Dürrnhof

Leserforum: Mehr Sachlichkeit wäre bei geplanter Wohnanlage gefragt

Zum Artikel "Drei Kreuzchen beim Bürgerentscheid" vom 25. Januar erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

Der Stadtrat von Bad Neustadt hängt ein Ratsbegehren an den Bürgerentscheid der Bürgerinitiative an. Für die Befürworter des geplanten Großbauvorhabens ist das eine Möglichkeit, ein Hintertürchen zu öffnen. Dabei wäre mehr Sachlichkeit gefragt. Neben den berechtigten Befürchtungen der Herschfelder, zukünftig im Schatten sechsstöckiger Wohnsilos leben zu müssen, gibt es Argumente, die gegen das Vorhaben sprechen.

Zunächst ist es die Verkehrssituation, die sich nach der Übertragung des Kreiskrankenhauses an die Rhön-Klinikum AG, dramatisch verschärft hat. So fahren mindestens drei von vier Fahrzeugen, die in die Von-Guttenberg-Straße abbiegen, schon heute durch Herschfeld, nur jedes vierte kommt von der NES 20 neu. Nicht eingerechnet sind dabei diejenigen, die nach der Schule zur Dialyse abbiegen.

Die Folgen sind speziell in Zeiten des Berufsverkehrs Staus, die von der Einmündung Falltor- in die Königshofer Straße bis hoch an den Kindergarten reichen. Jede weitere Wohnbebauung wird diese katastrophale Lage weiter verschlimmern. Auch die Zukunftshoffnung, nach der Sanierung von Falltor- und Kirchstraße würden Mitarbeiter, Patienten und Besucher der Kliniken den Umweg über die B 279 und dann die NES 20 nehmen, ist frommes Wunschdenken.

Auch ist das Kanalsystem dieses Stadtteils hoffnungslos unterdimensioniert, so dass sich schon bei ergiebigem Regen die Fäkalbrühe darin aufstaut und in die Keller der tiefer gelegenen Häuser dringt. Dass sich dabei nicht nur die krankheitserregenden Kolibakterien, sondern auch noch die aus der Neurologischen Klinik stammenden Medikamentenreste und deren Zerfallsprodukte ausbreiten können, liegt auf der Hand.

Die zugesagte Sanierung des Nebensammlers unter Kirch- und Falltorstraße lässt die Frage offen, ob der Herschfelder Hauptsammler überhaupt ausreichend dimensioniert ist, um die gesamten Abwässer zwischen Arnsbergblick und Promenadenstraße/Von-Guttenberg-Straße abführen zu können.

Weiter wird das Kleinklima Herschfeld negativ beeinflusst. Die geplanten Häuser - und das aktuelle Bauvorhaben ist wohl erst der Anfang - wirkt sich negativ auf die Frischluftzufuhr aus. Immerhin entsteht da eine Phalanx von zehn bis zwölf Meter hohen Häusern, die wie ein Damm die Zufuhr frischer und kühler Luft von der Höhe in das Tal blockiert.

Das Argument, mit dem verdichtetem Bau von Wohnungen könne man dem Wunsch nach einem eigenen Haus gegensteuern, ist eine Rechnung aus der Milchmädchen-Akademie. Investitionen in große Wohnanlagen werden fast ausschließlich getätigt, um diese Immobilien zur Refinanzierung als Eigentumswohnung zu verkaufen.

Stefan Rath,

Dürrnhof

Anmerkung der Redaktion: In der Woche vor dem stattfindenden Bürgerentscheid am 16. Februar werden keine Leserbriefe mehr zur Thematik veröffentlicht. Alle Argumente der jeweiligen Seiten wurden in den vergangenen Wochen redaktionell ausreichend beleuchtet. 

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