Braidbach

Nach 25 Jahren wird das neue Braidbacher Baugebiet nun erschlossen

Vor einigen Tagen haben die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet „Hundsäcker“ in Braidbach begonnen. Sieben neue Bauplätze werden dort erschlossen.
Foto: Klaus-Dieter Hahn | Vor einigen Tagen haben die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet „Hundsäcker“ in Braidbach begonnen. Sieben neue Bauplätze werden dort erschlossen.

Was lang währt, wird endlich gut. So heißt es im Volksmund. Und tatsächlich ist es so. Es hat schon eine Weile gedauert, bis die Planung nun auch umgesetzt worden ist. Genauer gesagt: Ein Vierteljahrhundert. Im Jahr 1995 hatte Architekt Oskar Herbert den Bebauungsplan für das Neubaugebiet „Hundsäcker“ in Braidbach fertig gestellt. Nun – 25 Jahre später – wird der erste Teilabschnitt erschlossen. Warum hat es so lange gedauert, bis die Planung nun umgesetzt wird ?

Dafür gibt es viele Gründe. Zunächst den beträchtlichen Kostenaufwand für die Erschließung. Von Anfang an hielt man es für die sinnvollste Lösung, häusliches Schmutzwasser und anfallendes Oberflächenwasser getrennt zu entsorgen, was ein Zwei-Leitungs-System erforderlich macht. Aus ökologischen Gründen, zur Vermeidung von Fremdwasser in der  Abwasserbeseitigungsanlage und um eine Überlastung der Kanalleitung im Riedwiesenweg zu verhindern.

Veranschlagte Kosten ließen Gemeinderäte und Bürgermeister 1999 zusammenzucken

Zudem hatte das beauftragte Planungsbüro Robert Zehe (Bad Neustadt) bei der Abwasserberechnung zusätzlich den Bau eines Regenrückhaltebeckens für notwendig gehalten. Durch das hängige Gelände wäre eine ordnungsgemäße Entwässerung nur so zu gewährleisten. Der enorme Kostenaufwand für die Erschließung – laut Berechnungen des Ingenieurbüros aus dem Jahr 1999 hätten sich die Gesamtkosten für eine Erschließung des Baugebietes mit seinen insgesamt 19 Bauplätzen auf 1,2 Mio. DM belaufen – sorgte beim damaligen Bürgermeister Manfred Dietz und den Ratsmitgliedern doch für beträchtliche Bauchschmerzen.

Man stellte daher die Erschließung des Neubaugebietes zurück, zumal auch andere Projekte, wie die Schulsanierung, die Dorferneuerungen in Braidbach, Reyersbach und Rödles und vor allem auch der Bau der Besengau-Scheuer die volle Aufmerksamkeit von Gemeinderat und Verwaltung, aber auch des gemeindlichen Finanzsäckels, in Anspruch nahmen.

Thema kam 2017 wieder auf

In der Folgezeit wurde nach Kosteneinsparungsmöglichkeiten gesucht, viel hin und her gerechnet und auch ein Finanzierungsmodell über einen Fremdinvestor vorgestellt, der das Projekt jedoch als wenig lukrativ für seine Gesellschaft einstufte. Anfang 2005 wurde eine neuerliche Variante für die Erschließung eines Teilbereichs der „Hundsäcker“ diskutiert. Angesichts der angespannten finanziellen Situation der Gemeinde, der fehlenden Nachfrage nach Bauplätzen und des Abratens seitens des Landratsamtes nahmen die Bürgervertreter unter dem Eindruck eines der Gemeinde verbleibenden Anteils von 200 000 Euro (Grunderwerbs- und Erschließungskosten) Abstand von einer Teilerschließung.

Das Projekt verschwand damit erst einmal in der Schublade. Erst 2017 kam das Thema dann wieder auf den Ratstisch. Zwei Bewerber hatten schriftlich ihr Interesse am Erwerb je eines Baugrundstücks deutlich gemacht. Außerdem hatte Ortssprecher Herbert Seufert vermeintlich einen Weg zur Senkung der Kosten für die Abwasserbeseitigung gefunden.

Erster Teilabschnitt mit sieben Bauplätzen wird nun erschlossen

Seine Hartnäckigkeit, die Unterstützung der Dorfbevölkerung, der anhaltende Bauboom und nicht zuletzt auch der Ausbau der Kreisstraße zwischen Wollbach und Braidbach, der nach den Worten von Landrat Thomas Habermann bei der Verkehrsfreigabe den Ort interessant für Häuslebauer mache, sorgten schließlich für ein Umdenken der Ratsmitglieder.

Erfolgreiche Grundstücksverhandlungen taten ihr Übriges, sodass im Herbst 2019 die Erschließungsarbeiten vom beauftragten RZP Planungsbüro ausgeschrieben werden konnten. Insgesamt wird die Erschließung des ersten Teilabschnittes mit sieben Bauplätzen nach den Berechnungen des Ingenieurbüros 482 000 Euro kosten.

Beheizt werden die Anwesen dann eventuell über ein Nahwärmeversorgungsnetz, das von einer Bürger-Betreibergesellschaft aufgebaut werden soll. Die Firma Streck-Eisenmann aus Mellrichstadt hat vor einigen Tagen mit den Arbeiten begonnen. Interessenten für ein Baugrundstück im Neubaugebiet „Hundsäcker“ können sich unmittelbar an die Verwaltung im Bastheimer Rathaus wenden.

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