Nordheim

Nordheim: Ausgiebige Diskussion zum Förderprogramm zur Innenentwicklung

In Nordheim soll die Innenentwicklung vorangetrieben werden. Deshalb befasste sich der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung mit einem Förderprogramm zur Innenentwicklung. Unser Archivbild aus dem Juli 2020 zeigt die Ratsleute bei einem Vor-Ort-Termin am Kirchberg, wo die baufälligen Gaden verfüllt worden waren. Oben grenzt die neue Kita an.
Foto: Eva Wienröder | In Nordheim soll die Innenentwicklung vorangetrieben werden. Deshalb befasste sich der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung mit einem Förderprogramm zur Innenentwicklung.

Traditionell eröffnete Nordheims Bürgermeister Thomas Fischer die erste Gemeinderatssitzung des Jahres mit einem Rückblick. Natürlich hatte die Corona-Pandemie auch in Nordheim die Regeln des Lebens bestimmt und gewohnte Abläufe ins Stocken oder gar zum Stillstand gebracht, konstatierte Fischer. Auch die Verwaltung war betroffen, in 2021 sollen die Aktivitäten vor allem auf die Kindertagesstätte und den Bau der Straße nach Neustädtles gerichtet werden.

Bei seiner Rückschau auf die größten Bauprojekte erinnerte Fischer an den Abschluss der Dorfsanierung in Neustädtles. Der Bau der Kindergartentagesstätte ist vorangekommen und soll mit oberster Priorität behandelt werden. Mit einem äußerst geringen Eigenanteil sei die Schulsportanlage fertig erstellt worden. Die Erweiterung des Baugebiets Kalkofen stehe allerdings wegen der enorm angezogenen Preise der Baufirmen auf der Kippe. In einer der nächsten Sitzungen soll entschieden werden, wie mit dem Vorhaben weiter verfahren wird.

Nordheimer Bevölkerung schrumpfte um 22 Personen

Die Verschuldung ist durch die Aufnahme eines weiteren Kredits weiter nach oben gegangen, bedauerte Fischer. Allerdings sei der gesamte Betrag dann gar nicht benötigt worden, sodass auf der anderen Seite auch die Rücklagen stiegen. Aus der Rückschau von Fischer ging weiter hervor, dass die Bevölkerungszahl um 22 Personen schrumpfte, nachdem die Statistik in den Vorjahren relativ stabil gewesen sei.   

Im weiteren Verlauf informierten Andree Link, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Obere Rhön, und Betriebsleiter Ottfried Pankratius über den Abschluss des Jahresberichts zum Nordheimer Wald. Es war schon eine Überraschung, dass angesichts des massiven Borkenkäferbefalls und eines Einbruchs des Holzpreises die Bilanz mit einer schwarzen Zahl endete. Denn im Vorjahr "waren wir die Getriebenen", weil ein regulärer Einschlag unter den gegebenen Umständen nicht zu bewerkstelligen war, schilderte Link. Deutlich wird das Geschehen in einem Säulendiagramm der vergangenen Jahre, in dem bei einem Gesamteinschlag von 1500 Festmetern erstmals die Säule mit den "Zufälligen Ereignissen" - also unerwarteten Schäden - 2020 den höchsten Wert einnahm.

Im Voraus schon scherzhaft um Absolution gebeten

Gleichwohl die Aufarbeitung der Borkenkäferschäden Vorrang hatte, wurde auch der Wegebau vorangetrieben. Nahezu die kompletten Wege im Wald waren nach Links Worten aufgebessert worden.

Trotz aller Vorkommnisse blieb auf dem ersten Blick unterm Strich ein Überschuss von 2000 Euro. Doch dann wurde klar, warum Link zu Beginn seines Vortrags im Voraus scherzhaft um Absolution gebeten hatte. Bei der Bekämpfung der Borkenkäfer mussten mit 700 Stunden massiv Mitarbeiter des Bauhofs eingesetzt werden. "Ehrlicherweise" müssten deren Kosten mit in den Bereich "Waldbewirtschaftung" einbezogen werden, und dann läge ein Defizit von rund 30 000 Euro vor.

Borkenkäfer erschwert Prognosen zum Wald

Für 2021 erhoffen sich die Förster eine entspanntere Situation, zumal sich auch bei den Holzpreisen eine Erholung andeute. Dieses Jahr könnte, selbst unter Berücksichtigung der Gemeindearbeiterlöhne, eine schwarze Null unterm Strich stehen. Aber auch diese Zahl sei mit größter Vorsicht zu genießen, weil der Borkenkäfer nicht verschwunden sei.

Eine ausgiebige Diskussion führte das Gremium anschließend um ein Förderprogramm zur Innenentwicklung, das andere Gemeinden der Streutalallianz in ähnlicher Form bereits verabschiedet haben. Ausgangspunkt für die Debatte war die finanzielle Unterstützung bei Arbeiten an Altbauten. Dabei stellten mehrere Mandatsträger die Frage, ob mit dem Zuschuss noch mehr Auswärtige in die Gemeinde geholt werden und es richtig sei, dass die gewöhnlich finanziell potenteren Interessenten auch noch mit einer Förderung unterstützt werden sollten.

Fischer: Förderprogramm macht Ortsbild attraktiv

Letztlich gehe es aber darum, Altbauten wieder bewohnbar und attraktiv für das Ortsbild zu machen, erwiderte der Bürgermeister. Außerdem glaube er nicht daran, dass ein Zuschuss für die Wahl des Wohnortes ausschlaggebend sei. Das Gremium beschloss letztlich einstimmig, dass der Zuschuss maximal 10 000 Euro pro Anwesen beträgt und auf höchstens fünf Anträge pro Jahr beschränkt ist.

In die gleiche Richtung zielt die Ausgabe von Architektengutscheinen. Dabei werden dem Interessenten für ein älteres Anwesen zwölf Architektenstunden kostenlos gewährt. Den finanziellen Aufwand teilen sich die Gemeinde und die Regierung.       

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