Bad Königshofen

Leserforum: Ein Radweg nicht für Radfahrer

Leserforum: Ein Radweg nicht für Radfahrer
Foto: Björn Kohlhepp

Zu unserem Bericht über den Radweg Sulzfeld-Oberlauringen erreichte uns folgender Leserbrief:

In der Main-Post-Ausgabe vom 12. Januar werden die Argumente beschrieben, die für einen 2,3 Millionen teuren Radweg zwischen Sulzfeld und Oberlauringen sprechen sollen. Man muss kein „Skeptiker“ sein, um sich Gedanken zur Sinnhaftigkeit eines solchen Projekts zu machen, wie es u.a. im Leserbrief von H. Potthoff (MP v. 25.10.2020, sowie Kommentare hierzu) zum Ausdruck kommt. Man muss nur seinen gesunden Menschenverstand einschalten.

Der Radwegebau entlang viel befahrener Straßen wird hauptsächlich mit der Fernhaltung des Radfahrverkehrs von den Straßen begründet. Auf der gut ausgebauten Staatsstraße zwischen Sulzfeld und Oberlauringen gibt es aber keine Radfahrer, weil das Radeln hier viel zu gefährlich wäre. Es ist also aus diesem Grund ein Radweg nicht notwendig.

Es ist bekannt, dass es auf der Strecke von Sulzfeld nach Oberlauringen die Möglichkeit gibt, am Badesee vorbei, auf betonierten Wegen oder geteerten Straßen über Leinach abseits des dichten Autoverkehrs in schöner Landschaft nach Oberlauringen zu gelangen.

Hier fahren auch kaum Pendler, wie behauptet, die dann auf dem neuen Radweg schnell zur Schule oder zur Arbeit gelangen würden. Die Zeitersparnis über den neuen Radweg beträgt 6 Minuten (nach Google-Maps).

Es ist auch nicht zu befürchten, dass der „starke Alltagsverkehr“ auf der Strecke Sulzfeld – Oberlauringen dermaßen zunimmt, dass er auf die kleinen Straßen und Wege ausweichen müsste und deshalb mit dem „starken“ Radfahrerverkehr kollidieren würde.

Anders als behauptet geht es Radlern nicht um möglichst kurze Verbindungen. Radfahrer wollen sich im Freien bewegen, in einer schönen, sauberen Landschaft, auch sportlich, schnell etc. Da braucht man überhaupt nicht einen Radweg entlang einer viel befahrenen Autostraße.

Und schon gar nicht, wenn dieser von der Land- und Forstwirtschaft genutzt werden soll, auf einem 2,5 Meter breiten Weg. Dadurch würde erst das befürchtete Konfliktpotential geschaffen, das dann „schnelle ärztliche Hilfe“ erfordert, die wiederum dafür den neuen Radweg bräuchte. Was für ein Nonsens!

Ein Lückenschluss im Radwegenetz zwischen Main und Werra ist nicht zu erkennen. Wo bitteschön gibt es denn in unserer Gegend einen übergeordneten Fernradweg zwischen diesen beiden Flüssen?

Wenn die Argumente schwach sind, dann wird sehr schnell mit dem Erhalt von Arbeits-plätzen argumentiert. Sicherlich ein berechtigtes Anliegen. Aber gibt es denn nichts Vernünftigeres als einen überflüssigen Radweg zu bauen? Oder baut man den Radweg nur, weil es Fördermittel gibt? Oder für die Landwirtschaft? Radfahrer wurden bei der Planung des Radweges sicherlich nicht eingebunden.

Wolfgang Knies
Bad Königshofen

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