Bad Königshofen

Lesen in Coronazeiten: auch die Bücherei in Königshofen boomt

Für Sarah Schöneberg ist die Bücherei sehr wichtig, Tochter Ava (4) hat auch schon besondere Wünsche.
Foto: Regina Vossenkaul | Für Sarah Schöneberg ist die Bücherei sehr wichtig, Tochter Ava (4) hat auch schon besondere Wünsche.

"Leseratten" oder "Bücherwurm" - die Bezeichnungen im Volksmund für Vielleser sind nicht sehr schmeichelhaft. Dabei weiß man: lesen bildet. Seit die Unesco 1995 den 23. April zum "Welttag des Buches" erklärte, werden an diesem Tag das Lesen, die Bücher und die Autoren mit vielen verschiedenen Aktionen gefeiert. Auch in der Stadtbibliothek Bad Königshofen gibt es an diesem Tag normalerweise Veranstaltungen mit Schulen und Kindergärten, Vorleserunden oder Bücherrallyes. In diesem Jahr muss das Coronabedingt ausfallen, aber die Bücherei spielt in Zeiten von mehr Freizeit für viele Bürger eine noch größere Rolle als sonst.

"Schön, dass ihr wieder da seid, das Lesen vertreibt die Zeit", hörte die Leiterin der Bibliothek, Annedore Dietz-Holzheimer mehrmals, als die Türen am 25. Januar nach dem Shutdown wieder geöffnet werden durften, zumindest für "click & collect". Ab dem 1. Dezember 2020 waren die Räume in der FrankenTherme geschlossen und niemand konnte "nachtanken". Vor dem Shutdown hatten sich viele Leser noch mit Büchern eingedeckt – bis zu 15 Exemplare bei den Erwachsenen waren möglich.

Die treuen Leser harrten sogar in der Kälte aus

"Die Leute standen trotz Kälte bis zu einer Stunde Schlange, es wurden jedoch alle bedient, noch über die Öffnungszeiten hinaus," sagt Dietz-Holzheimer. Seit dem 8. März ist die Bücherei unter Hygieneauflagen ganz normal geöffnet. Aufgrund der Quadratmeterzahl dürfen dort bis zehn Personen gleichzeitig rein, längere Aufenthalte sind aber nicht gestattet, nur die Abgabe und die Ausleihe. Bibliotheken gelten als Bildungseinrichtungen, als Orte der Wissenschaft und Kultur und sind deshalb nach jetzigem Stand in Bayern systemrelevant, im Gegensatz zu den Buchhandlungen, die wie der Einzelhandel behandelt werden.

"Die Zeit nach der Wiedereröffnung war extrem arbeitsintensiv", berichtet Dietz-Holzheimer. 2.700 Medien waren unterwegs, wurden in kurzer Zeit zurückgebracht und neue wurden ausgeliehen. Wieder gab es Schlangen vor der Eingangstür. "Wir haben die Leser und die netten kleinen Gespräche vermisst", so die Leiterin. Am meisten werden leichte Literatur, Krimis und Sachbücher ausgeliehen, auch Neuerscheinungen über Corona, war zu erfahren. Welche Bedeutung die Bibliothek im Leben der Bürger von Bad Königshofen und Umgebung hat, spiegelt sich in den Antworten von einigen befragten Besuchern wider.

Annedore Dietz-Holzheimer(hinten), unterstützt durch Gudrun Hofmann, sorgt dafür, dass interessante Medien vorhanden sind und neue angeschafft werden.
Foto: Regina Vossenkaul | Annedore Dietz-Holzheimer(hinten), unterstützt durch Gudrun Hofmann, sorgt dafür, dass interessante Medien vorhanden sind und neue angeschafft werden.

Silvia Weigand leiht nur Kinderbücher für den drei Jahre alten Linus aus, der besonders Bilderbücher mit Baggern und großen Maschinen liebt, aber auch mal ein kindgerechtes Hörspiel. Vanessa Kürschner aus Aubstadt betont die Bedeutung der Bibliothek für den Kindergarten, wo sie tätig ist. Sie war gerade auf der Suche nach Büchern zu den Themen Farben, Künstler und Prinzessinnen. Normalerweise besuchen die Gruppen die Bücherei, es wird etwas vorgelesen und die Kinder können sich auch selbst Anfängerbücher aussuchen. So werden die Kleinen an die Welt der Bücher herangeführt.

Viel Lob für die "Perle" der Bücherei 

Wolfgang Rath ist seit drei Jahren Vielleser, er mag besonders Fantasy und freut sich, dass es in Bad Königshofen eine neue Abteilung dafür gibt. "Besonders in Corona-Zeiten lese ich viel", bestätigt er. Lob gibt es für Dietz-Holzheimer, die er als "die Perle" bezeichnet, sie sei immer freundlich und gehe auch auf Anregungen ein. "Die Mittel, die ihr zur Verfügung stehen, setzt sie im Sinne der Leser ein und kauft interessante Literatur. Ich wäre dafür, dass die Stadt ihre Bemühungen mehr unterstützt und das Budget erhöht." Die Bibliothek sei ein Teil der Daseinsvorsorge, meint Rath, der auch die Bücherkiste vor der Tür während des Lockdowns lobt, die für Lese-Nachschub durch Austausch sorgte. Die Leute haben gut erhaltene Exemplare hineingelegt und andere mitgenommen. Das war eine große Hilfe.

Für Sarah Schöneberg aus Irmelshausen war eine der ersten Fragen, als der Lockdown angekündigt wurde, was mit der Bibliothek geschieht. "Mein achtjähriger Sohn verschlingt die Bücher regelrecht, soviel kann man gar nicht kaufen. Mir ist es wichtig, dass er dabei bleibt." Ihre Tochter, vier Jahre alt, fängt mit Bilderbüchern an oder lässt sich was vorlesen. Schöneberg nutzt auch die Online-Bestellungen, das klappe sehr gut, erklärte sie. "Ich war sehr froh, als "click & collect" wieder möglich war. Ich bin begeistert von unserer Bücherei, sie hat eine gute Auswahl, für uns ist sie essentiell und wichtig."

Infos über alle Möglichkeiten, die die Stadtbibliothek bietet unter   https://www.badkoenigshofen.rhoen-saale.net/Bildung—Soziales/Stadtbibliothek.

Vanessa Kürschner braucht Literatur für die Themen der Kindergartengruppe.
Foto: Regina Vossenkaul | Vanessa Kürschner braucht Literatur für die Themen der Kindergartengruppe.
Wolfgang Rath liest hauptsächlich Fantasy-Literatur.
Foto: Regina Vossenkaul | Wolfgang Rath liest hauptsächlich Fantasy-Literatur.
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