Bad Neustadt

Maßnahme mit positiver Wirkung im Gesundheitslandkreis Rhön-Grabfeld

Dass regelmäßige Bewegung an der frischen Luft gesundheitsfördernd ist und viele Krankheiten vermeiden hilft, haben schon viele Studien nachweisen können. Die Auswertung der Aktion 'Dem Diabetes davonlaufen' im Gesundheitslandkreis Rhön-Grabfeld, dessen Diabetikerzahlen günstiger sind als im Bezirk Unterfranken und im Land Bayern, hat diese Erkenntnisse bestätigt.
Foto: Georg Will | Dass regelmäßige Bewegung an der frischen Luft gesundheitsfördernd ist und viele Krankheiten vermeiden hilft, haben schon viele Studien nachweisen können.

Von November 2017 bis Oktober 2020 lief die bayernweit einzigartige Präventionsaktion "Dem Diabetes davonlaufen" (DDD) im Gesundheitslandkreis Rhön-Grabfeld. Es liegen jetzt Zahlen vor, die scheinen den Titel dieser Vorreiter-Aktion zu bestätigen, denn die Diabetiker-Zahlen sind hier tatsächlich stärker rückläufig als im Bezirk Unterfranken und noch stärker im Vergleich zum Land Bayern. Projektleiterin Daniela Schmitt von der "GesundheitsregionPlus Bäderland Bayerische Rhön" wertete die Fragebögen der Gruppenteilnehmer aus und beschaffte dazu noch die aktuellsten Diabetiker-Zahlen von der AOK Bayern.

Einschränkend muss man allerdings anmerken, dass sich die Zahlen nur auf AOK-Versicherte beziehen, also nicht auf die Gesamtbevölkerung, und parallel verlaufene demografische Faktoren nicht berücksichtigt werden konnten. Die AOK Bayern Bezirk Schweinfurt als Hauptunterstützer der DDD-Aktion (neben dem Landkreis Rhön-Grabfeld) hat diese Zahlen zur Auswertung zur Verfügung gestellt. Diese Daten zeigen die Veränderungen bei den statistisch erfassten Diabetikern, die sich von Ende 2017 bis Ende 2019 ergeben haben.

Teilweise deutliche Veränderungen

Bei diesem Zahlenvergleich sticht ins Auge, dass unter den unterfränkischen AOK-Mitgliedern von 2017 bis 2019 die Zahl der Diabetiker um 1,53 Prozent abgenommen hat (bayernweit nur um 1,33 Prozent), im Landkreis Rhön-Grabfeld im Durchschnitt um 2,45 Prozent und in den DDD-Gemeinden sogar um durchschnittlich 4,55 Prozent. Betrachtet man alle 37 Landkreisgemeinden, so reicht die Spanne der Veränderungen zwischen plus 25 Prozent bis minus 21,4 Prozent.

An der DDD-Aktion hatten 15 Bewegungsgruppen aus zwölf Gemeinden teilgenommen, wovon 14 auch nach Ablauf der Förderperiode weiterhin bestehen, durch den Corona-Lockdown aber aktuell ausgebremst werden. In acht Rhöner Gemeinden (mit elf DDD-Laufgruppen) liegen die verbesserten Werte unter dem unterfränkischen Durchschnitt. Spitzenreiter in dieser Erfolgsstatistik ist Niederlauer (-21,4 Prozent) vor Schönau (-13,3), Hausen (-11,4) und Fladungen mit Heufurt (-11,1). Erst auf Rang sechs folgt eine Gemeinde ohne DDD-Laufgruppe. Das ist Wülfershausen mit 9,7 Prozent Rückgang. Nur in vier DDD-Gemeinden hat die Zahl der Diabetiker zugenommen. Die Vermutung liegt nahe, dass dies demografische Gründe hat. Zusätzlich ist zu erwähnen, dass nur ein Teil der Teilnehmer in den DDD-Laufgruppen bedenkliche Diagnosewerte hatte und konkret von der Diabetes-Erkrankung bedroht war.

Ergebnisse einer Fragebogen-Erhebung

Schon im April hatte es eine Auswertung gegeben, in der nach einer Fragebogen-Aktion unter den Gruppenteilnehmern die Rückmeldungen analysiert wurden. 116 Personen hatten die Fragebögen ausgefüllt, bestehend aus 72 Frauen und 44 Männern im Alter von 32 bis 86 Jahren. Da Bewegungstagebücher ausgegeben worden waren, konnte die Entwicklung der medizinischen und sonstigen Daten seit Aktionsstart relativ zuverlässig angegeben werden. Daraus wurden Durchschnittswerte ermittelt (Stand April 2020).

Diese Auswertung ergab, dass sich das Gewicht der Teilnehmenden leicht reduzierte und sich damit der BMI (Body-Maß-Index) im Durchschnitt von 28,0 auf 27,2 reduzierte. Die Blutzuckerwerte hatten sich im Mittel um 7 Prozent verbessert, der HbA1c-Wert sank von 7,0 auf 6,7 (um 4,3 Prozent), und die Blutdruckwerte lagen um 8 und 4,5 mmHg niedriger.

Mit der sportlichen Leistung zufrieden

Zu ihrem subjektiven Wohlbefinden gaben zu Beginn der DDD-Aktion erst 30 Prozent an, dass sie sich in ihrem Körper richtig wohl fühlen. Zweieinhalb Jahre später waren es satte 90 Prozent. Und waren anfangs nur 27 Prozent mit ihrer sportlichen Leistung ganz zufrieden, so waren es bei der Fragebogenabgabe 55 Prozent.

Alle waren dankbar für dieses niederschwellige Gesundheitssportangebot, für das keine Vereinsmitgliedschaft erforderlich war. Zur Teilnahme angeworben wurden sie hauptsächlich über ihre Vereine (einschließlich Übungsleiter und Wanderführer), durch Zeitungsartikel, Mundpropaganda und vereinzelt auch durch den Hausarzt, Gemeindeaushänge und Flyer. Besonders gut gefallen hat ihnen das gute und gesellige Miteinander in der Gruppe, die Regelmäßigkeit, die Übungen und die fachkundige Anleitung. 91 Prozent äußerten, dass sie bei einem zukünftigen neuen Präventionsprojekt des Landkreises zum Thema Bewegung gerne wieder mitmachen würden. Ein solches befindet sich gerade in der Vorbereitungsphase.

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