gennas Verschwinden ebenfalls vermisst wird. Von der Frau fehlt bis dato jede Spur. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass Raiyze Genna Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist.

Mittlerweile wurde der Lebensgefährte der Vermissten zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis wegen Betrugs und Urkundenfälschung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann sich 47 000 Mark aus der Lebensversicherung von Genna durch Fälschen ihrer Unterschrift erschwindelt hat.

Zeugen hatten damals ausgesagt, dass Frau Genna sich von ihrem hoch verschuldeten Lebensgefährten trennen wollte und dass sie das Geld aus ihrer Lebensversicherung für den Aufbau einer Existenz in ihrer Heimat oder für ihre Kinder verwenden wollte.

Der Kriminalbeamte, der mit den Ermittlungen in dem Vermissten-Fall betraut war, sagte in der Verhandlung: "Ich gehe davon aus, dass Raziye Genna tot ist."

Der Aushang im Amtsgericht Bad Neustadt lautet "Es ist beantragt worden, den Tod und den Zeitpunkt des Todes durch gerichtliche Entscheidung festzustellen. Alle, die über den Zeitpunkt des Todes Angaben machen können, werden hiermit aufgefordert, dies ... bei dem ... Amtsgericht anzuzeigen."

Edgar Zeiß vom Amtsgericht erläutert, dass die Feststellung des Todes eines Menschen in der Regel beantragt wird, damit Erben festgestellt werden können und damit über den Besitz des oder der Vermissten verfügt werden kann. Nach Unglücksfällen, etwa im Gebirge, wenn die Leichen nicht geborgen werden können, wird dieses Verfahren oft angewendet. Am Ende des Verfahrens wird der oder die Vermisste offiziell für tot erklärt: "Das ist dann wie eine Sterbeurkunde," erläutert Zeiß.

Für die Kriminalpolizei Schweinfurt ist der Fall damit allerdings nicht abgeschlossen. Dort teilt man die Einschätzung der Staatsanwaltschaft, dass Frau Genna nicht mehr am Leben ist. Zu den Akten gelegt wird das Verschwinden von Raziye Genna mit der Feststellung ihres Todes nicht. Pressesprecher Joachim Türke: "Die Polizei geht weiter von einem Gewaltverbrechen aus. Die Ermittlungen gehen weiter."

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