Fladungen

Mit Audioguide auf dem Handy das Freilandmuseum Fladungen erkunden

Bei der Versammlung des Zweckverbandes des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen ging es auch um sogenannte 'Übernahmeangebote'. Das Freilandmuseum hat die Schusterwerkstatt Bardroff am Kirchplatz in Bad Königshofen ins Auge gefasst.  Hier sind alle Gerätschaften noch vorhanden.
Foto: Hanns Friedrich | Bei der Versammlung des Zweckverbandes des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen ging es auch um sogenannte "Übernahmeangebote".

Eine Förderung der Bundesregierung zu Coronazeiten hat das Fränkische Freilandmuseum Fladungen genutzt und einen Audioguide für das Museum realisiert. "Wir haben einen Museumsführer zum Anhören erstellt, der über eine App namens 'Hearonymus' weltweit abgerufen werden kann", berichtete Museumsleiterin Ariane Weidlich bei der Versammlung des Zweckverbandes in Würzburg. Die Gesamtsumme von 33 000 Euro wurde zu 90 Prozent gefördert. Gemeinsam wurden die Texte erarbeitet und es gebe eine extra Schülerführung. Damit entfallen die Kosten für Leihgeräte. Es ist nun noch vorgesehen, Führungen in englischer Sprache für den Audioguide zu erstellen. Dafür gab es grünes Licht vom Zweckverband.

In der App wird ein Museumsrundgang, eine Audiobeschreibung der Büttnerei, Erklärungen über die Büttnerei in Gebärdensprache und "Leichte Sprache in der Büttnerei" angeboten. Eingespielt wurden schon vorhandene Audio-Dateien und neue Videos. Die technische Umsetzung und Wartung übernehme der Anbieter der App, sodass keine laufenden Kosten entstehen. Außerdem entfalle die zeitaufwändige Ausgabe von Geräten an der Kasse.

Beim Aufbau der Schmiede möglichst viel Originales verwendet

Die Museumsleiterin sagte, dass die Realisierung konkreter Projekte in der Zeit von Covid-19 nicht möglich war. Ihr Dank galt Andreas Polst und Helmut Kleinschroth von der Finanzverwaltung des Bezirks Unterfranken für die Unterstützung und an Linda Wolters, zuständig für die Museumspädagogik, die mit dem Team des Museums die Leitung des Audioguide-Projekts übernommen hatte.

Im Jahresbericht nannte Weidlich das Richtfest der Schmiede Waldberg und sagte zum Aufbau, dass man zwar die historischen Schindeln mitgenommen hatte, aber nur wenige verwenden konnte. Auch bei den historischen Fenstern und weiteren Bauteilen habe man so viel wie möglich im Original erhalten. Zur Saison im kommenden Jahr, geplant vom 27. März bis 7. November, wird es die Verlängerung der Sonderausstellung "Strom für die Rhön - Überlandwerk Rhön 1920-2020" geben, das Veranstaltungsprogramm werde an die aktuelle Lage angepasst.

Statt Museumsfest soll es einen "Freiland-August" geben

Geplant ist anstelle des Museumsfestes im August ein sogenannter "Freiland-August". Das bedeutet, dass es an den Wochenenden jeweils besondere Aktionen geben wird, unter anderem einen Familien-Samstag. Die Eröffnung der Schmiede aus Waldberg soll am Tag des offenen Denkmals (12. September 2021) erfolgen. Die Ausstellung "Zugtiere" im Stall Herbstadt muss überarbeitet werden. Auf ein besonderes Überraschungspaket des Museums, konkret für den Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Fladungen, wurde hingewiesen. Der Verkauf der Tüten, die beispielsweise verschiedene Bastelarbeiten und Ausmalbögen enthalten, startet am 17. Dezember. Eine Tüte kostet acht Euro.

Welche historischen Handwerksbetriebe könnten ins Museum kommen?

Weidlich ging auch auf sogenannte "Übernahmeangebote" ein. Und zwar für die Wagnerei aus Ostheim und eine Schusterwerkstatt in Bad Königshofen. Auf die Wagnerei habe sie Thomas Habermann aufmerksam gemacht. Das Thema "Örtliche Handwerksbetriebe" sei ein Zukunftsprojekt des Freilandmuseums. Man müsse es auch kulturgeschichtlich für die Region sehen. Es gehe dabei nicht darum, Gebäude in das Museum umzusetzen, sondern vor allem darum, das oftmals noch komplette Inventar zu sichern. Es sei wichtig, das zu dokumentieren und vor allem Zeitzeugen zu befragen. Etwas, das sowohl Zweckverbandsvorsitzender Habermann als auch Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel unterstützten. Ulrich Waldsachs (Ostheim) wusste, dass in der Wagnerei sogar noch Pläne vorhanden sind, wie damals Leiterwagen und weitere landwirtschaftliche Geräte gebaut wurden. Außerdem sei die Wagnerei noch im Originalzustand. Gleiches gelte für die Schusterwerkstatt in Bad Königshofen, die so belassen wurde, wie sie der letzte Schuster, Anton Bardroff, verlassen hatte.

Das Zunftzeichen der Schuster ist am Kirchplatz in Bad Königshofen am Haus der Familie Bardroff angebracht. Es verweist, wie viele andere, auf die zahlreichen Handwerker, die einst in der Stadt zuhause waren.
Foto: Hanns Friedrich | Das Zunftzeichen der Schuster ist am Kirchplatz in Bad Königshofen am Haus der Familie Bardroff angebracht. Es verweist, wie viele andere, auf die zahlreichen Handwerker, die einst in der Stadt zuhause waren.
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