Bad Neustadt an der Saale

Landkreis Rhön-Grabfeld will den Klimaschutz voranbringen

Ein geplantes Symposium Ende Januar 2021 muss wegen der Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschoben werden. Ein Klimaschutz-Manager soll sich demnächst darum kümmern.
Leuchtturmprojekte in Sachen Klimaschutz gibt es bereits einige in Rhön-Grabfeld. Das sagte stellvertretender Landrat Josef Demar. Dazu zählen wohl unter anderem die Biogasanlagen in Bad Königshofen, Großbardorf oder auch Unsleben und die Windkraftanlagen im Landkreis. Foto:  Hanns Friedrich       -  Leuchtturmprojekte in Sachen Klimaschutz gibt es bereits einige in Rhön-Grabfeld. Das sagte stellvertretender Landrat Josef Demar. Dazu zählen wohl unter anderem die Biogasanlagen in Bad Königshofen, Großbardorf oder auch Unsleben und die Windkraftanlagen im Landkreis. Foto:  Hanns Friedrich
| Leuchtturmprojekte in Sachen Klimaschutz gibt es bereits einige in Rhön-Grabfeld. Das sagte stellvertretender Landrat Josef Demar.

"Gerade weil wir die Corona-Pandemie haben, ist das Thema Klima wichtig, denn das Klima wartet nicht, bis wir Corona bewältigt haben." Das sagten Eberhard Räder und Carmen Kronester von der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt- und Naturschutzfragen in Bad Neustadt.

Angedacht war ein Symposium Klimaschutz mit namhaften Referenten bereits im Januar 2021. Nur wenn gravierende Gründe dies verbieten, sollte an eine Verschiebung gedacht werden. Einig wurde man sich, das Thema zunächst jedoch zur Beratung an die Fraktionen weiter zu geben. Von hier könnten dann Vorschläge für einen Zeitpunkt, den Umfang der Tagung und vor allem die Referenten gemacht werden.

Eberhard Räder erinnerte eingangs daran, dass er in der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt- und Naturschutzfragen das Thema erstmals vorgestellt hatte. Hintergrund: Der Landkreis Rhön-Grabfeld könnte damit einen Beitrag zum Einhalten der Pariser Klimaziele leisten. Schon damals sei klar gewesen, dass der neue Klimaschutz-Manager "mit ins Boot" genommen wird. Das Problem sei nun aber, dass diese Position im Landratsamt noch nicht besetzt ist, sondern erneut ausgeschrieben wird. Man war sich einig, dass dies für den neuen Manager "ein schönes Projekt mit wertvollen Inhalten" wäre.

Angedacht war die Klimatagung für den Januar 2021. Aufgrund der steigenden Zahlen bei Corona sei dies allerdings kaum durchführbar. Eberhard Räder schlug eine eintägige Tagung in Bad Neustadt vor, bei der man Dr. Klafka, einen Wissenschaftler und Unternehmer, sowie Berater im Energiebereich als Referent angedacht habe. Die Moderation der Veranstaltung könnte ein Fachmann für erneuerbare Energien übernehmen.

Dazu sagten Ausschussmitglieder, dass eine Ausgewogenheit zu beachten ist und zwar mit Referenten aus entsprechenden Bereichen des Landkreises Rhön-Grabfeld. Außerdem wäre es ideal, wenn diese Veranstaltung mit dem neuen Klimamanager gemeinsam geplant und durchgeführt wird.

Für Eberhard Räder war es wichtig, dass die Veranstaltung nicht, bedingt durch die Corona-Auflagen, immer wieder verschoben wird und dann in Vergessenheit gerät. "Dazu ist das Thema viel zu wichtig und wir dürfen nicht vor Angst wegen Covid 19 erstarren", forderte er. Außerdem könnte der Landkreis zeigen, dass er die Klimaziele ernst nimmt, aufzeigt, was bereits umgesetzt wurde und man Überlegungen anstrengt, was in Rhön-Grabfeld noch weiter möglich wäre. Veranstalter sollte der Landkreis Rhön-Grabfeld sein, der damit zeigen könnte, dass ihm das Thema wichtig ist. "Das Klima wartete nicht, bis wir Corona bewältigt haben."

Carmen Kronester sagte, dass es schön wäre, wenn der neue Klimamanager dabei sein könnte, aber darauf könne man nicht warten und sollte gemeinsam als Landkreis das Thema anpacken.

Stellvertretender Landrat Josef Demar stellte fest, dass man im Landkreis ja nicht untätig war, sondern schon "Leuchtturmprojekte" vorweisen könnte. So wisse kaum jemand, dass der Landkreis mit zehn Prozent über Biogas versorgt wird.

Das Thema werde deutschlandweit kontrovers diskutiert, fügte Landrat Thomas Habermann an und sagte, dass sofort gehandelt werden sollte. Hier sei man sich einig. Wichtig sei ihm, möglichst viele aus dem Landkreis bei der Klimatagung dabei zu haben. So zum Beispiel die Bürger, Energieunternehmen , Banken, Umweltverbände, Kirchen, Landwirte und die Industrie. "Alle, die hier leben und arbeiten sollten einbezogen werden."

Zweiter stellvertretender Landrat Bruno Altrichter stellte fest, dass man sich im Ausschuss in den wesentlichen Punkten ja einig sei. Es gehe lediglich noch um das Format und den Zeitpunkt. Auch Bruno Altrichter ist es wichtig nicht nur einen Wissenschaftler, sondern weitere Referenten einzuladen. "Es geht darum, die Veranstaltung glaubwürdig zu machen." Dabei sollte der Klimamanager einbezogen werden, forderte auch er. Eberhard Räder sprach die Möglichkeit an, die Veranstaltung über die Medien, auch im Internet, mit zu verfolgen. Dort könnten Interessenten entsprechende Fragen stellen, die dann in die Diskussion einfließen. Außerdem sollte der Vortrag auch danach im Netz noch abrufbar sein.

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