Herschfeld

Leserforum: "Vom Affen gebissen?"

Symbolbild Leserbrief
Foto: Björn Kohlhepp | Symbolbild Leserbrief

Zum Artikel über Baumfällungen aufgrund neuer Parkplätze in der Herschfelder Falltorstraße in unserer Ausgabe vom 13. Februar 2021 erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

"Ich lebe nun schon seit 30 Jahren in Herschfeld. Bad Neustadt ist zu meiner Heimat geworden, nicht zur Wahlheimat, nicht zur zweiten Heimat, nein zur Heimat. Aber nach dem, was ich nun in der Zeitung gelesen habe, beginne ich zu zweifeln. Im Süden von Bayern würde man fragen, ob der Stadtrat 'vom Affen gebissen' wurde. Das drückt das völlige Unverständnis aus, das die Entscheidung des Stadtrates bei mir und, so hoffe ich wenigstens, bei einer großen Mehrheit der Herschfelder auslöst.

Wie kann man die Ginko-Bäume in der Falltorstraße ernsthaft abholzen wollen? Das gibt es doch nicht, das kann doch nicht sein. Ein Faschingsscherz, ein Druckfehler – ich fürchte leider nicht! Alle anderen Städte in Deutschland, man kann schon sagen in Europa, denken darüber nach, wie man mehr begrünen kann, wie man dem Klimawandel durch Baumpflanzungen etwas entgegensetzen kann. Auch zum Wohle der Bewohner, die zukünftig in den Städten buchstäblich 'braten' werden. Die Sommer werden immer heißer und – wissenschaftlich belegt – Begrünung hilft.

Und was machen unsere gewählten Vertreter, die die Interessen von uns Bürgern vertreten sollen? Die wir doch auch beauftragt haben, eine lebenswerte Stadt für uns zu gestalten. Sie holzen alle Bäume ab, die dem Verkehr auch nur ein bisschen im Wege stehen. Alles Grün muss weichen. Laub ist Dreck! Und die Bäume sind ja auch gefährlich. Es könnte ein Ast herabfallen! Oder vielleicht nicht? Wie kann man in einer modernen Stadt so altmodisch, so rückwärtsgewandt handeln? Abgesehen davon, dass es ja wohl ein völliger Schildbürgerstreich ist, zuerst die Straße mit viel Aufwand teuer so zu gestalten, dass Erdflächen um die Bäume entstehen, Eisengitter wurden angefertigt, um die Bäume vor dem Verkehr zu schützen. Und jetzt? Einfach weg damit! Freie Fahrt für freie Autobürger.

Es wäre doch eine gute Verkehrsberuhigung und auch Entschleunigung des Verkehrs, wenn die Autos am Straßenrand parken würden. Es sorgte endlich dafür, dass die drei Minuten längere Fahrzeit über die NES 20 nicht mehr ins Gewicht fällt, wenn man zum Campus will. Die Durchfahrt durch die Falltor- und Kirchstraße soll doch nicht attraktiv sein. Um Kinder und Alte und die Anwohner zu schützen, sollte doch dafür gesorgt werden, dass man nicht mit 60 Sachen durch die Straße rauschen kann. Die Straßen sind für den Verkehr da – so sagt das unser Bürgermeister. Aber die Bäume sind für uns Menschen da – das sage ich und hoffentlich bald eine große Zahl meiner Mitbürger."

Eva Schorer

97616 Herschfeld

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