Bad Königshofen

Nach der Wahl: Wie sehen die Bürger von Arlington ihr Land?

In Bad Königshofens Partnerstadt Arlington in Texas lagen Joe Biden und Donald Trump bei der US-Wahl fast gleichauf. Was sagen die Bürger nun zum Ergebnis? 
Dieser Texas-Stern erinnert seit einigen Jahren an die Partnerschaft der Städte Arlington und Bad Königshofen. Er steht im Bad Königshofen-Park, ganz in der Nähe der Grillhütte und des Family-Aquatic-Centers.
Foto: Hanns Friedrich | Dieser Texas-Stern erinnert seit einigen Jahren an die Partnerschaft der Städte Arlington und Bad Königshofen. Er steht im Bad Königshofen-Park, ganz in der Nähe der Grillhütte und des Family-Aquatic-Centers.

Mit den Beschäftigten von General Motors, dem größten Arbeitgeber in Bad Königshofens Partnerstadt Arlington in Texas, hatte der noch amtierende Präsident der USA, Donald Trump, die Wähler im Landkreis Tarant County vor vier Jahren auf seiner Seite. Auch diesmal konnte Trump dort viele Stimmen für sich verbuchen, wenn auch sein Gegenkandidat Joe Biden knapp vorne liegt. Bei den Menschen in Arlington gehen die Meinungen zum „Wahlkrimi“ nach wie vor auseinander. Zum einen sieht man in Joe Biden eine Wende, vor allem was die außenpolitischen Beziehungen, so auch zu Deutschland, angeht. Trump-Anhänger wiederum fürchten Einschränkungen durch Steuererhöhungen und glauben nach wie vor daran, dass die Wahl nicht korrekt abgelaufen ist. Mittlerweile ist jedoch klar, dass Joe Biden am 20. Januar kommenden Jahres als 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wird. Trotzdem bleiben bei Trump-Anhängern noch Zweifel, „ob alles richtig abgelaufen ist“.

Auf unsere Nachfrage, wie Bürger von Arlington den „Wahlkrimi“ in ihrem Land sehen, kamen die unterschiedlichsten Antworten. So erfährt man von Martha Liesel, einer seit Jahren engen Partnerschaftsfreundin der Stadt Bad Königshofen, dass Joe Biden im Bereich des Landkreises, in dem Arlington liegt, mit 49,2 Prozent (Trump 49,1)  knapp gewonnen hat. Zu diesem Landkreis gehören neben Arlington die Stadt Fort Worth und weitere kleinere Städte. Ganz anders im Großraum Dallas. Hier entschieden sich die Wähler mit 65,13 Prozent klar für Joe Biden. Donald Trump erreicht 33,42 Prozent. „Insgesamt hat aber der noch amtierende Präsident in ganz Texas die Wahl für sich entschieden“, sagt Martha Liesel. 

Warten auf weitere Ergebnisse der Nachzählungen

Marylin und Brad Jordan nennen Amerika „ein zurzeit tatsächlich gespaltenes Land“. Als Anhänger von Präsident Trump vermuten auch sie, dass die Wahlergebnisse gefälscht sind. „Wir warten auf weitere Ergebnisse der Nachzählung, um die reine Wahrheit zu erfahren. Danach werden alle hoffentlich zufrieden sein.“ Die Familie spricht von einem Computer-Virus, der zu den ihrer Meinung nach falschen Ergebnissen geführt haben könnte. „Das alles ist sehr problematisch.“ Beide haben Angst, dass mit der neuen Regierung viele Freiheiten der Amerikaner zunichte gemacht werden. Brad Jordan fügt an: „Wir alle freuen uns auf das eventuelle Wiedersehen mit unseren lieben Freunden  aus Bad Königshofen.“ Reaktionen kommen auch von Eric English. Er spricht, wie Martha Liesel und Brad Jordan, von den USA als tief gespaltenes Land. Jede Partei habe andere Vorstellungen von der Zukunft des Landes. „Die Zeit wird zeigen, welche davon richtig sind.“

