Oberelsbach

Oberelsbacher Forst: Minus durch Wild, Wetter und Schädlinge

2018 im Gemeindewald von Oberelsbach wurde weit weniger Holz geerntet als vorgesehen. Gründe gab es mehrere. Wie geht im neuen Jahr weiter?
Der Oberelsbacher Forst warf im vergangenen Jahr keinen Gewinn ab. Das lag am Einbruch der Holzpreise aufgrund von Schadholz durch die extreme Trockenheit und Hitze.
Foto: Marion Eckert | Der Oberelsbacher Forst warf im vergangenen Jahr keinen Gewinn ab. Das lag am Einbruch der Holzpreise aufgrund von Schadholz durch die extreme Trockenheit und Hitze.

Ausführlich hat der Bau- und Umweltausschuss der Marktgemeinde das Thema Forst bereits in einer eigenen Sitzung gemeinsam mit Forstoberrat Hubert Türich und Revierförster Matthias Schlund vorberaten. Die beiden Vertreter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellten in der jüngsten Gemeinderatssitzung gemeinsam mit Bürgermeisterin Birgit Erb die wichtigsten Eckpunkte des Waldjahres 2018 und die Planungen für 2019  vor.

Das vergangene Jahr sei aufgrund der großen Trockenheit und Hitze ein für den Wald sehr schwieriges gewesen. Doch auch der Winter habe in der Region zu wenig Niederschlag gebracht, es sei deutlich zu wenig Wasser im Boden. "Die Bäume starten schlecht in das neue Jahr." Dabei seien die Folgeschäden aus dem vergangenen Jahr noch überhaupt nicht alle absehbar.

Leichtes Spiel für Schädlinge

Klar sei allerdings, dass Schädlinge wie der Borkenkäfer leichtes Spiel hatten. Durch den großen Anfall an Käferholz sei der Holzmarkt einschließlich der Preise für Fichten eingebrochen. Eine reguläre Ernte von Fichtenholz habe daher nicht stattfinden können, lediglich die Aufarbeitungen des Schadholzes laufe. Türich sprach von einer "Mammutaufgabe", die heuer fortgeführt werden müsse. Neben dem Borkenkäfer bereite der Eichenprozessionsspinner Sorgen, zumal die Raupe und ihre Gespinste für Menschen nicht ungefährlich seien.

Ein großes Thema im Oberelsbacher Wald seien die Wildschäden. Aus forstlicher Sicht müsse der Abschuss für Rotwild deutlich erhöht werde. Der Markt Oberelsbach habe gemeinsam mit der Gemeinde Schönau und der Stadt Bischofsheim eine Abschusserhöhung von 25 Prozent gefordert. Wie Bürgermeisterin Birgit Erb mitteilte sei die Rotwildhegegemeinschaft aber nur zehn Prozent Erhöhung bereit. "Ein Schritt in die richtige Richtung", so Türich.

Höhere Abschüsse

Für die Verbissschäden durch Rehwild hat Türich ein forstliches Gutachten erstellt, dass in Kürze den Jägern der Hegegemeinschaft Bischofsheim vorgestellt werde. Eine Abschusserhöhung von 10 bis 20 Prozent werden gefordert, die Gemeinderäte stimmten einstimmig dieser Vorgehensweise zu.

Außerdem sollen sogenannte Weiserflächen angelegt werden, das sind umzäunte Waldflächen in denen die Keimlinge nicht verbissen werden und ungehindert aufwachsen können. Im Verlauf von mehreren Jahren soll die Entwicklung im Zaun und außerhalb des Zaunes und der Einfluss des Wildes beobachtet werden.

Über den Holzeinschlag und die Vermarktung in 2018 berichtete Matthias Schlund. So sei es gelungen, an einer öffentlichen Submission teilzunehmen und für 20 Stämme einen Erlös von 12 000 Euro zu generieren. Eingeschlagen wurden nur 2475 Festmeter, was deutlich unter der laut Forstbetriebseinrichtung möglichen Grenze von 4600 Festmeter lag. 2017 wurden 6000 Festmeter eingeschlagen, so dass ein schwaches Jahr im langjährigen Durchschnitt wieder ausgeglichen werden könne. 35 Prozent des anfallenden Holzes sei durch Borkenkäfer oder Stürme angefallen. In der Kernzone am Heidelstein habe der vorgesehene Einschlag nicht stattfinden können und soll heuer nachgeholt werden. Aufgrund der großen Trockenheit seien auch kaum neue Kulturen angelegt worden.

Wieder Gewinn erwartet

Die ungünstige Situation des vergangenen Jahres habe zu einem Defizit von 33000 Euro geführt, im Kernzonenbereich betrug es 4400 Euro. Türich lobte die Marktgemeinde, die aufgrund der niedrigen Holzpreise einerseits auf den Holzeinschlag verzichtete und dennoch Investitionen im die Pflege des Jungbestandes und der Wege vornahm. "Es wurde an die Zukunft gedacht und bewusst ein Minus in Kauf genommen."

Im laufenden Jahr sollen, abhängig von den Preisen und der Holzmarktentwicklung, 5690 Festmeter eingeschlagen werden und 1000 Festmeter in der Kernzone am Heidelstein. Gerechnet werde mit einem Gewinn von 32500 Euro und in der Kernzone von 10000 Euro. Außerdem stimmten die Gemeinderäte neuen Kulturen auf drei Hektar und dem nötigen Zaunbau zu. Für Wegebau wurden15000 Euro genehmigt.

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