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Leserforum: Gesunder Bestand an Bibern und Fischen wäre wünschenswert

Symbolbild Leserbrief
Foto: Björn Kohlhepp | Symbolbild Leserbrief

Zum Artikel "Der Biber: Freund und Feind" in dieser Zeitung erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

Dass Biber Freunde und Feinde haben, kann ich sehr verstehen. Dazu muss man vor Augen haben, was diese Tiere, die früher mal zu den Fischen gezählt wurden (damit sie als Fastenspeise galten), tun und bewirken.

Überwiegend in kleineren, weniger tiefen Fließgewässern, wie zum Beispiel im Mahlbach, bauen Biber Dämme. Dafür fällen sie Bäume. Verdichtet werden die Bauwerke unter anderem mit Erdreich, Ästen, Getreidepflanzen und Mais, je nach Verfügbarkeit. Wasser wird aufgestaut. Das hat zur Folge, dass sich Sedimente ablagern. Der Kiesgrund im Bereich oberhalb der Biberdämme verschlammt.

Das wiederum ist schlecht für Salmoniden, zu denen beispielsweise die Bachforelle gehört, denn die laichen nur auf Kiesflächen ab, wobei sie im Kies Laichmulden bilden. Die schlammigen Untergründe werden von den Karpfenartigen und den Weißfischen bevorzugt. Diese vertragen im Gegensatz zu den Salmoniden, den Neunaugen oder den Koppen auch die höhere Wassertemperatur, die sich durch das Aufstauen einstellt.

Forellen, Bachneunaugen, Elritzen, Mühlkoppen oder Äschen, um nur einige zu nennen, brauchen dagegen kaltes, klares, sauerstoffreiches und insbesondere fließendes Wasser. Haben sie das nicht, ziehen sie weg oder verenden qualvoll, wie am Mahlbach geschehen. Dort ist aufgrund eines Biberdamms im Jahr 2019 das Wasser in die Wiese abgelaufen und versickert, tausende Fische sind verendet.

Helfende Hände von Biberfreunden wären für das Auflesen beziehungsweise für die Entsorgung wünschenswert gewesen. Ein Wiederbesatz von Forellen ist erst dann möglich, wenn sich die Nährtiere neu angesiedelt haben. Das kann Monate dauern. Für die Entsorgung der toten Tiere sind die Fischwasserbesitzer beziehungsPächter verantwortlich.

Weil die Durchgängigkeit der Fließgewässer von größter Bedeutung ist, ist die Herstellung derselben mit eine der wichtigsten Forderungen in der Wasserrahmenrichtlinie vom Jahr 2000. An den Biber hat vor 21 Jahren allerdings niemand gedacht.

Das Treiben der Biber hat zudem Auswirkungen, die Menschen direkt betreffen. Manchmal werden Wiesen oder Äcker geflutet, teilweise sind Uferränder unterhöhlt, Löcher entstehen bis zu sechs Meter vom Ufer entfernt, was gefährlich sein kann, wenn zum Beispiel Spaziergänger oder landwirtschaftliche Geräte darin einbrechen. Oft werden Obstbäume von Bibern gefällt. Dafür sind zum Glück Entschädigungen von den unteren Naturschutzbehörden möglich.

Eine kurzfristige Lösung des Problems wäre, von den etwa 100 Bibern im Landkreis 70 einzufangen und an der Werra wieder auszusiedeln, denn dort sind laut dem zuständigen Biberexperten nur ein bis zwei Biber vorhanden. Damit wäre sowohl den Biberfeinden als auch den Biberfreunden geholfen.

Fazit: Für die Zukunft wünschen wir uns gesunde Bestände an Bibern, die ausreichenden Lebensraum haben und sich nicht wegen Platzmangel Revierkämpfe liefern, bei denen schon viele verletzt oder getötet wurden. Außerdem Bäume, die die Gewässer beschatten, damit die Wassertemperatur nicht noch mehr steigt und einen gesunden und artenreichen Fischbestand für die Gewässer.

Michael Kolahsa, Siegfried Patermann, Udo Förster
97618 Unsleben

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