Bad Neustadt

Rhön-Grabfeld: So viele LEADER-Projektideen wie nie

Mit Unterstützung von LEADER soll das Bienenzentrum Rhön-Grabfeld in Bad Königshofen um einen inklusiven Pavillon erweitert werden. 
Foto: Ursula Schneider | Mit Unterstützung von LEADER soll das Bienenzentrum Rhön-Grabfeld in Bad Königshofen um einen inklusiven Pavillon erweitert werden. 

Geht es darum, die eigene Heimat zu gestalten, sind es oft Menschen vor Ort, die Ideen und Projekte entwickeln. Was fehlt, ist meist das Geld. Hier setzt das europäische Förderprogramm LEADER an. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Rhön-Grabfeld unterstützt die Bürger, Kommunen, Vereine, Verbände und weitere Akteure vor Ort. "Während die Corona-Pandemie in vielen Bereichen eine echte Zäsur darstellte, hat sich gezeigt, dass die Kreativität in den Lockdown-Phasen in der Heimat besonders sprudelt", heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. In der ersten Präsenz-Lenkungsausschusssitzung der LAG Rhön-Grabfeld nach vielen Monaten hätten die Mitglieder so viele Anträge wie noch nie in Bearbeitung gehabt.

Das ehemalige Pfarrhaus in Rappershausen soll aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden, um zukünftig Übernachtungsmöglichkeiten für Radler zu bieten.
Foto: Ursula Schneider | Das ehemalige Pfarrhaus in Rappershausen soll aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden, um zukünftig Übernachtungsmöglichkeiten für Radler zu bieten.

Die Projekte, die an diesem Abend den rund 25 anwesenden Mitgliedern im Kloster Wechterswinkel vorgestellt werden, sind vielfältig. Der Tourismus-, Freizeit- und Kulturbereich wird ebenso wie die Themen Wirtschaft, Bildung, Innenentwicklung und Soziales abgedeckt. "Der gesellschaftliche Trend hin zu mehr Nachhaltigkeit würde sich auch in den Ideen für den Landkreis Rhön-Grabfeld widerspiegeln, geht aus der Mitteilung hervor.

Ein Beispiel ist die geplante Erweiterung des Bienenzentrums Rhön-Grabfeld um einen „inklusiven Pavillon“. Der Imkerverein Bad Königshofen und Umgebung möchte an seiner Einrichtung behinderten Menschen die Möglichkeit geben, gefahrlos über Honigbienen und ihr Staatenleben zu informieren. Tastobjekte werden ebenso eine Rolle spielen wie ein sicher zu begreifendes Bienenvolk. Das Projekt befindet sich in intensiver Vorbereitung, begleitet vom Regionalmanagement des Landkreises Rhön-Grabfeld. Es soll bereits das zweite LEADER-Projekt werden, das der Imkerverein nach der erfolgreichen Umsetzung des Bienenstockluftzentrums in Angriff nimmt.

In Rappershausen möchte die Gemeinde Hendungen ihr Schullandheim als Radsportzentrum weiter ausbauen. Hier soll ein Pumptrack für alle entstehen. Außerdem soll das ehemalige Pfarrhaus zu einem Übernachtungsbereich für Radsportbegeisterte hergerichtet werden. "Damit wird ein langjähriger Leerstand mitten im Ort endlich einer neuen Nutzung zugeführt – geradezu vorbildlich für den ländlichen Raum", so das Landratsamt.

Insgesamt neun Projekte stellten die Projektträger gemeinsam mit dem Vorsitzenden der LAG, Landrat Thomas Habermann, zur Diskussion. Alle wurden von den anwesenden Mitgliedern des Lenkungsausschusses der LAG Rhön-Grabfeld positiv bewertet und damit für eine LEADER-Förderung empfohlen. Jetzt werden die Förderanträge vorbereitet. Sobald diese bewilligt sind, geht es an die Umsetzung. Was genau alles geplant ist, werde zu einem späteren Zeitpunkt verraten. Es sei für sämtliche Altersgruppen und Interessen etwas dabei.

Das Landratsamt informiert weiter, dass sowohl für den aktuellen Förderzeitraum als auch bereits für den Nächsten Ideen eingereicht werden können. Dabei sei es egal, ob das Projekt bereits detailliert ausgearbeitet ist oder nur eine erste Idee besteht. Das Regionalmanagement unterstützt bei der Weiterentwicklung bis zur Förderreife.

Für die spätere, direkte Abwicklung der LEADER-Projekte ist nach der Bewilligung dann das LAG-Management, bestehend aus der Regionalmanagerin Ursula Schneider und der LAG-Geschäftsführerin Christina Leutbecher, zuständig. Anfragen und neue Projektideen werden entgegengenommen unter 09773/89 99 840 oder 09771/94 245.  

Hintergrund "LEADER"

Mit dem LEADER-Programm unterstützt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die ländlichen Regionen nach dem Motto "Bürger gestalten ihre Heimat". LEADER ist eine Abkürzung der französischen Begriffe: Liaison entre les actions de développement de l'économie rurale; zu Deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Das Förderprogramm LEADER soll der Entwicklung ländlicher Regionen, nicht nur in Rhön-Grabfeld, sondern in der ganzen EU dienen.
Für die Förderperiode 2014 bis 2022 sind 68 LAGs in Bayern anerkannt. Damit umfasst das bayerische LEADER-Gebiet 86 Prozent der Landesfläche und 58 Prozent der Bevölkerung. Rund 126 Millionen Euro an EU- und Landesmitteln stehen für die Projekte zur Verfügung. Rhön-Grabfeld konnte davon bisher über 1,7 Millionen Euro abschöpfen. Mit der Planung der aktuellen Projekte kommen bis zu 0,6 Millionen Euro dazu.
Quelle: Landratsamt
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