Langenleiten

Langenleiten: Herbert Holzheimers Figuren nun in Farbe

Herbert Holzheimer hat neue Skulpturen auf dem Grundstück vor seinem Haus in Langenleiten aufgestellt. Eine seiner Lieblingsfiguren ist die Skulptur des Kleinsassener Bauern Friedrich Weber. Andere, schon vorhandene Figuren hat er mit Farbe bemalt.
Foto: Marion Eckert | Herbert Holzheimer hat neue Skulpturen auf dem Grundstück vor seinem Haus in Langenleiten aufgestellt. Eine seiner Lieblingsfiguren ist die Skulptur des Kleinsassener Bauern Friedrich Weber.

Seit vielen Jahren stehen auf dem Grünstreifen vor dem Anwesen von Herbert Holzheimer in Langenleiten einige seiner Werke, die ihm besonders ans Herz gewachsen sind. Sie verschönern den Ort und zeigen den Gästen gleich, dass sie sich hier in einem Künstlerdorf befinden. Seine Figuren sind quasi die Eröffnung des anschließenden Kunstangers, der sich durch den gesamten Ort zieht.

Aufmerksamen Betrachtern fällt auf, dass die Figuren sich verändert haben. Sie haben Farbe bekommen und es sind neue Figuren hinzugekommen. Sofort fallen die drei Buben auf. Sie standen schon zuvor an ihrem Platz, doch nun haben sie braune Hosen und Jacken an. Der Strumpf des einen ist aufgerissen und zeigt ein blutiges Knie. Zwei der Buben haben Holzschuhe an, der dritte lederne Schnürstiefel. Die Fuldaer Buben hat Holzheimer nach einer Vorlage aus dem Rhönkalender vor vielen Jahren nachgearbeitet. Die Originalaufnahme stammt vermutlich aus dem Jahr 1932 und zeigt drei Jungs auf dem Markt in Fulda.

Die drei Buben hat Herbert Holzheimer nun bemalt.
Foto: Marion Eckert | Die drei Buben hat Herbert Holzheimer nun bemalt.

Herbert Holzheimer hat Spaß am Bemalen der Figuren gefunden

Ein paar Schritte weiter steht eine neue Figur. Lebensgroß zeigt sie einen Rhönern Bauern in Holzschuhen, der eine Feierabendpfeife in der Hand hält. "Es ist Friedrich Weber aus Kleinsassen", erinnert sich Holzheimer. Er war ein großer Freund der Kunstwoche in dem Künstlerdorf in der hessischen Rhön und schaute Tag für Tag bei Holzheimer, der dort ausstellte, vorbei. Die Bronzeplastik wurde 1991 in Kleinsassen vor Webers Wohnhaus aufgestellt. Die Form dazu hat er all die Jahre auf seinem Dachboden gelagert. Nun hat er einen Zweitguss anfertigen lassen, dieses Mal in Kunstharz.

Seit einiger Zeit räumt Holzheimer sein Lager aus. Von seinen schönsten und liebsten Stücken lässt er Zweitgüsse anfertigen, die er vor seinem Haus, aber auch im Hof und Garten, ausstellt. Viele von ihnen hat er nun bemalt: "Das letzte Vierteljahr habe ich viele Figuren bemalt. Ich habe Spaß daran gefunden."

Bemalen von Schürzen und Kopftüchern war aufwendig

Zu den Figuren, die neu zu sehen sind, zählt die alte Frau neben Friedrich Weber. Sie hat im Grunde nichts mit ihm zu tun. Es war ein privater Auftrag für eine trauernde Oma, die der Bildhauerin Käthe Kollwitz nachempfunden wurde. Wie die drei Buben sind auch die zwei Heidelbeersammlerinnen keine Unbekannten. Sie stehen schon länger vor dem Anwesen und wurden nun bemalt.

Nach einem Farbfoto bemalte er zwei Frauen aus Stangenroth auf ihrem Weg zum Kirchgang. Nicht fehlen darf Rosenkranz und Gesangbuch. Diese Figuren standen seit gut acht Jahren im Hof und wurden nun an die Straße gestellt. "Es war aufwendig, die Tracht zu malen. Die geblümten Kopftücher und Schürzen", sagt er. In mehreren Schichten musste Holzheimer hier arbeiten. Die Witterung habe den Frauen schon zugesetzt, die Farbe sieht er nun als zusätzlichen Schutz an.

Die zwei Stangenröther Frauen beim Kirchgang hat Herbert Holzheimer aufwendig bemalt.
Foto: Marion Eckert | Die zwei Stangenröther Frauen beim Kirchgang hat Herbert Holzheimer aufwendig bemalt.

Herbert Holzheimer legt auf Details viel Wert

Neu sind die beiden Rhöner Bauern beim Viehhandel. Wie es sich gehörte, wurde der Kauf mit Handschlag perfekt gemacht. Die Sau und das Geld wechseln den Besitzer. Auf Details wie das verschmitzte Lächeln mit den Falten um die Augen hat er hier viel Wert gelegt.

Neu in der Ausstellung sind die beiden Rhöner Bauern beim Viehhandel.
Foto: Marion Eckert | Neu in der Ausstellung sind die beiden Rhöner Bauern beim Viehhandel.

Im Hof hat Holzheimer weitere neue Skulpturen ausgestellt. So neu sind sie eigentlich gar nicht: Sie stammen aus seiner Studentenzeit an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg, Anfang der 1980er Jahre. Sie lagerten bisher im Archiv. Ganz unterschiedliche Materialien stellt Holzheimer aus: Kunstharz, Beton, Stein, Gips, Holz und Terrakotta. Wenn durch die Witterung das eine oder andere nicht erhalten werden kann, sieht er das als natürlichen Prozess an: "Es gehört zum Aufräumen dazu."

Seit die Figuren an der Straße Farbe bekommen haben, kommen deutlich mehr Besucher, hat er beobachtet. "Es sind oft Wanderer, die auf dem Hochrhöner laufen, die Figuren sehen, anhalten und fotografieren."

Herbert Holzheimers Skulpturenhof in der Lindenstraße 112 in Langenleiten kann jederzeit besichtigt werden.

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