Bischofsheim

Leserforum: Der Mensch ist das Problem

 Ein Biber sitzt in der Abenddämmerung auf einer Wiese. 
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa |  Ein Biber sitzt in der Abenddämmerung auf einer Wiese. 

Zum Artikel "Biber - Freund und Feind zugleich" erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

In meinen Augen ist nicht der Biber das Problem, sondern der Indikator, an dem sich das Problem Mensch bemerkbar macht. Es ist doch schlichtweg so, dass wir Menschen uns unsere Umwelt ganz und gar untertan gemacht haben. Es ist schlichtweg kein Platz mehr für Natur.

Kein Tier hat einfach ein Recht auf einen Lebensraum, nur weil es existiert. Alles ist reguliert und geregelt und es gibt immer 1000 Interessen, die einer Art ihren Lebensraum streitig machen.

So ist es auch beim Biber. Es wäre wünschenswert, wenn man sich generell für mehr Wasser in unseren Flüssen und Bächen stark machen würde. Nicht der Biber verbraucht das, er nutzt es nur eine Zeit lang für sich als Lebensraum.

Wir Menschen dagegen benutzten und verschmutzen und verbrauchen es: Wenn wir unsere Fäkalien mit Trinkwasser wegspülen, uns selbstverständlich täglich duschen oder uns bei hausgemachter Klimawandelhitze in den mit zig Litern Wasser gefüllten Pool legen.

Von den Nitraten der Milch- und Fleisch-lastigen Landwirtschaft oder einer Wasserfressenden Papierproduktion ganz zu schweigen. Und was die Bäume angeht, die der Biber fällt: jeden Winter fallen der sogenannten Verkehrssicherungspflicht ein Vielfaches an Bäumen zum Opfer, damit kein Ästchen auf unsere heiligen Autos fällt. Warum schreit da keiner auf?

Auch ist es Usus, dass der Bauer, damit er besser bis ganz ans Ufer mähen kann, mit der Motorsäge bis in drei Metern Höhe alle Äste an den Uferbäumen absägt. Da ist das, was der Biber fällt, ein Klacks dagegen. Aber auch hier regt sich niemand darüber auf.

Und dann noch dies: als ich unter Malbach/Mühlbach in einem alten Artikel nachlas, fiel mir auf, dass die Verlegung von Gewässern durch den Menschen erwähnt wurde. Vielleicht wäre es ohne dieses Eingreifen des Menschen gar nicht zu Problemen gekommen, wurde das mal untersucht? Wie gesagt. Der Biber ist der Indikator für das Problem Mensch.

Christiane Bolz,
97653 Bischofsheim

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