Bad Neustadt

Pflegeberufe: Eine Ausbildung, viele Einsatzmöglichkeiten

Krankenschwester? Altenpfleger? Früher waren das zwei vollkommen verschiedene Ausbildungsberufe. Die "generalistische Pflegeausbildung" startet und bringt Veränderungen.
Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege? Diese Frage haben Auszubildende bisher gleich zu Beginn der Ausbildung beantworten müssen. Die neue 'generalistische Pflegeausbildung' ändert das. Sie soll die Qualität der pflegerischen Ausbildung stärken und den Pflegeberuf für junge Menschen attraktiver machen. Unser Symbolbild wurde in einem Nürnberger Krankenhaus aufgenommen. 
Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege? Diese Frage haben Auszubildende bisher gleich zu Beginn der Ausbildung beantworten müssen. Die neue "generalistische Pflegeausbildung" ändert das. Sie soll die Qualität der pflegerischen Ausbildung stärken und den Pflegeberuf für junge Menschen attraktiver machen. Unser Symbolbild wurde in einem Nürnberger Krankenhaus aufgenommen.  Foto: Daniel Karmann/dpa

Etwa 120 junge Frauen und Männer aus den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen beginnen im Herbst ihre Ausbildung an der Berufsfachschule für Krankenpflege der ESB Bad Neustadt, am Helios Bildungszentrum Bad Kissingen, am BBZ Münnerstadt oder am bfz Bad Kissingen.

Konnten diese jungen Leute früher zwischen den Ausbildungszweigen mit den Berufsbezeichnungen Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege wählen, so werden sie ab sofort einheitlich zur „Pflegefachfrau“ und zum „Pflegefachmann“ ausgebildet und können später in allen Pflegebereichen arbeiten. Und, auch das ist neu: Dieser Abschluss ist EU-weit anerkannt.

Realität des Pflegealltags

"Die neue Ausbildung spiegelt die Realität im Pflegealltag wider", sagt Daniela Schmitt vom Bäderland Bayerische Rhön. Der Anteil von alten Menschen in den Kliniken nehme stetig zu. Umgekehrt benötigten immer mehr alte Menschen in der ambulanten Pflege oder in den Pflegeheimen medizinische Pflege. Im Mittelpunkt der neuen Pflegeausbildung stünden die Anforderungen in der stationären Akutpflege (Kliniken), der ambulanten und stationären Langzeitpflege (Sozialstationen, Alten-und Pflegeheime) sowie in besonderen Pflegebereichen, wie der Psychiatrie oder Palliativstationen.

Das neue Konzept nennt sich "generalistische Pflegeausbildung" und ist mit einem hohen logistischen Aufwand verbunden. Alle Pflegebereiche müssen eng zusammenarbeiten: Kliniken, Altenheime, Sozialstationen, psychiatrische und palliative Stationen und die Pflegeschulen. In insgesamt 2500 Stunden praktischer Ausbildung durchlaufen alle Auszubildenden jede dieser Einrichtungen. Hinzu kommen noch einmal 2100 Unterrichtsstunden für den theoretischen und fachpraktischen Unterricht an der Berufsfachschule für Pflege.

Die Lenkungsgruppe der Arbeitsgruppe Pflege in der Gesundheitsregionplus Bäderland Bayerische Rhön. Im Bild (von links) Georg Gißler (Schulleiter, BBZ Münnerstadt), Katrin Schor (Schulleiterin, bfz Bad Kissingen), Daniela Schmitt (Bäderland Bayerische Rhön), Marianne Masso (Schulleiterin, Helios Bildungszentrum Bad Kissingen), Jürgen Leiber (Schulleiter, Berufsfachschule für Krankenpflege der ESB Bad Neustadt)
Die Lenkungsgruppe der Arbeitsgruppe Pflege in der Gesundheitsregionplus Bäderland Bayerische Rhön. Im Bild (von links) Georg Gißler (Schulleiter, BBZ Münnerstadt), Katrin Schor (Schulleiterin, bfz Bad Kissingen), Daniela Schmitt (Bäderland Bayerische Rhön), Marianne Masso (Schulleiterin, Helios Bildungszentrum Bad Kissingen), Jürgen Leiber (Schulleiter, Berufsfachschule für Krankenpflege der ESB Bad Neustadt) Foto: Bildrechte: Bäderland Bayerische Rhön GmbH & Co. KG

Logistische Herausforderung

Bei der Bewältigung der logistischen Anforderungen kommt das "Bäderland Bayerische Rhön“ ins Spiel. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Pflege der Gesundheitsregionplus Bäderland Bayerische Rhön schlossen sich unter dem Namen „Generalistisches Ausbildungsnetzwerk – Bäderland Bayerische Rhön“ zusammen. Über eine Lenkungsgruppe stimmen sich die Leitungen aller in den beiden Landkreisen bestehenden Pflegeschulen untereinander ab.

Die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus, Daniela Schmitt, will mit ihrer Netzwerkarbeit die Pflegeschulen unterstützen. „Ein gemeinschaftlicher Austausch innerhalb unseres Ausbildungsnetzwerks bringt für alle Beteiligten einen Mehrwert. Dabei arbeiten wir gemeinsam an neuen Ideen und Lösungswegen, die die praktische Arbeit innerhalb der Pflegausbildung vereinfachen können“, so Schmitt.

Ausbildungsverbund

Eine noch engere Abstimmung treffen die Pflegeschulen der ESB am Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt sowie die Caritas-Schulen am BBZ in Münnerstadt. Sie haben einen Ausbildungsverbund geschlossen. Diesem Verbund treten alle Pflegeeinrichtungen bei, die ihre Schüler an eine der beiden Schulen schicken. Damit ist sichergestellt, dass die Auszubildenden der Campus-Kliniken ihre notwendigen Einsätze in der Langzeitpflege ableisten können und umgekehrt, dass die Auszubildenden von Einrichtungen der Langzeitpflege ihren Platz in der Klinik sicher haben. 

Alle teilnehmenden Einrichtungen haben die Planung und Kooperation der praktischen Ausbildung den beiden Pflegeschulen in Münnerstadt und Bad Neustadt übertragen. Diese stimmen sich ab über Ausbildungsabschnitte, Einsatzstellen und Schulblockphasen.

Beruf wird attraktiver

Was versprechen sich die Verantwortlichen von der generalistischen Pflegeausbildung? „Nicht nur der neue Pflegeberuf wird erheblich attraktiver, sondern bereits die Ausbildung selbst ist äußerst attraktiv“, sagt Joachim Dietz, Geschäftsführer der ESB. „Der große Vorteil dieser facettenreichen Ausbildung liegt nicht nur im Erwerb vielseitiger Kenntnisse, sondern gerade auch darin, dass die Auszubildenden sich schon in ihrer Ausbildungszeit ein gutes Bild darüber machen können, wo ihre beruflichen Schwerpunkte später einmal liegen könnten – schließlich sind sie dann überall einsetzbar und haben freie Auswahl."

Informationen erhalten Interessenten bei der Gesundheitsregionplus Bäderland Bayerische Rhön Daniela Schmitt unter (0971) 7236190 oder schmitt@gesundheitsregion-baederland.de.

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