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Mit bis zu 100 Tonnen Druck prüfen

Übergabe des neuen High-End Hexapoden von den FGB Mitarbeitern an die TU Delft: Professor Mirek Kaminski (Dritter von rechts), Dr. Henk den Besten (Dritter von links)  und Paula van Lieshout.
Foto: Thorsten Steinbach | Übergabe des neuen High-End Hexapoden von den FGB Mitarbeitern an die TU Delft: Professor Mirek Kaminski (Dritter von rechts), Dr. Henk den Besten (Dritter von links) und Paula van Lieshout.

Wieder einmal war hochrangiger, internationaler Besuch bei der Fertigungsgerätebau A. Steinbach GmbH & Co. KG, oder kurz FGB. Die Geschäftsleitung begrüßte am Standort Salz Vertreter der ältesten Hochschule der Niederlande, der Technische Universität Delft. Der Grund war die Abnahme eines 63 Tonnen schweren Prüfgeräts, den FGB an die TU liefert.

Die Delegation der Hochschule wurde angeführt von Professor Dr. Mirek Kaminski von der Fakultät für Maschinenbau, Fachbereich Marinetechnik und Materialwissenschaften. Zusammen mit seinen Kollegen Henk van der Besten und und Paula van Lieshout begutachtete er einen weltweit einzigartigen sogenannten Hexapod, bevor das Prüfgerät im Laufe des Jahres an der TU Delft aufgestellt und in Betrieb genommen wird.

Der Hexapod ist die neueste Entwicklung aus dem Hause FGB, das der Materialprüfung dient. Bereits zum dritten Mal baut FGB damit ein solches Gerät, das im universitären Umfeld der Grundlagenforschung dient. Gleichzeitig erweitert diese Anlage mit ihrem Leergewicht von 63Tonnen die FGB-Hexapoden-Baureihen deutlich nach oben.

Das Anwendungsgebiet beim Kunden aus den Niederlanden wird die bruchmechanische Untersuchung von Marinestrukturen sein. Im Prinzip geht es dabei um die Prüfung von Bauteilen für die Offshore-Windkrafttechnologie und den Schiffsbau. Dazu sind Bauteile nötig, die enormen Kräften standhalten müssen. Mit dem Hexapod wird geprüft, ob sie die aushalten. Teilweise werden dabei Bauteile, die recht groß werden können, in verkleinertem Maßstab geprüft.

In diesem Bereich forscht die TU Delft. Dabei wird untersucht, wann diese Strukturen (Bauteile) brechen beziehungsweise abscheren oder abreißen. Der Prüfstand hat sechs Hydraulik-Zylinder, die ziehen und drücken können, um die Bauteile, die zwischen dem Kopfteil und der Messplattform der Mitte des Hexapoden eingespannt werden, aus allen Richtungen mit hohen Kräften zu belasten.

Bis zu 100 Tonnenwirken dabei auf die Bauteile ein. Denn Meeresbauwerke und Schiffe müssen auf See großen Belastungen und ständig wechselnden Wetterbedingungen und Gezeiten über sehr lange Zeiträume hinweg standhalten. Dabei sollen die Einrichtungen immer langlebiger, größer und leistungsfähiger werden. Die Ansprüche wachsen stetig. Der Einsatz von hochmodernen, innovativen Technologien zur Erforschung und Prüfung der eingesetzten Bauteile ist deshalb nötig, um deren Widerstandskraft und Lebensdauer weiter zu optimieren.

Die Fakultät Marinetechnik der TU Delft, eine der führenden Institutionen weltweit auf dem Gebiet der Forschung und Ausbildung im Bereich Schiffs- und Offshore-Strukturen, verspricht sich von der Anwendung des Hexapods neue Erkenntnisse hinsichtlich der Formbeständigkeit und Langlebigkeit von entsprechenden Einrichtungen.

Für FGB ist das Projekt ein weiterer wichtiger Meilenstein, was die Zusammenarbeit mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen aber auch mit industriellen Anwendern in diesem Bereich betrifft. Das Sälzer Unternehmen mit seinen 170 Mitarbeitern, baut als Teil der Steinbachgruppe seit mehr als 40 Jahren komplexe Sondermaschinen für Kunden weltweit und ist für seine hohe Innovationskraft im Bereich der Prüftechnik bekannt. Neben dem Prüfstandsbau und der Wirbelstromprüftechnik ist FGB unter anderem auf die Entwicklung und Herstellung von Direktantrieben sowie anspruchsvolle Montageaufgaben spezialisiert.

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