Sulzdorf

Neue Bäume müssen unter einem Schutzschirm wachsen

Die Gemeinderäte machten sich ein Bild von den Zuständen im Wald, wo der Fichten-Schutzschirm fehlt, ist die Aufforstung besonders schwer, rechts stehen Wilhelm Schmalen und Bernhard Kühnel neben Bürgermeisterin Angelika Götz.
Die Gemeinderäte machten sich ein Bild von den Zuständen im Wald, wo der Fichten-Schutzschirm fehlt, ist die Aufforstung besonders schwer, rechts stehen Wilhelm Schmalen und Bernhard Kühnel neben Bürgermeisterin Angelika Götz. Foto: Regina Vossenkaul

Mit einem Waldbegang mit Revierförster Bernhard Kühnel und Abteilungsleiter Wilhelm Schmalen vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten begann die Gemeinderatssitzung in Sulzdorf. 

Sinn der Exkursion war es, die Problematik aufzuzeigen, die für den Wald entsteht, wenn der schützende Schirm der Fichten wegfällt, und welche finanziellen Belastungen auf die Gemeinden zukommen. In den Waldabteilungen Weissenacker, Schwarzer Stock und Kohlplatte konnten die Gemeinderäte die verschiedenen Situationen mit eigenen Augen sehen, zuletzt in der Abteilung Kohlplatte, wo ein schon relativ gut gelungener Umbau zu einem klimaresistenteren Mischwald besteht. Dort wurde bereits 2012 unterpflanzt, also vor den trockenen Jahren, und der Nachwuchs ist widerstandsfähiger als spätere Pflanzungen.

Es lohnt sich zu kämpfen

Rund 20000 Festmeter Fichtenholz hat die Gemeinde in ihren Wäldern stehen. Es lohnt sich, darum zu kämpfen, solange sie nicht von Schädlingen befallen sind, machte Bernhard Kühnel klar. Vielleicht steigt der Preis für Fichtenholz in den nächsten Jahren wieder. Warum es so wichtig ist, dass die Unterpflanzungen unter einem Schutzschirm aufwachsen, hat man besonders in diesem Jahr erfahren, als zahlreiche nachwachsende Buchen dem Spätfrost zum Opfer fielen.

Sonnenbrand können die noch nicht angepassten Pflanzen bekommen, außerdem wächst unter der Sonneneinstrahlung das Unkraut und die Brombeere mehr als im Schatten, sodass vermehrt Pflegemaßnahmen nötig sind. Das ist arbeits- und kostenintensiv. Dazu kommt der Wildverbiss von Hase und Reh. Von den in den letzten Jahren nachgepflanzten Bäumen ist ungefähr die Hälfte ausgefallen, sagte Kühnel.

Bürgermeisterin Angelika Götz kritisierte, dass die Gemeinden im trockenen Franken mit der Situation allein gelassen werden und die finanziellen Belastungen tragen müssen. Es gibt zwar einige Zuschüsse für Nachpflanzungen, aber die reichen nicht aus. Der Harvester koste viel Geld und das Käferholz bringe nichts in die Kasse, die Preise seien ins Bodenlose gefallen, so Götz.

Wer hilft den Waldbesitzern?

Sie lud ein zur Allianz-Sitzung am 16. September, dann wird Ministerialrat Stefan Pratsch, Referatsleiter Waldbau vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München anwesend sein, der zu der Problematik Stellung nehmen wird. Dazu sind alle Interessenten eingeladen. Einen Grundsatzbeschluss gab es nach dem Waldbegang: Im Gemeindewald wird in diesem Jahr kein frisches Stammholz mehr geschlagen, es wird nur noch von Schädlingen befallenes Holz entnommen und abtransportiert.

In Zimmerau wurde die Ortsbesichtigung fortgesetzt, dort ging es um das Feuerwehrhaus, dessen Fassade an der Wetterseite erneuert werden muss. Soll es ganz gestrichen werden oder nur an einer Seite? Darüber wurde beraten und es werden Angebote eingeholt. Ein Betonweg ist marode und es wurde beschlossen, dass die Gemeinderäte im ganzen Gemeindegebiet die sanierungsbedürftigen Straßen und Wege zusammentragen und in eine Karte einzeichnen. Einen überdachten Sitz, die ehemalige Bushaltestelle in Zimmerau, will ein Freiwilligentrupp selbst verschönern, die Gemeinde gibt das Material dazu.

Die Sitzung wurde im Gemeindehaus in Sulzdorf fortgesetzt. Es lag eine Anfrage zur Aufstellung einer Ergänzungssatzung "Steinflur" in der Gemeinde Heldburg, Ortsteil Gellershausen, vor innerhalb der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Die dortige Baumaßnahme berührt die Belange von Sulzdorf nicht, deshalb gab es keine Einwände. Bezüglich der Jahreshauptkontrolle von Spielplätzen wurde beschlossen, den Auftrag wieder an die Fa. Tesiko für die nächsten fünf Jahre zu vergeben. Sieben Objekte zu je 68 Euro netto pro Prüfung stehen im Gemeindegebiet an. Der Preis gilt nur, wenn alle Allianz-Mitglieder ebenfalls einen Auftrag erteilen.  

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