Wollbach

Projekt "Fööd21" will Weiterbestehen des Wollbacher Dorfladens sichern

Gerade jetzt, wo der Dorfplatz neu gestaltet und attraktiver wird, wird in Wollbach darüber diskutiert, ob es eine Zukunft für den Edeka-Markt (rechts) gibt. Ende Januar 2021 wird Betriebsinhaber Hartmut Vöth die Pforten schließen. Für ein belebtes Dorfzentrum wäre ein dauerhaft geschlossener Laden sicherlich von Nachteil.
Foto: Klaus-Dieter Hahn | Gerade jetzt, wo der Dorfplatz neu gestaltet und attraktiver wird, wird in Wollbach darüber diskutiert, ob es eine Zukunft für den Edeka-Markt (rechts) gibt.

"Fööd21" - diesen Namen haben Frank Greier, Dietmar und Markus Müller einem Projekt gegeben, mit dem sie gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Bruckmüller dafür sorgen wollen, dass es auch in Zukunft einen Laden im Wollbacher Dorfzentrum gibt. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung stellten sie ihre Gedankengänge nicht nur dem Ratsgremium, sondern auch einigen Bürgern vor, die in die Wollbacher Halle gekommen waren.

Wie Dietmar Müller erinnerte, hatte Hartmut Vöth, der Inhaber des Wollbacher Edeka-Ladens, bereits im August angekündigt, dass er seinen Laden Ende Januar 2021 schließen wird. Der Gemeinderat hatte sich in seiner letzten Sitzung ausführlich mit den Folgen der Schließung und möglichen Alternativen befasst. Bislang hat sich jedoch kein Nachfolger gefunden, der den Laden übernimmt.  

Zwei Interessentinnen für den Laden sprangen noch ab

Das Quartett befasst sich schon seit geraumer Zeit mit der Problematik und hat dazu auch einige Ideen entwickelt, die sie bei der Präsentation zeigten. Grundsätzlich sei Wollbach in Sachen Nahversorgung seit vielen Jahren sehr gut aufgestellt, war die erste Feststellung. Das könnte auch künftig so bleiben, denn eventuell würde Edeka als Hauptlieferant erhalten bleiben, sagte Vöth. Voraussetzung wäre allerdings, dass die Übernahme zeitnah erfolgt. Ursprünglich gab es zwei Interessentinnen, die aber letztlich den Schritt in die Selbständigkeit scheuten.

Was die finanzielle Seite anbelangt, so rechnet man grob geschätzt mit Investitionskosten von etwa 100 000 Euro, wobei mit einer Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung gerechnet werden könnte. Das Inventar und der Warenbestand könnten übernommen und abgelöst werden. Eine Scannerkasse müsste aber neu angeschafft werden. Auch über Einsparungen haben sich die engagierten Männer Gedanken gemacht. Warum nicht bei den Backwaren Selbstbedienung einführen? Warum nicht die Metzgerei an einen externen Partner vergeben und dadurch Mieterlöse erzielen? Warum nicht Metzgerei- und Bäckerbereich miteinander kombinieren, um Personalkosten zu reduzieren?

Gemeinde Wollbach darf den Laden nicht selbst betreiben

Zur Frage, wie man den Betrieb aufrechterhalten und damit auch die monatlichen Mietzahlungen und die Betriebs- und Personalkosten finanzieren kann, war ihnen auch schon einiges eingefallen. So könnte eine Betreibergesellschaft gegründet werden oder die Einwohner über den Erwerb von Gutscheinen das Vorhaben finanzieren. Bruckmüller und die Ratsmitglieder machten aber gleich am Anfang deutlich, dass die Gemeinde aus rechtlichen Gründen den Laden nicht betreiben darf.

Zahlreiche Fragen wurden im weiteren Verlauf aufgeworfen und diskutiert, wie zum Beispiel "wollen die Wollbacher überhaupt noch so einen Laden haben" oder "wollen sie lieber einen Verbrauchermarkt auf der grünen Wiese". Und auch, ob sich sich überhaupt Bürger finden, die Geld in das Projekt stecken würden. Dass Wollbach ohne einen Laden erheblich ärmer ist, war allen klar. Kann sich aber ein von einem Verein oder einer Gesellschaft betriebener Laden halten? Fragen über Fragen, die sich an diesem Abend stellten und deren Antworten kontrovers diskutiert wurden.

Fragebogen soll abklären, was die Wollbacher wollen

Oben auf der Prioritätenliste steht nun erst einmal zu erfahren, was sich die Bevölkerung wünscht. Daher wird kurzfristig eine Fragebogenaktion gestartet. Den Entwurf hatten die vier bereits mitgebracht. "Dann sehen wir, wo wir stehen und was die Bevölkerung von einem Dorfladen hält", betonte Bruckmüller.

"Der Vöth ist in Wollbach ein Stück Kult", stellte Frank Greier fest. Eindringlich baten die Initiatoren und auch die Ratsmitglieder darum, bei der Umfrage mitzumachen, damit ein klares Bild entsteht. "Make Amella great again", ist der Wahlspruch in Anlehnung an eine Aussage von Donald Trump. "Sind wir nicht alle ein bisschen Fööd", lautete die abschließende Frage.

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