Wechterswinkel

Mehr Arbeit für Menschen mit Handicap

Unterzeichneten gemeinsam die Kooperationsvereinbarung „Mensch inklusive – Arbeiten miteinander“: (von links) Landrat Thomas Habermann, die Vorsitzende der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld, Brunhilde Hergenhan, der Geschäftsführer der Lebenshilfe Schweinfurt, Martin Groove und der Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bad Neustadt, Klaus Klingert.FOTO: Stefan Kritzer
| Unterzeichneten gemeinsam die Kooperationsvereinbarung „Mensch inklusive – Arbeiten miteinander“: (von links) Landrat Thomas Habermann, die Vorsitzende der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld, Brunhilde ...

Landkreis, Lebenshilfe und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) wollen gemeinsam eine Sache voranbringen: mehr Menschen mit Handicap einen richtigen Beruf ermöglichen. Dazu trafen sie nun im Festsaal des Klosters Wechterswinkel eine Vereinbarung.

Zwar ist in den vergangenen Jahren bei der Integration von Behinderten ins Berufsleben schon viel geschehen; die Verantwortlichen denken aber, dass viel mehr geht.

Die Lebenshilfe Schweinfurt hat das Projekt „Mensch inklusive“ entwickelt und treibt es mit großem Erfolg voran. Menschen mit Behinderung sollen Arbeitsplätze in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes erhalten. Freilich kann die Lebenshilfe diese Aufgabe nicht alleine schultern. Sie baut auf ein Netzwerk regionaler Betriebe und Kooperationspartner. Bei den Kollegen im Landkreis Rhön-Grabfeld rannten die Schweinfurter mit ihrer Initiative natürlich offene Türen ein.

Bei der Feierstunde brachte die Lebenshilfe ein paar sympathische Beispiele für die Integration von Menschen mit Behinderung ins Berufsleben mit. Mit viel Freude sprachen zum Beispiel die Integrierten von ihrem Job als Helfer im Supermarkt oder bei der Arbeit an landwirtschaftlichen Maschinen.

Die Gemeinde Ebern beschäftigt seit geraumer Zeit eine Bürokraft, die sich längst als EDV-Spezialistin einen Namen gemacht hat. Sie pflegt unter anderem die gemeindeeigene Internetseite.

„Wir sind dabei“ steht in großen Lettern nun auch über der gemeinsamen Arbeit der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld, des Landkreises und des AELF. Landrat Thomas Habermann betonte, dass der Kontakt zu Menschen mit Behinderung hierzulande seit Generationen eine Selbstverständlichkeit sei. „Es gehört einfach dazu, dass Menschen mit Behinderung in Arbeit kommen.“ Auch ist in den vergangenen Jahrzehnten ist in diesem Bereich viel geschehen, zum Beispiel über die Werkstätten der Lebenshilfe.

Erwartungen an Betriebe

Das Projekt „Mensch inklusive“ geht aber einen Schritt weiter. Projektleiter Peter Pratsch: „Wir erwarten von den Betrieben, dass sie eine Patenschaft für einen Menschen mit Behinderung eingehen.“ Solche Arbeitsplätze müssten gegebenenfalls auf den Menschen zugeschnitten sein. Eine Konkurrenz mit „normalen“ Jobs bei der Suche nach Arbeit sieht Pratsch nicht.

Der Bezirkstags-Vizepräsident Armin Grein forderte mehr Arbeit für Behinderte: „Arbeit ist mehr als Broterwerb.“ Das gelte für alle Menschen.

Klaus Klingert, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bad Neustadt, hielt „jahrhundertealte Familienstrukturen in der Landwirtschaft für heute wieder aktuell“. Deshalb will er sich mit einer eigens geschaffenen Stelle vor allem in der Landwirtschaft um eine Beschäftigung von Menschen mit Behinderung kümmern.

Erfolgreich sind Menschen mit Handicap bereits im Stadtbauhof Bad Neustadt, im Gemeindebauhof Burglauer sowie in Kürze auch als Gemeindearbeiter in Wülfershausen eingesetzt. Bei letzterem Beispiel fand ein Mensch mit Behinderung aus dem Dorf Beschäftigung.

Honoriert wird solcherlei Engagement mitunter auch. Der Bezirk Unterfranken hat einen Inklusionspreis ausgelobt. Er ist – in verschiedene Einzelpreise unterteilt – mit insgesamt 10 000 Euro dotiert.

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