Jürgen Baudenbacher, ein ehemaligen Bad Königshöfer und Mitarbeiter dieser Zeitung, lebt und arbeitet heute in Florida. Er spricht von einem schwierigen Thema, vor allem weil die „Hard-Core Trump Fans“ die Wahlergebnisse nach wie vor nicht anerkennen. „Das wird sicher noch zu einigen interessanten Reibereien und Nachrichten führen." Jürgen Baudenbacher nennt die derzeitigen Aktivitäten der Regierung nicht wirklich beruhigend. Joe Biden werde es schwer haben, da er für viele seiner Vorhaben die Mehrheit im Kongress und Senat benötigt. „Auch haben seine Gegner es relativ einfach, ihn anzugreifen, da Biden die Steuern erhöhen muss, um die Schulden zu reduzieren", sagt Jürgen Baudenbacher. Und fügt an: "Was sich ändern wird, ist, dass die USA nicht mehr via Twitter regiert werden und ein gegebenes Wort über Nacht nicht mehr geändert wird."

Viele Corona-Tote in den USA 

Zum Thema „Corona“ kommen auch einige Anmerkungen. Zurzeit verzeichnet Amerika mehr als 256 000 Todesfälle, davon 21 083 in Texas. Insgesamt meldet das Land 12 313 710 Infizierte, 1 172 664 davon  in Texas. In Tarant County, dem Landkreis, in dem Arlington liegt, pendelt sich die Zahl bei 91 683 Infizierten ein. Arlington selbst hat aktuell 8534. Im Staat Florida, wo Jürgen Baudenbacher zu Hause ist, liegen die Zahlen bei 938 406 Infizierten und 17 990 Todesfällen. In New York, hier wohnt der Bad Königshöfer Karl Imkeller, sind es 600 967 Infizierte und es gibt 33 767 Todesfälle.

Sheri Capehart, Mitglied des Stadtrates von Arlington, wurde am 2. November verabschiedet. Bürgermeister Thomas Helbling übersandte ihr dazu eine Dankurkunde und einen gravierten Krug mit dem Stadtwappen und Ansichten aus Bad Königshofen. Das Bild zeigt das Stadtoberhaupt sowie seine Sekretärin Katrin Rinke.
Foto: Hanns Friedrich | Sheri Capehart, Mitglied des Stadtrates von Arlington, wurde am 2. November verabschiedet. Bürgermeister Thomas Helbling übersandte ihr dazu eine Dankurkunde und einen gravierten Krug mit dem Stadtwappen und ...

Inzwischen gab es bereits Gespräche zwischen Bürgermeister Thomas Helbling und Sheri Capehart. Sie ist seit Jahren im Stadtrat von Arlington zuständig für die Partnerschaft mit Bad Königshofen. Am 2. November wurde sie aus dem Gremium verabschiedet, ist aber weiterhin für die Städtepartnerschaft aktiv.  Diese wird im September 2021 genau 70 Jahre alt und Arlington würde eine Delegation aus Bad Königshofen gerne begrüßen. Allerdings ist bislang unklar, ob dies zu Covid-19-Zeiten möglich sein wird. Überlegungen gehen deshalb dahin, eine virtuelle Feiert zu planen. Das könnte ein Video aus jeder Stadt sein, das interessante Bereiche über jede Stadt zeigt. Außerdem könnten Interviews mit Menschen geführt werden, die sich an den Beginn der Partnerschaft der beiden Städte erinnern. Fragen könnte man auch an Bürger richten, die in den vergangenen Jahren Arlington oder Bad Königshofen besucht haben.

Sheri Capehart selbst sieht es als Ehre an, Teil dieser dauerhaften Partnerschaft zu sein. Die Partnerschaft werde auch oft im Freundeskreis der Sister Citys besprochen. „Wir haben viel erreicht und freuen uns auf unsere Feier, entweder persönlich oder virtuell“, sagt sie. Bürgermeister Thomas Helbling hatte ihr eigens eine Dankurkunde sowie eine gravierten Bierkrug der Stadt Bad Königshofen nach Arlington gesandt.

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